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Sa!nt on Trip

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Dienstag, 31. Oktober 2017, 19:47

REC-Review: Resident Evil Survivor



Resident Evil: Survivor (fälschlich häufig als "Gun Survivor" bezeichnet) erschien 2000 als erstes Spin-Off der Reihe. Bei diesem wurde gleich in zweierlei Hinsicht mit der Kernreihe gebrochen: Das bisherige Gameplay mit vorgerenderten Hintergründen wich einem Ego-Shooter mit 3D-Grafik. Fans nahmen dies ausgesprochen übel auf und heute ist dieser Teil meistens nur Serienveteranen bekannt. Aber eins nach dem anderen.

Der Spieler schlüpft in die Rolle einer zunächst namenlosen Figur. Diese hatte zuvor einen Unfall mit einem Helikopter, bei dem auch eine andere Person involviert ist, welche allerdings nicht überlebte. Leider hat der Protagonist sämtliche Erinnerungen verloren, und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf die Suche nach Antworten zu machen. Lediglich mit einer Glock 17 bewaffnet stößt er schon bald auf die ersten Untoten, denn auf der kleinen Insel, auf der er landete, hat sich auch der berüchtigte Umbrella-Konzern breitgemacht, in dessen Zentrale es einen Unfall gab.

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei Survivor um einen Ego-Shooter. Allerdings kann man sich, wie schon bei der Kernreihe, nicht gleichzeitig fortbewegen und zielen, was das Spiel von anderen Genrevertretern unterscheidet. Das war es allerdings auch schon mit den "Besonderheiten", denn Aufgabe des Spielers ist es wie auch bei anderen Shootern, heil ans Ziel zu kommen und sich dabei möglichst vielen Gegnern zu entledigen. Die meisten davon sind aus dem Hauptspiel bekannt, darunter Zombies, Cerberi, Licker, Hunter oder auch dicke Brocken wie der T-003. An einigen Stellen wird der Spieler vor die Wahl gestellt, sich zwischen mehreren Wegen zu entscheiden. Dies hat Einfluss darauf, welchen Gegnern er sich anschließend gegenüber sieht oder welche Sekundärwaffe er erhält. Die Örtlichkeiten umfassen unter anderem eine Kirche, ein Kino, ein Gefängnis oder die örtliche Umbrella-Zentrale.

Eines der Kernelemente der Resident Evil-Reihe waren unter Anderem auch die Rätsel, und die sind hier äußerst simpel gehalten. Neben Gegnern behindern meist nur verschlossene Türen das Weiterkommen und die dafür nötigen Schlüssel sind nicht sonderlich weit entfernt. Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass diese Entschlackung des ursprünglichen Gameplays als früher Vorreiter für die neueren Shooter-Teile der Serie hergehalten hat, denn in den Teilen 4-6 waren die Rätsel ähnlich einfach gestrickt. Das Waffenarsenal beinhaltet mehrere Pistolentypen, eine Schrotflinte, Granatwerfer, Magnum und Raketenwerfer, liegt also in etwa auf dem Level des ersten Teils. Geheilt wird mit Kräutern und Erste-Hilfe-Sprays, zudem gibt es auch hier Dokumente zum Aufsammeln.

Da die Echtzeitgrafik damals noch relativ weit in den Kinderschuhen steckte, ist dieser Teil auch grafisch äußerst schlecht gealtert. Schon damals war das Spiel in dieser Hinsicht keine Leuchte, und das wird heute besonders deutlich. Die Texturen sind äußerst grob gehalten und neigen zu starkem Verschwimmen. Auch die Figuren stechen da nicht sonderlich gut vor. Hier werden nur Retro-Fans durchhalten. Der Sound wurde größenteils aus den Teilen 2 und 3 übernommen, wobei einem die Musik schnell auf den Keks gehen kann. Neben der miesen Grafik hat man allerdings auch bei der KI gründlich gespart. Dies führt dazu, dass einige Gegner wie z.B. Licker und Hunter viel von ihrem ursprünglichen Schrecken verloren haben. Häufig bewegen sie sich kreuz und quer über den Bildschirm und sind daher dankbare Opfer. Aus welchem Grund auch immer greifen sämtliche Opponenten nur an, wenn sie direkt vor dem Spieler stehen. Dadurch kann man sie recht leicht überspringen, was zu einem Shooter aber nicht wirklich passt. Wer die Gamepad-Steuerung nicht mag, kann alternativ auch zu einer Lightgun greifen.

Sowohl in renommierten Fachzeitschriften als auch bei den Fans fiel Survivor knallhart durch. Auch wenn es nur als Spin Off gedacht war, wirkt das Spiel irgendwie unausgereift. Als Arcadespiel bietet es keine Speicherfunktion, allerdings ist es auch nach relativ kurzer Zeit durchgespielt. Lediglich die alternativen Wege bieten da eine Form von Langzeitmotivation. Heute wird das Spiel nur noch in den Regalen von Fans der alten Teile oder Sammlern stehen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sa!nt on Trip« (31. Oktober 2017, 19:54)


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