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Biohazardcleaner

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Mittwoch, 10. Juni 2015, 11:23

RE oldschool noch möglich?

Ich schaue mir gerade den Resident Evil HD Remake first run einer 20 jährigen Engländerin an und es ist so bitter ihr dabei zuzuschauen. Alles ist ihr zu langsam, sie möchte die Zombies krampfhaft mit dem Messer töten und wundert sich weshalb dies nicht ohne weiteres geht, meckert über die (neue) Steuerung, Kamerawinkel sind ihr zu kompliziert, zuviele Türen verschlossen und vieles mehr.

Ein ähnliches Phänomen konnte man bei Alien: Isolation beobachten. Besonders bei den jüngeren Gamern habe ich das Gefühl, dass diese sich nicht auf eine andere oder komplexere Spielmechanik einlassen wollen, sondern alles muss mit roten Faden vorgegeben werden und sofort in Leichtigkeit von der Hand gehen. Niemand möchte sich mehr eine vorgegebene Spielart erarbeiten. Wobei sie es sich soviel leichter machen würden, würden sie einfach die vorgegebene Spielweise bzw. die Mechaniken annehmen und nicht ihre eigene Vorstellung davon krampfhaft durchsetzen wollen. Ein Reflektieren und analysieren findet kaum noch statt und so macht sie logischerweise Frust breit.

Dies lässt mich zu meiner in der Überschrift gestellten Frage kommen. Sind oldschool Resident Evils bzw. Games ala Alien: Isolation usw. auf Zukunft gesehen überhaupt noch rentabel in der Entwicklung oder unterschätze ich hier die Gamer von heute und morgen? Gehen wir auf eine immer steiler werdende Abwärtsspirale zu oder ist es eine normale Entwicklung?

Wenn ihr der besagten Twitcherin zuschauen wollt, hier ist der Link zu ihrem RE Remake Durchlauf
RE REMAKE FIRST RUN

EDIT: Ich lasse nebenbei weiter die Streamaufnahme laufen (bin bei 3h). Oh mein Gott, die ist wirklich zu blöd dafür, es ist abartig! Checkt überhaupt nichts weil sie sich viel mehr darauf konzentriert mit ihren Chatleuten zu quatschen und im Haar rumzufummeln als auf das eigentliche Game und schiebt am Ende die Schuld dem Spiel zu. :rolleyes:

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James.Havoc

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Mittwoch, 10. Juni 2015, 17:30

Hab mir mal die ersten Minuten angesehen. Hätte damit gerechnet, dass der Cerberus sie plattmacht, schon allein, weil sie da rumrennt, wie ein aufgescheuchtes Huhn.
Klasse war aber das erste, leicht angefressene "How do I reload?!"

Mit Munition. Wäre zumindest ein Anfang.


Generell scheint das Lesen von Informationen nicht ihre Stärke zu sein. Zugegeben: Das Spiel schmeißt einen direkt ins kalte Wasser. Es gibt kein Tutorial, man wird anfänglich nicht mit Samthandschuhen angefasst und muss vom Fleck weg voll bei der Sache sein - zumindest, wenn man das Spiel zum ersten Mal spielt.

Resident Evil, ganz gleich ob Remake, Orginal, Teil 0,2,3 oder CVX hasst Anfänger. Es zerfleischt, verprügelt und zerquetscht Neulinge im Akkord. Solange, bis diese entweder entnervt aufgeben, oder vom Ehrgeiz gepackt werden und sich auf das Spiel einlassen. Ich denke das ist der wesentliche Punkt, warum die Oldshool- Teile es heute schwer haben.
Sie sind dahingehend ja nicht allein. Ganzen Genres ergeht es so. Anno 1995-1999 war das goldene Zeitalter der Echtzeitstrategie. Die Spiele gingen weg wie warme Semmeln, ganz gleich, wie gut oder schlecht sie waren. Und heute? RTS ist zu einem totalen Nischengenre verkommen. Von den damaligen "Big Five" des Genres steht heute nur noch ein halbwegs aktueller Vetreter in den Regalen. Bei Nummer zwei wartet man seit mehr als 10 Jahren auf einen Nachfolger. Nummer 3 ist offiziell tot. Nr. 4 schweigt behaarlich zu seiner Zukunft und auch Nummer 5 scheint sich nicht noch mal aufraffen zu können.

Ein Resident Evil im OS- Gewand wäre eigentlich mal eine interessanter Kandidat für eine Kickstarter Kampagne. Würde mich mal interessieren, wie groß das Interesse an einem neuen Ableger in alten Kostümen wirklich ist.
Aber damit ein solches RE auf dem Massenmarkt bestehen kann, müsste es sehr viel gnädiger mit Neueinsteigern sein.

Biohazardcleaner

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Mittwoch, 10. Juni 2015, 17:55

Aber damit ein solches RE auf dem Massenmarkt bestehen kann, müsste es sehr viel gnädiger mit Neueinsteigern sein.
Und genau das ist der Punkt den ich mich frage. Weshalb ist die heutige Generation so verweichlicht? Sind die geradlinigen 08/15 Shooter ala Call of Duty schuld, oder ist es ein generelles Generationsprolem. Bestes Beispiel eben besagte junge Dame. Ihre ganzen Fehler passieren nur deshalb am laufenden Band weil sie nicht wirklich aufpasst, weil sie sich nicht wirklich Gedanken um die Spielmechanik macht und überlegt warum manche Dinge passieren. Sie hat bis jetzt noch nicht verstanden weshalb die Crimson Head aufstehen oder angefangen die Körper zu verbrennen. Und das obwohl sie alles liest was sie findet. Als ob der Schritt etwas zu lesen und im Zusammenhang mit den Spiel zu stellen schon zuviel des Guten wäre.

Mein Beispiel mit Alien: Isolation auch deshalb, weil das Game genauso kompromisslos wie die alten Resident Evil Teile ist. Alles kein Problem wenn man wirklich aufpasst und alle Hilfsmittel und Taktiken verinnerlicht. Wenn ich mir diverse Streams jedoch anschaue, ich habe bisher keinen einzigen gefunden der wirklich verstanden hat, dass das Alien auch vom Piepsen des Motion Trackers angezogen wird und wundern sich dann weshalb das Alien immer wieder zu ihrem Schrank zurückkehrt.

Es ist diese Oberflächlichkeit und penetrante Uneinsichtigkeit die ich nicht nachvollziehen kann. Und das schlimmste an der Sache ist, am Ende ist das Game schuld und nicht die Unfähigkeit der Spieler.


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Mittwoch, 10. Juni 2015, 19:20

Ich werfe mal die Theorie von Internet und Smartphone in den Raum.

Habe schon häufiger gelesen, dass die Aufmerksamkeitsspanne in der heutigen Zeit immer mehr abnimmt. Das betrifft nebenbei nicht nur die junge Generation, sondern auch die älteren Semester. Hervorgerufen wird dies angeblich primär durch verstärkte Onlineaktivität, die dank Smartphone und Tablet mittlerweile überall problemlos möglich ist.
Man tut sich immer schwerer damit, bei der Sache zu bleiben und sich auf etwas zu fokussieren. Man denke da etwa an den Kollegen, Freund, etc., der während des Gesprächs am Tisch immer wieder auf das Smartphone schaut und den Status auf Facebook prüft.

Wer derart unstet ist, wird natürlich Probleme haben, sich auf komplexe Spielmechaniken (obschon diese bei RE ja nicht mal sonderlich komplex sind) zu konzentrieren, insbesondere, da er das Objekt "Videospiel" ja schließlich mit Spaß und Entspannung gleichsetzt und nicht angestrengter Konzentration.

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Mittwoch, 10. Juni 2015, 19:38

Traurig wie hart es bergab mit unserem Hobby geht.
Schade.

Vorallem, es wird nur schlimmer.

Seit 2 Jahren sind die "Next-Gen" Konsolen da und fast nur Remastered.
Kein einziges originelles Game, das das Zeug zum Klassiker hat.
Ich weiß noch damals als die Konsolen neu waren, Gears of War, Portal, Left 4 Dead oder Dead Space.
Und auf PS4 bisher? Evolve ist originell aber leider kein Ding wo ich denke "boaah, auf alten Konsolen ging das nicht"
Klar, es gibt viele gute Games wie Dying Light oder nun Bloodborne, aber trotzdem.

Nur Remastered, DLCs ohne Ende, verbugte Games und Patch-Orgien.
Weiter so und ich will kein Gamer mehr sein.
Dazu kommt noch wie simpel und verweichlicht moderne Games sind.

Ich bete dafür dass ID-Software die verweichlichte, moderne Gamerwelt mit DOOM4 ordentlich wegfickt.
Ja

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Mittwoch, 10. Juni 2015, 23:32

Nana....so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Verglichen mit der Phase Mitter der 80er Jahre ist das alles harmlos.

Es braucht halt seine Zeit, bis man einen exklusiven Kracher fertig hat. Mit "The Order 1886" hat man ja schon einen Versuch gestartet, aber wie so oft in dieser "Lebensphase" einen neuen Konsole, liegt der Focus solcher Titel mehr auf der Optik, denn auf dem Gameplay.
Noch ist nicht alle Tage Abend. Überlege mal, wie lang es gedauert hat, bis Nintendo was für ihre WiiU rausgehauen hat, was wirklich eingeschlagen ist.

Auch anhand deiner Beispiele kann man das sehen: Left 4 Dead, Dead Space und Portal erschienen (z.B. für die Xbox360) erst 3 Jahre und mehr nach Release der Konsole.


Zitat

Nur Remastered, DLCs ohne Ende, verbugte Games und Patch-Orgien.



Das mit DLCs wird in der Tat nicht weniger werden, aber ob es nun wirklich soviele Remaster sind, oder ob das eher eine Gefühlssache ist, wäre sicher streitbar.
Außerdem muss ein Remaster nicht schlecht sein. Ebensowenig wie ein DLC. (Es sei denn, Capcom macht den DLC....dann ists mit 96% Wahrscheinlichkeit lahme Abzocke :ugly: )


Spiele gehen halt den gleichen Weg wie Filme. Weg vom künstlerischen Anspruch, hin zum schnellen Reibach. Aber dabei sollte man nicht vergessen, dass auch bei den Filmen abseits dessen Blockbuster- Mainstreams eine Filmkultur existiert, die sich gegen den Kurs des Ausverkaufs stellt.
Gibts auch bei Spielen - und wächst kontinuierlich.

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Donnerstag, 11. Juni 2015, 00:06

Spiele gehen halt den gleichen Weg wie Filme. Weg vom künstlerischen Anspruch, hin zum schnellen Reibach. Aber dabei sollte man nicht vergessen, dass auch bei den Filmen abseits dessen Blockbuster- Mainstreams eine Filmkultur existiert, die sich gegen den Kurs des Ausverkaufs stellt.
Gibts auch bei Spielen - und wächst kontinuierlich.
Man darf halt nicht vergessen dass die Programmierung eines Games nochmal ordentlich mehr Ressourcen in Anspruch nimmt als der Dreh eines Films. Zumindest wenn man sich im Low Budget Sektor bewegt und etwas in der Art wie Resident Evil auf die Beine stellen möchte. Ich denke von Scratch auf ein RE2 programmieren, selbst in der damaligen Grafik ist eine Hurenarbeit.


James.Havoc

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Donnerstag, 11. Juni 2015, 20:14

Relativ. Das käme auf das Filmprojekt an. Man darf hier z.B. nicht außer Acht lassen, dass ein Spiel selbst heute noch von einer einzigen Person erschaffen werden kann. Was bei einem Spielfilm nur schwerlich machbar ist.
Natürlich stimmt es, dass ein Projekt, das von der Pike auf neu erstellt wird, enorm viel Arbeit birgt, aber hier hat man mittlerweile ja eine Ausweichmöglichkeit, die es Anno 1996 nur sehr eingeschränkt gab: Engines in Lizenz.

Zwei der ganz großen Dickschiffe auf diesem Markt (CryEngine, Unreal Engine4) sind selbt für kommerzielle Projekte schon für kleines Geld zu haben. Beide bieten enormes Potential, Support, Tools, usw., mit denen auch kleine Teams große, eindruckvolle Titel erschaffen können.

Nach heutigen Maßstäben wäre ein oldshool Resident Evil garnicht mal so aufwändig.

- Die Spiele bieten selten große, weitläufige Areale oder allgemein große Spielwelten.
- Die KI ist - sofern mal auf diese Buddy- Blödsinn verzichtet - außerordentlich rudimentär und reduziert sich praktisch komplett auf die eher tumben Gegner.
- Es gibt keine Skillsysteme,
- keine Level Ups,
- kein riesiges Waffenarsenal mit dutzenden Auf,-Unter,- und Anbauten,
- nur wenige Figuren,
- keine großen Gegnerzahlen,
- keine prozedural generierten Level
- keine zerstörbare Umgebung
- keine Kamerajustierung
- kein Melee- System
- keine Fahrzeuge
- kein relevantes Physiksystem
- kein MP- Modus, der irgendwie ausbalanciert werden muss
etc.


Der Löwenanteil der Arbeit läge wohl darin, das gesamte Spielgebiet zu bauen, mit Kameras auszustatten und mehre tausend Render anzufertigen.

Biohazardcleaner

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Donnerstag, 11. Juni 2015, 20:20

Ok, ich kenne mich im Spieledesign und Progammierung nicht so gut aus, aber vom Gefühl her würde ich sagen ist es auf jeden Fall langwieriger.

Beim Film, sofern wir jetzt CGI und große Action außen vor lassen, ist es mit einem eingespielten Team relativ easy abgefrühstückt. Schuss-Gegenschuss-Zweier bekommt man schon mit relativ wenig Leuten hin. Hat halt auch viel mit der Erfahrung zu tun oder was man machen möchte.

Ein eigenes Game auf die Beine stellen, ich wüsste nicht wo ich zuerst anfangen sollte.


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Freitag, 18. September 2015, 12:03

Gamespot führte ein Interview mit dem Produzenten des Resident Evil Zero HD Remaster, Tsukasa Takenaka, welches hoch interessant ist und allen Fans der old school Ausrichtung neue Hoffnung auf eine Rückkehr des alten Spielprinzips gibt. Takenaka bestätigt u.a. dass sich Capcom über die Spaltung des RE Lagers bewusst ist und gibt im gleichen Atemzug zu verstehen, dass die alten Spielmechaniken durchaus nicht "veraltet", sondern einfach nur anders sind. Generell gibt dieses Interview einen tiefen Einblick auf die Zukunft der Reihe und lässt besonders für das RE2make die Hoffnungen an eine würdige Umsetzung steigen. Ebenso die Aussage, "Wenn Resident Evil 0 HD Remaster erfolgreich sein wird, dann sind weitere Remaster-Versionen möglich." läd zum wilden Spekulieren über weitere HD Remakes wie z.B. der Outbreak Reihe ein. Wer das Original Interview in englischer Sprache lesen möchte kann dies hier tun: Klick mich!

Für alle anderen gibt es hier eine übersetzte Zusammenfassung des Inhalts.


Zitat
Interview mit Produzent Tsukasa Takenaka
Die wichtigsten Aussagen im Überblick:

Zitat

- Nach dem Erfolg von Resident Evil HD Remaster entschied sich Capcom für eine Neuauflage von Resident Evil 0, weil das Spiel viel Hintergrundinfos zu den Vorfällen im Herrenhaus enthält. Das Spiel erklärt viele Mysterien, auf die die Spieler in Residen Evil 1 treffen: Wenn man im Korridor hinter dem Esszimmer auf den Zombie stößt, der einen Toten frisst, erfährt man in Resident Evil 0 wer dieser Tote war und warum er im Herrenhaus ist.

- Über die Gesamtentwicklung der Serie sagt Takenake, dass Resident Evil 4 einen Wendepunkt eingeläutet hat. Der vierte Teil hat die Serie in eine neue Richtung gebracht und viele neue moderne Systeme in der Spielmechanik eingeführt.

-Gleichzeitig hat sich die Fangemeinde verändert: Es gibt Fans, die die neuen Resident Evil-Teile lieben (z.B. Residen Evil 5 und 6), und Fans, die lieber die klassischen "Old School" Episoden spielen (z.B. Resident Evil 1).

- Wer Resident Evil erst seit dem vierten Teil kennt, der geht mit der Reihe ganz anders um wie jemand, der schon seit dem Original 1996 mit dabei ist. Capcom sieht in Resident Evil 0: HD Remaster die Chance, gerade den neuen Fans diese Klassiker nahezubringen. Und weil viele dieser Fans die Hardware von damals nicht besitzen, haben sie jetzt die Möglichkeit, die Spiele auf modernen Konsolen zu erleben.

- Viele Fans der alten Resident Evil-Klassiker vermissen in den neuen Episoden Dinge, die durch die Modernisierung der Serie auf der Strecke geblieben sind. Deshalb wird oft von den Fans verlangt, dass Capcom zu den Ursprüngen der Reihe zurückkehren soll. Als Beispiel nennt Takenaka die Kamera.

- Früher stand die Kamera fest an einem Punkt. Der Spieler konnte den Raum nicht vollständig sehen. Wenn das Bild dann beim weiterlaufen in eine neue Perspektive wechselte und man plötzlich einen Zombie sah, erschrak man. Dieser Überraschungseffekt fehlt in modernen Spielen, weil man so etwas mit einer echten 3D Kamera nicht machen kann.

- Takenaka sieht gerade in der Kamera einen Hauptgrund, warum die Fans so sehr an den alten Original-Teilen hängen. Auch der "Metroidvania"-Stil vergangener Tage ist seit Resident Evil 4 verschwunden: Früher musste man in den Klassikern mit neuen Gegenständen oft zwischen bereits besuchten Orten ständig hin- und herlaufen. Seit dem vierten Teil gibt's das nicht mehr, weil auch viele riesige Außen-Levels hinzugekommen sind.

- Capcom will in Zukunft deshalb mehr von dem bieten, was die Spieler erwarten und sich von dem Publisher wünschen.

- Eine feststehende Kamera hat durchaus Vorteile, um eine gruselige Szene zu erschaffen, weil sie bestimmte Dinge vor dem Spieler verbirgt. Die Spieler kriegen auch nur das zu sehen, was die Entwickler ihnen zeigen wollen. Doch dieses Kamerasystem hat auch Nachteile: Man kann sich nicht so schnell mit der Umgebung vertraut machen, weil man nicht alles sieht und weiß nicht, wo es (in größeren Arealen) langgeht.

- Auch die Steuerung sieht Takenaka als Nachteil an, die in den Neuauflage daher angepasst und optimiert wird. Ohne eine moderne Steuerung könnte das Spiel für die Spieler von heute ansonsten frustrierend sein. Abschließend sagte Takenaka, dass eine feststehende Kamera mit Sicherheit ihre Vor- und Nachteile hat, sie aber keinesfalls die einzige Möglichkeit ist, Horror und Atmosphäre zu erzeugen.

- Für Horror ist die Kombination aus Sound- und Licht-Design am wichtigsten. Auch der Kontrast zwischen hellen und dunklen Plätzen ist für ein Horror Erlebnis entscheidend. Damit lässt sich Einfluss auf die Emotionen des Spielers nehmen, die er beim spielen hat.

- Ein Resident Evil im Weltraum wird es nicht geben. Die Designer bei Capcom sind sich einig darüber, dass die Serie am Ende wäre, wenn sie das machen würden. Resident Evil handelt zwar über Zombies, doch muss die Geschichte bis zu einem gewissen Maß auf der Realität basieren.

- Das HD Remaster zeichnet aus, dass der Detailgrad sehr viel höher ist. Im Zug kann man jetzt Schilder lesen und viele Dinge erkennen, die die Original Designer damals erschaffen haben. Es gibt deshalb sehr viel Neues (auch für Veteranen) zu entdecken.

Es gibt z.B. eine Szene in einem Zugabteil, in der ein Hund den Spieler attackiert. In dem Wagon steht auch ein Stuhl rum, neben dem ein Schild hängt. Takenaka hat sich immer gefragt, warum in dem Wagon ein Stuhl herumsteht und was es mit dem Wagon auf sich hat. Jetzt kann man in HD das Schild lesen, auf dem "Raucherzone" steht.

- Einige Dinge müssen in der Neuauflage allerdings auch geändert werden. So gibt es ein Schild, auf dem steht, wie der nächste Wagon (z.B. Speisewagen) heißt. Die Auflösung war damals aber so schlecht, dass man das Schild nicht lesen konnte. In der Remaster-Version ist es aber erkennbar: Die Designer haben das Speisewagen-Schild damals überall angebracht - weil man es ohnehin nicht lesen konnte. Doch jetzt steht überall im Zug "Speisewagen", was falsch ist und geändert werden muss. Auch ein Foto im Schlafwagen muss man ändern, das damals unscharf und nicht zu erkennen war. Das Bild hängt an der Wand und zeigt die Entwickler in einer Bar in Japan beim trinken. In der Remaster-Auflage ist diese Szene deutlich zu erkennen und muss deshalb geändert werden: "Wieso sollte sich jemand ein Foto mit betrunkenen japanischen Typen in einem Schlafwagen in den USA an die Wand hängen, der nach Raccoon City fährt?", fragt Takenaka.

- Damals waren die Spiele laut Takenaka allgemein schwerer als heute. Dieser Old-School-Aspekt ist heute nicht mehr so gut vermittelbar, weil die Leute in der heutigen Zeit Spiele erwarten, die zugänglicher und leichter sind.So besaß die Gamecube-Version von Resident Evil 0 die Schwierigkeitsgrade "Normal" und "Schwer". Als die Wii-Version später erschien, kam ein leichter Schwierigkeitsgrad hinzu. Der "Easy Mode" ist deshalb auch in der Remaster-Version enthalten. Die Fans der Old School Spielerfahrung von Resident Evil, die auch Dark Souls gerne als Herausforderung ansehen und gerne spielen, brauchen sich keine Sorgen zu machen, weil "Normal" und "Hard" auch in der Neuauflage enthalten sein werden.

- Wenn Resident Evil 0 HD Remaster erfolgreich sein wird, dann sind weitere Remaster-Versionen möglich.

Was ist eure Meinung dazu?


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Freitag, 18. September 2015, 12:20

Hört sich doch alles positiv an oder nicht?

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Freitag, 18. September 2015, 13:06

Hört sich sehr gut an. Und es freut mich auch meine These zu den stützenden Säulen der alten Resident Evil Games durch die Aussagen von Takenaka im großen Teil bestätigt zu sehen. Das war eine große Frage die ich mir immer wieder gestellt habe. Ist sich Capcom 2015 überhaupt bewusst was die alten Teile getragen hat? Das Interview zeigt, es ist ihnen bewusst und sie sehen ebenso das Verlangen vieler Fans nach einer Rückkehr zu diesen Elementen.

Jetzt kann man wirklich doppelt sagen: Ein igonieren dieses Wunsches wäre eine bewusste Entscheidung gegen die Fans! Ich bin mehr als gespannt wie sich Capcom in den nächsten 2 Jahren verhalten wird.

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Montag, 21. September 2015, 09:26

4 Tage und noch keine große Diskussion über das Interview hier? Ich bin erstaunt :perdona:

*PUSH*


CanadianMike

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Montag, 21. September 2015, 16:33

Sind halt nicht alle so nerdig wie du :P

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Montag, 21. September 2015, 18:34

Hört sich ausgezeichnet an.

Ich glaube Capcom war sich IMMER bewusst was Resident Evil ist und was wir wollen.
Doch Capcom hat diese Wünsche bewusst ignoriert und versucht auf den Mainstream Zug aufzuspringen.

Resident Evil ist eigentlich ich würde sagen seit Teil 6 in einer richtigen Identitätskrise.
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass mit dem REmake 2 alles wieder besser wird für uns.

Ein RE7 mit kompletter Old-Shool Mechanik wäre ja der Oberhammer.
Allerdings hoffe ich eher auf ein modernes Horror-Game, ist deutlich realistischer.
Dead Space 1 hat es eigentlich ganz gut gemacht...Auch wenn es stark von RE4 abgeguckt hat.
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Montag, 21. September 2015, 19:29

Ich glaube Capcom war sich IMMER bewusst was Resident Evil ist und was wir wollen.
Brauchst du nicht glauben - es ist so. Einige halten Capcom (die Leute dahinter) für extrem dumm. Wäre dem so, wären sie nicht bei Resident Evil 6 angelangt und bringen bald ein Resident Evil 7. Die Leute nehmen vielleicht nicht den Weg, den sich einige wünschen, aber von dumm oder minderbemittelt sind sie seeeehr weit entfernt.
Resident Evil ist eigentlich ich würde sagen seit Teil 6 in einer richtigen Identitätskrise.
Öhm... nein. Wenn du das so meinst, direkt schon ab Teil 4.Teil 6 war wie Teil 4 und 5 nur halt - sollte es auch anders sein - anders. Entweder kam eine Identitätsspaltung ab Teil 4 oder gar nicht.
Allerdings hoffe ich eher auf ein modernes Horror-Game, ist deutlich realistischer.
Dead Space 1 hat es eigentlich ganz gut gemacht...Auch wenn es stark von RE4 abgeguckt hat.
Resident Evil so ähnlich wie Dead Space wäre auch nicht Resident Evil sondern Dead Space, oder, wie du selbst sagtest, ein Resi4-Klon.
Und das hätten glaube ich nur die wenigsten hier gerne. Immerhin ist es dann nicht wie das, was Resident Evil ausmacht.

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Montag, 21. September 2015, 23:04

Ob sich Capcom als Unternehmen darüber bewusst war, ich bin mir nicht sicher. Einzelne Mitarbeiter bestimmt! Mein größtes Problem mit Capcom ist die unglaubliche Geldgier. Sie geben sich nicht zufrieden die besten in einem Genre zu sein sondern wollen soviel wie möglich einsacken und in der oberen Verkaufsliga mitspielen, auch wenn ihre Games dafür garnicht ausgerichtet sind. Dann werden sie einfach solange totprogrammiert bis sie passen. Was dabei rauskommt haben wir mit RE6 erlebt.

Wenn Capcom nun wieder in Richtung old school schwenkt, dann nur weil Hirabayashi mit der Argumentationsgrundlage der HD Remake Verkaufszahlen und der extremen positiven Feedbackwelle den Firmenchefs und Aktionären Säckele voll Geld versprochen hat.


James.Havoc

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Montag, 21. September 2015, 23:22

Zitat


- Nach dem Erfolg von Resident Evil HD Remaster entschied sich Capcom für eine Neuauflage von Resident Evil 0, weil das Spiel viel Hintergrundinfos zu den Vorfällen im Herrenhaus enthält. Das Spiel erklärt viele Mysterien, auf die die Spieler in Residen Evil 1 treffen: Wenn man im Korridor hinter dem Esszimmer auf den Zombie stößt, der einen Toten frisst, erfährt man in Resident Evil 0 wer dieser Tote war und warum er im Herrenhaus ist.


Na da lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Der Grund für die Neuauflage waren die Verkaufszahlen und die naheliegende Umsetzbarkeit des Titels. Alle anderen Teile hätten deutlich mehr Aufwand erfordert. Das hat herzlich wenig mit Informationsgehalt von Zero zu tun.
Abseits dessen weiß man schon seit Teil, wer der arme Tropf ist, der da als Mittagstisch herhalten muss und in Zero erfährt man praktisch nichts über ihn, außer, dass er nicht immer tot war. :ugly:

Zitat


- Über die Gesamtentwicklung der Serie sagt Takenake, dass Resident Evil 4 einen Wendepunkt eingeläutet hat. Der vierte Teil hat die Serie in eine neue Richtung gebracht und viele neue moderne Systeme in der Spielmechanik eingeführt.


Die bekanntlich nicht alle das gelbe vom Ei waren...



Zitat

- Wer Resident Evil erst seit dem vierten Teil kennt, der geht mit der Reihe ganz anders um wie jemand, der schon seit dem Original 1996 mit dabei ist. Capcom sieht in Resident Evil 0: HD Remaster die Chance, gerade den neuen Fans diese Klassiker nahezubringen. Und weil viele dieser Fans die Hardware von damals nicht besitzen, haben sie jetzt die Möglichkeit, die Spiele auf modernen Konsolen zu erleben.


Wer sich RE4 damals für den GC gekauft hat und die Reihe damit kennengelernt hat, der hatte auch die Hardware für Zero.
My two cents: Es werden die Fans der alten Teile sein, die den Löwenanteil der Verkaufszahlen von dieser Neuauflage verursachen werden.

Zitat

- Viele Fans der alten Resident Evil-Klassiker vermissen in den neuen Episoden Dinge, die durch die Modernisierung der Serie auf der Strecke geblieben sind. Deshalb wird oft von den Fans verlangt, dass Capcom zu den Ursprüngen der Reihe zurückkehren soll. Als Beispiel nennt Takenaka die Kamera.


Die ist nur eines von vielen, vielen Elementen. Das Kernproblem bei den neuen Teilen wird immer das Konzept der "fast-paced action" sein. Wirds in RE0 kaum geben. Auch nicht mit Turbolader- Wesker.

Zitat


- Capcom will in Zukunft deshalb mehr von dem bieten, was die Spieler erwarten und sich von dem Publisher wünschen.


Welche Spieler? Das Statement könnten beide Parteien für sich beanspruchen, auch wenn das Interview suggeriert, man wolle künftig mehr auf die OS- Fans zugehen.

Zitat

- Auch die Steuerung sieht Takenaka als Nachteil an, die in den Neuauflage daher angepasst und optimiert wird. Ohne eine moderne Steuerung könnte das Spiel für die Spieler von heute ansonsten frustrierend sein. Abschließend sagte Takenaka, dass eine feststehende Kamera mit Sicherheit ihre Vor- und Nachteile hat, sie aber keinesfalls die einzige Möglichkeit ist, Horror und Atmosphäre zu erzeugen.


So schlimm ist diese Steuerung nun wirklich nicht. Die Steuerung in RE4 war garnicht soviel anders. Sie gab einem nur die Kontrolle über die Kamera. Strafen war nicht drin. Schießen aus dem Lauf heraus auch nicht.


Zitat

- Ein Resident Evil im Weltraum wird es nicht geben. Die Designer bei Capcom sind sich einig darüber, dass die Serie am Ende wäre, wenn sie das machen würden. Resident Evil handelt zwar über Zombies, doch muss die Geschichte bis zu einem gewissen Maß auf der Realität basieren.


Danke. Nun noch ein bisschen auf die Bremse treten, wenn es um maßlos überzogene Actionsequenzen geht.


Zitat

- Damals waren die Spiele laut Takenaka allgemein schwerer als heute. Dieser Old-School-Aspekt ist heute nicht mehr so gut vermittelbar, weil die Leute in der heutigen Zeit Spiele erwarten, die zugänglicher und leichter sind.So besaß die Gamecube-Version von Resident Evil 0 die Schwierigkeitsgrade "Normal" und "Schwer". Als die Wii-Version später erschien, kam ein leichter Schwierigkeitsgrad hinzu. Der "Easy Mode" ist deshalb auch in der Remaster-Version enthalten. Die Fans der Old School Spielerfahrung von Resident Evil, die auch Dark Souls gerne als Herausforderung ansehen und gerne spielen, brauchen sich keine Sorgen zu machen, weil "Normal" und "Hard" auch in der Neuauflage enthalten sein werden.


Tja...das hatte ich weiter oben schon. Vermittle ein weniger zugängliches Spielkonzept an eine äußerst unstete Kundschaft.


Zitat

- Wenn Resident Evil 0 HD Remaster erfolgreich sein wird, dann sind weitere Remaster-Versionen möglich.


Remaster- Versionen stelle ich mir ein wenig schwierig vor. Jeder weitere Teil erfodert weit mehr Aufwand und muss u.a. wesentlich stärker aufpoliert werden.
Outbreal vllt. aber auch das erfordert viel Arbeit. Es sei denn

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Montag, 21. September 2015, 23:36

Was reine Remaster angeht besteht bei mir eigentlich auch nur noch der Wunsch nach Outbreak #1 und #2, am liebsten mit dem eingestampfen #3. Ansonsten bin ich mir auch nicht ganz sicher ob nicht statt Remaster Remake gemeint ist und daher nach einem Erfolg von RE2 auch RE3 und CV in Angriff genommen werden.