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Zoe Wesker

Große Böse Wölfin

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Donnerstag, 28. Januar 2016, 19:20

Biohazard Rakshasa 3
Mors certa, hora incerta



Kapitel.1

Leon war müde und diesen Fall mittlerweile leid.
Alle neuen Erkenntnisse, hatten ihn doch kein Stück weiter gebracht. Der D.S.O Agent hatte das Gefühl auf der Stelle zu treten. Er kam einfach nicht voran.
Claire war zurück zu Hause.
Nach ein paar Tagen, duldete Simmons ihre Anwesenheit nicht länger und erlaubte es auch nicht das Kennedy sie bei seinen Ermittlungen mitnahm.
Natürlich war Claire frustriert gewesen, hatte protestiert, aber am Ende konnte sie doch nichts dagegen tun.
Sie ging nach Hause, widerwillig. Und wenn er sich nicht täuschte, war sie wütend auf ihn. Aber Leon konnte an dieser Situation im Moment nichts ändern. Er würde seinen Job verlieren wenn er sie mitnahm und jemand es herausfand. So sehr er die Rothaarige auch mochte, seinen Job bei der Agency würde er nicht aufs Spiel setzen.
Er war schon viel zu weit gegangen als er sie nach England mitgenommen hatte, daran hatte Simmons keinen Zweifel gelassen.
Kennedy konnte nach dessen Aussage froh sein das er nicht schon längst entlassen worden war.
Das er noch arbeiten durfte, hatte er der aktuellen Situation zu verdanken. Nach dem Raccon City Vorfall waren alle Kräfte im Einsatz- Ermittlungen, Schadensbegrenzung und Überwachung.
Im Moment stand er auf Rockfort Island.
Jedes einzelne Gebäude auf dieser Insel, war bis auf die Grundmauern niedergebrannt.
Er fand ein paar verbrannte Leichen, allerdings weit weniger als er erwartet hatte. Keiner der toten Körper sah seltsam aus oder ließ auf andere Weise auf die Kreaturen schließen, die Umbrella angeblich gezüchtet hatte.
Wer auch immer hier aufgeräumt hatte, dieser jemand hatte ganze Arbeit geleistet.
Alles war verkohlt, kein Stein schien mehr auf dem anderen zu stehen.
Kennedy hatte Satellitenbilder vom 26.07.1998 von den Koordinaten der Insel angefordert. Man sagte ihm das es keine Aufzeichnungen gäbe. Er ließ die Sache über einen alten Bekannten prüfen und fand heraus, das es nicht eine einzige Satellitenaufnahme dieser Gegend gab. Jedenfalls nicht mehr. Kennedys Bekannter hatte festgestellt das die Daten gelöscht worden waren, unwiderruflich.
Rockfort Island hatte also unter Beobachtung gestanden. Nachdem die Insel angegriffen worden war, hatte jemand die Daten gelöscht. Falls die Angreifer dafür verantwortlich waren, hatten sie offenbar weit mehr Mittel und Einfluss als Leon erwartet hatte.
Aber vielleicht war die Regierung darin verwickelt. Mittlerweile wusste Kennedy nicht mehr was er glauben oder wem er vertrauen sollte.
Die ganze Geschichte war so verworren und absurd das logische Schlussfolgerungen kaum noch Platz in seinen Ermittlungen hatten. Viren brachen aus, Tote wurden wieder lebendig, Städte wurden dem Erdboden gleich gemacht, Freunde ermordet, Daten vernichtet oder verschleiert.
Leon sah sich selbst als Patrioten und er wollte nicht glauben das die Regierung des Landes für die er arbeitete, darin verwickelt war. Aber er war keiner dieser blinden Patrioten und langsam gingen ihm die Ideen aus.
Besaß dieser Viktor Darius, der sich selbst Trent nannte, wirklich so viel Macht und Einfluss?
Der Agent wusste es nicht, aber die Möglichkeit bestand.
Vielleicht legte er sich bei seinen Ermittlungen wirklich mit jemandem an, der die U.S.A als Spielfeld für seine brutalen Schachzüge benutzte.
Die Ereignisse hatten für Chaos im ganzen Land gesorgt. Die Börse war zusammengeklappt, das Land blutete. Umbrella war eine der größten Firmen des Landes gewesen, das Geld der Corporation war der Grundstein und die Basis vieler kleiner und größerer Städte gewesen. Von heute auf Morgen war dieser Grundstein verpufft und hatte ein gähnendes Loch in den Staatskassen hinterlassen.
Leon kam auf eine Idee.
Der Agent nahm sein Mobiltelefon zur Hand, doch dann hielt er inne. Er war sich nicht sicher ob er Simmons vertrauen sollte, aber der N.S.A Agent kam vermutlich am schnellsten an die begehrten Informationen die er wollte.
Mit einem Seufzen wählte er nach kurzem Zögern doch noch Simmons Nummer.
Was er vorhatte war ein Schuss ins Blaue, aber manchmal traf so ein Schuss ganz unverhofft ins Schwarze.


Die Bäume standen hier dich an dicht, Lichtungen gab es kaum.
Es war noch früh am Morgen, als sich Wesker bereits mitten in den Wäldern befand. Laut Adas Informationen war Trents Unterschlupf hier ganz in der Nähe. Er hatte die Koordinaten bald erreicht, zwei Stunden schätzte er.
Er bewegte sich in normaler Geschwindigkeit, er wollte nicht versehentlich Späher oder Wachleute auf sich aufmerksam machen. Wenn er wie ein Berserker durch das Unterholz raste, würde er unweigerlich entdeckt werden.
Bei diesem Vorhaben war der Überraschungsmoment von besonderer Wichtigkeit.
Eine innere Unruhe die Albert erfasst hatte, machte ihm zu schaffen. Er konnte dieses Gefühl nicht wirklich zuordnen und hatte im Moment eigentlich auch keine Zeit um sich darauf zu konzentrieren. Aber dieses Gefühl war so penetrant das er es einfach nicht ignorieren konnte.
In Gedanken ging er der Sache widerwillig auf den Grund, er versuchte es zumindest.
Fast wie von selbst, wanderten seine Gedanken zu Zoe. Er dachte an ihr seidiges Braunes Haar, die grünen Augen, den herrlichen Duft ihres Körpers.
Wesker seufzte als ihm klar wurde was in ihm vor sich ging- Albert vermisste Marsters.
Noch nie zuvor hatte er eine solche Bindung zu einem Menschen gehabt. Offenbar gab es unterschiedliche Phasen oder Stadien der Entwicklung einer solchen Beziehung.
Jedenfalls hatte er darüber gelesen, in unterschiedlicher Ausführung, die Erfahrung hatte er aber bis Zoe in sein Leben kam, nie persönlich gemacht.
Wieder ein neues Gefühl, diese Sehnsucht wenn er nicht in ihrer Nähe sein konnte, so wie in diesem Moment.
Es war nicht einfach nur der Wunsch sie zu sehen, es war ein regelrecht beklemmendes Gefühl.
Ein dumpfer Druck auf seinem Brustkorb, er spürte deutlich das ihm etwas fehlt, etwas wichtiges.
Wesker knirschte mit den Zähnen. Ohne es gewollt zu haben, war die ganze Sache viel tiefer gegangen. Die ehemalige Rekrutin hatte eine Wichtigkeit in seinem Denken eingenommen die gefährlich war.
Die Eifersucht gegenüber dem Ranger den er in seiner Wut brutal ertränkt hatte war schon ein untrügliches Zeichen gewesen. Er hatte ihr sogar gesagt das sie mehr für ihn war als hin und wieder etwas Spaß im Bett.
Warum hatte er das getan? Weil es die Wahrheit war?
Das war hieß nicht unbedingt das ein solches Geständnis deswegen besonders klug war. Im Gegenteil.
Sein Verstand beschäftigte sich mittlerweile zu sehr mit Dingen die er immer als irrational und unwichtig abgetan hatte. So wie jetzt.
Der Gedanke sie könnte ihn verlassen oder aus irgendeinem anderen Grund aus seinem Leben verschwinden, löste eine unlogische und unwillkommene Panik in seinem Bewusstsein aus.
Eifersucht und Verlustangst waren Stolpersteine, Hindernisse, dessen war er sich bewusst und doch empfand er beides, gegen seinen Willen. Und jedes dieser Gefühle war durch seinen besonderen Zustand, durch Progenitor intensiviert.
Albert hatte das dringende Bedürfnis jetzt sofort mit Zoe zu sprechen, sie zu kontaktieren. Aber er hatte eine wichtige Mission vor sich. Davon abgesehen konnte er sich gar nicht erreichen, jedenfalls nicht von hier- Kein Signal.
Wesker ärgert sich über sich selbst, weil er so dringend das Verlangen verspürte ihre Stimme zu hören.
Unwillkürlich drängte sich ihm eine weitere Frage auf: Dachte sie auch ihn? Vermisste Zoe ihn, so wie er sie?
Er wusste es nicht, aber spürte überdeutlich den Wunsch danach es zu wissen.
Im Grunde war er sich bewusst das sie ihm verfallen war und dennoch plagten ihn diese Unsicherheiten.
Albert hasste diese Schwächen, aber er wusste dass er nicht mit Zoe zusammen sein konnte ohne eben diesen zu erliegen.
Aber jetzt musste er sich konzentrieren, jede Ablenkung konnte gefährlich sein, vielleicht sogar tödlich enden. Er kam seinem Ziel immer näher.
Wesker musste sich später mit diesen Gedanken befassen.
Liebe, stellte er nüchtern fest, hatte etwas selbstzerstörerisches an sich- Ablenkung, irrationale Ängste, emotionale Abhängigkeit...


Es war still in der Hütte.
Rebecca und Zoe waren allein. Sie saßen beide in der kleinen Küche am Esstisch mit einer Tasse heißem Tee in der Hand.
„Was glaubst du wie lange es dauern wird?“, brach Chambers die Stille mit ihrer hellen Stimme.
Marsters blickte von ihrer Tasse auf und in Rebeccas kindliches Gesicht.
„Das weiß ich nicht. Albert sagte er würde es so schnell erledigen wie möglich, er sagte aber auch das es Tage, vielleicht sogar Wochen dauern könnte“
Rebecca seufzte.
„Meine Familie wird sicher schon krank vor Sorge sein“
Zoe schwieg. Sie wusste das dem mit Sicherheit so war. Aber es half nichts darüber zu lamentieren und vor allem anderen, half es nicht gegen das schlechte Gewissen das sie plagte.
Albert hatte auf Zoes drängen hin Rebecca noch nicht getötet. Aber er würde es tun, wenn er zurück kam, daran hatte er keinen Zweifel gelassen.
Er hatte ihr einen Aufschub gewährt und das würde Wesker kein zweites Mal tun.
Die beiden Frauen blickten einander stumm an.
Marsters fragte sich ob Chambers ahnte das Albert nicht vorhatte sie weiterhin mitzuschleppen, wenn er zurückkam.
Vielleicht vermutete sie es, vielleicht aber auch nicht. Im Moment jedenfalls machte sie keine Anstalten zu fliehen. Aber das konnte sich durchaus noch ändern.
„Worüber denkst du nach?“, durchbrach Rebecca erneut die Stille.
Zoe fühlte sich in ihren Gedanken ertappt, versuchte aber neutral zu wirken.
„Vieles“, sagte sie ausweichend „Was in Raccoon City passiert ist, wo die anderen sind und ob sie noch leben“
Die zierliche, kleine S.T.A.R.S Rekrutin sah Marsters durchdringend an.
„Was ist eigentlich mit Jill passiert? Sie war zuletzt mit dir unterwegs“
Zoe biss sich heftig auf die Zunge, dachte darüber nach was sie antworten sollte. Die Wahrheit über Valentines Ableben zu sagen war mit Sicherheit keine gute Idee.
„Sie hat es nicht geschafft. Sie starb im R.P.D. Tut mir leid“
Rebecca schluckte, nickte schließlich und meinte: „Eigentlich bin ich nicht überrascht, ich hatte nicht erwartet das sie es geschafft hat, wenn ich ehrlich bin“
Marsters wich ihrem Blick aus und starrte auf die mittlerweile leere Teetasse in ihren Händen.
„Wie ist sie gestorben?“, hakte Rebecca nach.
Mit dieser Frage hätte sie rechnen müssen. Hatte Zoe eigentlich auch, aber trotzdem hatte sie keine gute Antwort parat.
Als sie nicht antwortete sagte Chambers: „Er hat sie getötet oder? Wesker war es“
„Das war bevor ich darauf Einfluss nehmen konnte. Albert und ich standen uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht so nahe wie jetzt. Die Dinge haben sich verändert“
Rebecca schnaubte.
„Das ändert nichts an den Tatsachen. Jill ist tot und Wesker hat es getan“
Zoe blickte mit kühlem Blick von ihrer Tasse auf.
„Das weiß ich, Rebecca, ich stand direkt daneben und konnte nichts dagegen tun!“, knurrte die Brünette mit den grünen Augen.
„Du hattest damals noch Angst vor ihm, oder?“
Marsters blinzelte. Eigentlich wollte sie nicht darauf antworten, aber sie tat es.
„Ja“
Rebecca schüttelte nachdenklich den Kopf.
„Wie seid ihr euch so nahe gekommen? Ich meine er hat dich entführt, bedroht... bist du sicher das er dich nicht doch noch irgendwann tötet?“
Zoe knirschte mit den Zähnen.
„Ich weiß nicht wie es passiert ist, es ist einfach geschehen. Und nein, wird er nicht. Er hat auch dich und Chris nicht getötet und zwar mir zu Liebe“
Bei der Erwähnung von Chris, schien Rebecca auf ihrem Stuhl in sich zusammen zu sacken.
„Dieses kranke Miststück...“, murmelte sie und blickte auf ihre Tasse.
„Ich gehe davon aus du redest von Alex Wesker“, merkte Zoe an.
Chambers blickte nicht auf, aber sie nickte.
„Du mochtest ihn sehr, nicht wahr? Es tut mir leid das du ihn verloren hast, er war einer von den Guten“
„Das war er allerdings. Stur und hitzköpfig, aber einer von den Guten“, erwiderte Rebecca mit einem wehmütigen Lächeln.

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Freitag, 5. Februar 2016, 13:24



Kapitel.2

„Sie wollen was wissen?“, fragte Simmons ungläubig.
„Börseninformationen. Im Zeitraum von einem Jahr vor dem Vorfall in Raccoon City, alle Aktienbewegungen Umbrellas. Vielleicht hat irgendjemand sehr viele davon abgestoßen, Geld gemacht bevor die Firma durch den Virus alles verloren hat“
„Agent Kennedy, ist das nicht ein bisschen wage?“
Leon seufzte.
„Ja, ein Schuss ins Blaue. Aber es ist ja nicht gerade so, als hätte ich massenweise Informanten an der Hand“
Simmons lachte leise.
„Ja, ich verstehe was sie meinen.
Nun gut, geben Sie mir etwas Zeit, ich lasse Ihnen die Informationen so schnell wie möglich zukommen“
Nach Beendung des Gesprächs, steckte Agent Kennedy sein Mobiltelefon wieder ein, schritt weiter zwischen den Trümmerfeldern Rockfort Ilands entlang.
Seine ernsten Augen tasteten aufmerksam die Umgebung ab, die ausgebrannten Ruinen.
In einem Haufen aus verbranntem Material, das sich größtenteils in Ascheschichten verwandelt hatte, entdeckte er etwas das seine Aufmerksamkeit fesselte.
Ein Schädelknochen, der entfernt an einen menschlichen Schädel erinnerte, allerdings war dieser hier seltsam deformiert.
Der Kiefer schien zu groß für den Schädel zu sein, der Unterkiefer fehlte und lag vermutlich ebenfalls irgendwo in dem Aschehaufen.
„Sir, haben sie etwas gefunden?“
Leon drehte sich um, der Hubschrauberpilot welcher ihn hergebracht hatte kam auf ihn zu. Ein junger Mann, groß und breitschultrig, allerdings passte sein sehr jungenhaftes Gesicht nicht zum Rest seines doch recht wuchtigen, muskulösen Körperbaus.
Als der junge Agent Benjamin Carter schließlich vor Leon stand, wanderte sein Blick unruhig über die Umgebung. Aus seinem Gesicht sprach deutliches Unbehagen.
Leon konnte es dem Piloten nicht verdenken, dieser Ort bescherte Kennedy ebenfalls eine Gänsehaut.
„Ja und nein“, antwortete der ältere Agent schließlich.
„Was bedeutet das?“
Leon deutete auf den Schädel in der Asche.
„Was ist das?“
„Etwas das vielleicht zumindest als Beweis für Umbrellas Machenschaften auf dieser Insel herhalten könnte. Ich werde es ins Labor schicken. Allerdings sind die Spuren die ich gehofft habe zu finden anscheinend nicht vorhanden“
„Verstehe“, entgegnete Carter schlicht.
Etwas hatte sich in dem Ausdruck des Piloten verändert, auch seine Haltung.
Leon spürte es instinktiv, trotzdem reagierte er zu spät.
Carters Arm schnellte nach vorn, mit der geschlossenen Faust traf er Leons Brustkorb wie eine Abrissbirne.
Kennedy wurde von der Wucht des Schlages von den Füßen gerissen und in die Asche auf den Schädel katapultiert.
Leon keuchte, schnappte nach Luft, der Schlag und die Landung auf seinem Rücken, hatte ihm alle Luft aus den Lungen getrieben. Er sah Sternchen, war benommen, fühlte sich als wäre er gerade von einem Lastwagen gerammt worden.
Eins musste man dem Milchgesicht lassen, er schlug zu wie ein Vorschlaghammer.
Noch bevor Leon eine Entscheidung treffen, geschweige denn reagieren konnte, nahm Carter ihm seine Waffe ab.
„Das ist nichts persönliches, Agent Kennedy“, murmelte er und lud die Waffe durch die er dem Agenten am Boden gerade abgenommen hatte.
Leon sah benommen auf und blickte direkt in den Lauf seiner eigenen Waffe.


Ana wusste das es eigentlich ihre Pflicht war, ihren Bruder zu warnen.
William hatte deutlich gemacht das er nicht hinter Viktor stehen würde, sollte Albert, der Mann aus dessen Genen er geklont worden war, hier auftauchen.
Will hatte angemerkt, dass er Ana beschützen würde, komme was wolle, aber nicht Viktor.
Sie wusste das er nicht mehr loyal war, dass er ihren Bruder nicht mehr unterstützen würde, vermutlich hoffte er sogar das Albert Wesker hier auftauchte. William hatte kein Verständnis für das Ziel, das große Ganze, schon lange nicht mehr und wenn Ana ehrlich zu sich selbst gewesen wäre, hätte sie sich eingestehen müssen, dass sie selbst auch schon lange nicht mehr daran glaubte.
Zu viele Menschen waren gestorben, angeblich um die Welt vor dem zu retten was Umbrella in ihren Laboren zusammengebraut hatte.
Der Preis war zu hoch, es hätte andere Wege geben müssen, aber Viktor blieb stur auf seinem sehr eigenwilligen Pfad den er als die Rettung der Welt betrachtete, aber Ana wusste es besser. Dies war ein Rachefeldzug und zunächst hatte sie all dies ebenso gewollt wie ihr Bruder... doch mittlerweile sah sie die Dinge anders.
Nichts was sie taten konnte ihnen ihre Eltern zurückbringen, ihre verkorkste Kindheit ungeschehen machen.
So ruhig Viktor nach außen auch wirkte, seine Wut zerfraß ihn von innen heraus.
Albert Wesker war die letzte Schlüsselfigur.
Sie hörte etwas hinter sich und fuhr erschrocken herum.
Für einen kurzen Moment begann ihr Puls zu rasen, bis William näher kam und sein Gesicht von dem spärlichen Licht ihrer Kerze erhellt wurde. Für einen Moment hatte sie ihn für Albert gehalten.
Ein paar eisblaue Augen blickten sie an.
„Du hast Angst“, stellte Will nüchtern fest.
„Ich habe mich nur erschrocken, ich habe dich hier nicht erwartet“, gab sie zurück und versuchte durch reine Willenskraft ihr Herz dazu zu bringen wieder einen Takt langsamer zu schlagen.
Ein kurzes Schmunzeln tauchte auf Williams Gesicht auf.
„Du dachtest ich wäre er“
„Was ist daran so erheiternd?“, fragte sie ein wenig gereizt.
„Es beweist das du sehr genau weißt was uns hier erwartet wenn er auftaucht, ich hatte also recht“
„Du bist ganz schön selbstgefällig“, brummte sie und wandte sich ab, blickte wieder aus dem Fenster in die verregnete Nacht hinaus „Vielleicht bist du deinem Genspender doch nicht so unähnlich“
„Vermutlich, es liegt jedenfalls nahe das abseits des Aussehens nach und nach andere Ähnlichkeiten hervorkommen könnten“, gab William ungerührt zurück.
Er stand immer noch da, machte keine Anstalten zu gehen, sie spürte das er sie anstarrte.
Eine Weile lang herrschte Schweigen, doch schließlich sagte sie mit einem Seufzen: „Seit wir in Main angekommen sind, gab es kaum einen Tag an dem es nicht geregnet hat“
„Drückt das Wetter auf deine Stimmung?“, fragte er neckisch.
Ana zuckte mit den schmalen Schultern.
„Für gewöhnlich nicht, aber der Himmel ist jetzt schon seit Wochen so grau“
„Laut Wetterbericht wird sich das vorerst auch nicht ändern“
„Wie aufmunternd“
„Soll ich dich anlügen?“
Ana lächelte.
Sie drehte sich zu ihm herum und blickte in sein ebenmäßiges Gesicht.
„Versuch es doch mal“
„Morgen haben wir klaren Himmel und Sonnenschein bei angenehmen 25 Grad, du kannst die Badesachen auspacken“, sagte er trocken.
Sie lachte, während er sie mit hochgezogenen Brauen musterte.
Sein Humor war äußerst trocken und direkt.
William trat näher an Ana heran, so dicht das sie sich plötzlich verunsichert fühlte. So nah war er ihr noch nie gekommen, jedenfalls nicht beabsichtigt.
„Du bist nervös“, meinte er sachlich.
Sie blickte unsicher zu ihm auf.
„Ein bisschen“, gab sie zu.
Ana wusste es würde nichts bringen ihn anzulügen, eine weitere Sache die er von Albert geerbt hatte, waren dessen nahezu beängstigend ausgeprägten Sinne und seine Intuition. William roch eine Lüge fünf Meilen gegen den Wind.
„Warum?“, fragte er neugierig als auch prüfend.
Sie gab ein nervöses Lachen von sich und entgegnete ihm: „Du rückst mir ganz schön auf die Pelle“
Will musterte ihr Gesicht noch für einen Moment, dann machte er einen Schritt zurück.
„Besser?“
Beinahe hätte sie „Nein“ gesagt, aber sie hielt den Mund und nickte stumm.
Sie durfte diese Gefühle nicht zulassen, sie durfte sie nicht zeigen, ihnen nicht nachgeben. Sobald William oder schlimmer noch, Viktor, mitbekam das sie sich zu dem Klon hingezogen fühlte, war sie vermutlich in Schwierigkeiten.


Zoe wachte auf, sie war früh am morgen aufgestanden, hatte sich mit dem eiskalten Wasser das mit einem Generator aus einem Brunnen gepumpt wurde geduscht und sich noch einmal auf das Sofa im Wohnraum gelegt.
Die alte Hütte war zugig, und ihre Haare waren noch nass, sie fror, aber dennoch war sie wieder eingeschlafen.
Sie mussten den Sprit für den Generator sparen, da sie nicht wussten wann Albert zurück kommen würde.
Rebecca hatte weit weniger Schwierigkeiten mit ihren kurzen Haaren, sie trockneten schnell. Zoes langes, volles Haar hingegen, brauchte bei diesem Wetter einen ganzen Tag um vollkommenen zu trockenen, ohne die Hilfe eines Föhns.
Marsters setzte sich auf, blickte sich um und stellte fest das Chambers nicht mehr in ihrem Bett lag und auch sonst im Wohn- Schlafbereich nicht aufzufinden war.
Sie stand hastig auf, ging zum Badezimmer, doch auch dort war die kleine Rekrutin nicht zu finden.
„Scheiße...“
Eilig nahm sie ihre Jacke, zog sie an und schlüpfte in ihre Stiefel.
Sie holte die Waffe aus dem Küchenunterschrank, die Wesker hier dagelassen hatte, steckte sie ein und eilte nach draußen.
Keine Panik, vielleicht geht sie nur ein bisschen spazieren oder so was... ich hätte sie fesseln sollen, ich hätte einfach auf Albert hören sollen...
Genau das wovor Wesker sie gewarnt hatte, schien passiert zu sein. Rebecca wollte ihr Glück versuchen, sie war mitten im Nirgendwo abgehauen.
„REBECCA?!“
Abgesehen davon das sie Albert ganz sicher nicht erklären wollte das Chambers ihr entwischt war, wollte sie hier draußen auch verdammt noch mal nicht allein bleiben.
Natürlich bekam Zoe keine Antwort.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Zoe Wesker« (5. Februar 2016, 13:29)


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Montag, 8. Februar 2016, 12:03



Kapitel.3

Das Herrenhaus war dort wo es sein sollte. Adas Tip, die Koordinaten die sie Wesker gegeben hatte, stimmten also.
Albert beobachtete das Haus erst einmal aus sicherer Entfernung.
Es gab ein paar Wachleute, bis an die Zähne bewaffnet, allerdings waren es weit weniger als er erwartet hatte. Offenbar fühlte Trent sich sicher, er schien nicht zu glauben das er gefunden werden könnte.
Überraschung, arroganter Drecksack...
Wesker bewegte sich langsam und so leise wie möglich durch das Unterholz auf das Herrenhaus zu.
Er kam nahe genug um die Unterhaltung zweier Wachleute zu hören, die sich über belangloses Zeug austauschten, nichts von Interesse. Einer von ihnen zündete sich eine Zigarette an, nahm einen tiefen Zug und stieß den bläulichen Dunst durch die Nase wieder aus.
„Das Zeug bringt dich irgendwann um“, meinte sein Kollege.
Albert lächelte, er würde sicher schneller sein als die Glimmstängel.

Ana stand am Fenster und blickte hinaus.
Der Himmel war noch immer grau, aber es regnete nicht.
Sie hörte Stimmen und blickte nach unten. Vor dem Haus standen zwei der Wachleute ihres Bruders und unterhielten sich, einer von ihnen rauchte eine Zigarette.
Im nächsten Moment geschah etwas, dass sie kaum wahrnehmen konnte. Ein dunkler Schemen raste aus dem Unterholz hervor, auf die Männer zu, dann war er verschwunden, so schnell wie er gekommen war.
Die beiden Wachleute lagen am Boden, ihre Hälse waren seltsam verdreht, ihre Genicke gebrochen.
Anas Puls begann zu rasen.
Sie hatte nichts erkennen können, trotzdem wusste sie was passiert war.
Albert Wesker, er war hier, er hatte sie gefunden.
Hastig wandte sie sich vom Fenster ab, rannte hinaus in den Flur.
„Viktor! William!“, rief sie aufgeregt.
Unten aus der Halle drangen tumultartige Geräusche nach oben. Wesker war bereits im Haus, schaltete weitere Wachleute aus.
Panik bemächtigte sich ihres Verstandes. Kopflos rannte Ana in das Büro ihres Bruders, dorthin wo sie William und ihn zuletzt gesehen hatte.
Die beiden Männer waren noch immer dort.
Viktor schien sie gehört zu haben, er lud gerade seinen Revolver.
„Damit wirst du nicht viel ausrichten“, sagte William ihm nüchtern.
Trent ignorierte ihn, blickte zu Ana und winkte sie zu sich heran.
„Du bleibst hinter mir“, sagte er und schob sie hinter sich in eine Ecke zwischen zwei Regale.
Viktors üblicherweise gelassene, äußere Ruhe, war nicht mehr vorhanden. Er war sehr blass geworden, der Schweiß stand ihm auf der Stirn, seine ganze Haltung zeigte offen seine Furcht.
Sie hörten ein paar Schüsse, Schreie, dann war es plötzlich still.
Beinahe beiläufig war William näher an Ana herangerückt, stand zwischen ihr und Viktor, der den beiden den Rücken zugekehrt hatte und angespannt die Tür seines Büros im Auge behielt.
Als die Tür aufgestoßen wurde, feuerte Viktor seinen Revolver ab, aber da war niemand.
Ana hörte einen weiteren Schuss und sah wie ihr Bruder mit ungläubigem Gesichtsausdruck zu Boden ging.
Völlig konfus und verängstigt, starrte sie auf das Einschussloch in seiner Brust.
Sie wandte den Kopf und sah das Albert Wesker mitten im Raum stand, er war so schnell hereingekommen, dass sie es gar nicht gesehen hatten.
Ana wollte zu ihrem sterbenden Bruder, er röchelte Blut, Wesker hatte seine Lunge getroffen.
William ließ sie allerdings nicht zu ihm, zerrte sie wieder zurück und hinter sich.
Es dauerte nur ein paar sehr kurze Augenblicke, bis Viktor sich nicht mehr rührte.
Albert blickte die beiden an, er war offenbar überrascht... sich selbst zu sehen.
„Wer zum Teufel bist du?“, fragte er rau.
„Man nennt mich William. Ich wurde aus einer DNA-Probe von dir erschaffen“

Wesker musterte sein Gegenüber.
Das war allerdings eine Überraschung und keine angenehme.
Trent hatte also seine DNA gestohlen und verwendet um einen Klon zu erschaffen. Vielleicht hatte er gehofft das er den perfekten Bodyguard abgeben würde. Offenbar hatte er sich geirrt, dieser William hatte keinen Finger gerührt um ihm zu helfen, aber er stellte sich schützend vor diese Frau, die Wesker nicht kannte.
„Wer ist die Frau?“
„Spielt das eine Rolle?“, antwortete William mit einer Gegenfrage.
Wesker hatte weder die Zeit noch die Geduld für Spielchen.
„Beantworte meine Frage, du billige Kopie“, knurrte er trocken.
Falls William sich beleidigt fühlte, zeigte er es jedenfalls nicht.
„Sie ist mein Schützling“
Wesker zog die Brauen hoch.
„Wie ist ihr Name? Warum beschützt du sie?“
Sein Gegenüber zögerte, doch schließlich antwortete er: „Vermutlich aus einem ganz ähnlichen Grund aus dem du diese Zoe beschützt“
Albert seufzte.
„Meinen Geschmack scheinst du mit den Genen nicht übernommen zu haben“, sagte er trocken.
Die Frau mit dem schwarzen kinnlangen Haaren war ganz hübsch, blasse Haut, rosige Lippen, wohlgeformt... aber sie passte nicht in sein Beuteschema, irgendetwas fehlte ihr... sie war nicht Zoe.
William zuckte ansatzweise mit den Schultern.
„Dann müssen wir uns deswegen schon mal nicht streiten“, merkte er trocken an.
Albert schnaubte.
„Warum hast du nicht eingegriffen?“, fragte er schließlich.
„Um Viktors Leben zu retten? Weil wir schon seit einer Weile unterschiedlicher Meinung waren. Seine Vorgehensweise erforderte zu viele Opfer, er war zu destruktiv als das ich seine Motive hätte unterstützen können. Abgesehen davon hast du mich überrascht“
Ein leises Schluchzen ertönte hinter William.
Er blickte kurz über seine Schulter zu Ana, dann wieder zu Wesker.
„Sag ihr sie soll damit aufhören, dass ist nervtötend“
„Du hast gerade ihren Bruder getötet“
Albert zog die Brauen hoch.
„Trent hatte also eine Schwester? Interessant“
William baute sich vor Ana auf, was Wesker dazu brachte zu schmunzeln.
„Ruhig bleiben. Mein Interesse galt Viktor, seine Schwester ist mir ziemlich egal. Aber was mache ich jetzt mit dir? Ich weiß nicht recht ob ich mich dabei wohl fühlen kann, wenn ein Abbild von mir frei herum läuft“

Es war genauso gekommen wie William gesagt hatte.
Wesker hatte sie alle gefunden, Viktor war tot und William beschützte sie.
Ana konnte noch gar nicht fassen das ihr Bruder tot am Boden lag, kaum drei Meter von ihr entfernt, in seinem eigenen Büro.
Die junge Frau hörte die beiden Männer reden, mit ihren identischen Stimmen, sie benutzten zu einem großen Teil sogar dieselbe Betonung.
Ana stellte nach einem kurzen Blick an William vorbei fest, dass die Geschichten die sie über Weskers Augen gehört hatte, zutreffend waren. Er hatte rot leuchtende Augen mit einer senkrecht geschlitzten Pupille, wie ein Reptil oder ein Drache.
Es war erstaunlich wie viel dieses Detail ausmachte, wie sehr es die beiden Männer zu unterscheiden schien. Alberts Gesicht wirkte sehr viel düsterer, bedrohlicher, obwohl es bis auf die Augen absolut identisch mit dem von William war.
Aber das war nicht alles. Ana hatte ein Gespür, eine Intuition für Persönlichkeiten und sie spürte etwas das Wesker zu umgeben schien, unter der Oberfläche brodelte.
Es war dunkel und gewaltbereit, schlummerte unruhig in seinem Inneren.
Albert Wesker war eine tickende Zeitbombe. Vielleicht hatte Viktor recht gehabt, möglicherweise wäre es das Beste gewesen ihn auszuschalten. Egal ob Albert sich verändert hatte, diese Frau liebte oder nicht, er war noch immer eine Gefahr.
Allerdings verhielt er sich widersprüchlich zu seiner Ausstrahlung, zu dieser seltsamen Aura die Ana an ihm sehen konnte. Wesker wirkte eher neugierig als gewaltbereit. Das verwirrte sie.
„Du könntest uns mitnehmen“, hörte sie William sagen.
Für einen Moment hielt sie den Atem an.
Mitgehen? Alles zurücklassen, einfach weggehen als sei Viktor nie gestorben, mit diesem Mörder reisen?
Aber hatte sie denn eine große Wahl?
Wesker lachte leise.
„Und dann was? Du glaubst doch nicht etwas das wir als Wohngemeinschaft zusammenziehen werden“
William zuckte mit den Schultern.
„Ich dachte an eine vorübergehende Lösung, bis du siehst das wir dir nicht schaden werden“, warf William ein.
Wesker schwieg und schien nachzudenken. Sein Klon beobachtete ihn dabei, ebenso Ana.
Will ergriff wieder das Wort, sachlich und ruhig, aber eindringlich.
„Eines sollte dir klar sein, wenn wir nicht mit dir kommen wird die Sache hier und jetzt entschieden. Ich werde ganz sicher nicht kampflos aufgeben“

Ein Schuss knallte.
Leon zuckte zusammen, schloss automatisch die Augen, erwartete den Schmerz oder gar den direkten Tod, aber er fühlte weder das eine noch das andere.
Er öffnete die Augen, sah wie Carter mit leerem Blick vornüber, in seine Richtung kippte.
Im letzten Moment schaffte es Leon sich zur Seite zu rollen und Carter schlug ungebremst mit dem Gesicht voran auf dem Boden auf. Er regte sich nicht mehr.
Mit wummerndem Herzen lag Leon neben dem Toten. Jemand hatte ihn gerettet, beinahe wäre er gestorben, bei einer eigentlich ungefährlichen Mission.
Warum hatte Carter ihn töten wollen? Für wen arbeitete er? War er vielleicht doch auf einer Spur? War es der verdammte Schädel den er gefunden hatte? Oder wollte man ihn einfach grundsätzlich aus dem Weg haben?
Carter war aufgetaucht, zu ihm gekommen, hatte seinen Posten am Hubschrauber verlassen, kurz nachdem Leon mit Simmons telefoniert und um die Börseninformationen gebeten hatte. Zufall?
Vielleicht hätte er dem N.S.A Agenten doch nicht trauen sollen...
Kennedy fühlte sich von dem Sturz, der Situation und all den Fragen noch benebelt, als er Schritte hörte.
Er drehte sich wieder auf den Rücken, setzte sich auf und versuchte langsam aufzustehen.
„Bleib sitzen, komm erst mal wieder zu dir“, hörte er eine tiefe, wohlbekannte Frauenstimme.
Er blickte auf und sah eine hübsche Frau. Schlank, sportlich, mit kurzem, schwarzen Haar, dunklen Mandelaugen und blutroten Lippen.
Sie lächelte ihn an. Er kannte dieses freche Lächeln nur zu gut. Er hatte einiges erwartet, aber nicht diese Frau.
„Ada?!“
„Hallo Leon, lange nicht gesehen“

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Donnerstag, 11. Februar 2016, 15:44



Kapitel.4

Es war kalt und zu allem Überfluss hatte ein Nieselregen eingesetzt.
Zoes Finger waren bereits steif vor Kälte.
Sie folgte einer Spur von der sie glaubte das sie zu Chambers gehörte, aber bis jetzt hatte sie die kleine S.T.A.R.S Rekrutin nicht eingeholt.
Marsters blickte auf die Armbanduhr, die Wesker ihr gegeben hatte, Zoe war bereits seit einer Stunde auf Verfolgungsjagd durch den Wald.
Nervös wagte sie einen Blick zurück, die Hütte war schon lange nicht mehr zu sehen. Sie fragte sich ob sie den Weg je zurückfinden würde. Aber das spielte kaum eine Rolle, wenn sie Rebecca nicht fand.
Zoe blieb einen Moment stehen, sammelte sich, dachte nach. Der Hubschrauber mit dem sie hergekommen waren, stand ein paar Meilen von der Hütte entfernt, versteckt zwischen Sträuchern die Albert versetzt hatte, damit man das Fluggerät nicht entdecken würde, sollte gegen alle Erwartungen doch jemand hier entlang kommen.
Sie versuchte sich zu erinnern wo genau der Hubschrauber war, woran sie sich orientieren konnte. Chambers konnte nicht fliegen, jedenfalls nicht so weit sie wusste, aber vielleicht war Rebecca dennoch verzweifelt genug es zu versuchen. Es war jedenfalls einen Blick wert.
Zoe entdeckte den kleinen Bach, den sie bei ihrer Ankunft gesehen hatte, folgte seinem Lauf und glaubte bald die Umgebung wiederzuerkennen. Der Hubschrauber konnte nicht mehr weit sein.
Tatsächlich entdeckte sie das Versteck und Chambers die versuchte die Sträucher und Büsche um das Fluggerät herum auszugraben, die Wesker dort platziert hatte.
Zoe zog die Waffe unter ihrer Jacke hervor, entsicherte sie.
„Hör auf!“, rief sie Chambers zu.
Erschrocken sprang Rebecca auf, ihr Gesicht wurde blass.
Sie sprang in den Passagierraum des Hubschraubers, verschwand für einen Augenblick.
Zoe fluchte.
Als sie wieder hervorkam, hatte sie ein M16 Gewehr in den Händen.
Fantastisch...
„Lass die Waffe fallen!“, forderte Zoe die immer noch ihre Pistole erhoben hatte.
„Lass du doch deine fallen!“, fauchte Chambers zurück.
Zoe seufzte.
„Du kannst das Ding doch gar nicht fliegen“
Die kleine Rekrutin starrte sie wütend und entschlossen an.
Sie schien einen Moment lang nachzudenken, dann sagte sie entschlossen: „Aber du kannst es! Du bringst mich hier weg!“
„Nein“, gab Zoe schlicht zurück.
„Ich werde schießen wenn du nicht tust was ich sage!“
Marsters sicherte ihre Pistole und steckte die Waffe wieder unter ihren Mantel zurück.
„Dann kann ich nicht mehr fliegen. Wenn du mich erschießt kommst du nirgendwo hin, du wirst allein sein, hier draußen in der Wildnis, sehr weit entfernt von jeglicher Zivilisation. Du wirst vielleicht versuchen hier weg zu kommen, wirst dich verlaufen, verhungern und sterben, oder in der Nacht erfrieren. Falls du es nicht gemerkt hast, hier liegt stellenweise Schnee, wir haben kaum 2 Grad Celsius“
Rebecca presste wütend die Lippen aufeinander. Eine Träne rollte über ihre blasse Wange.
„Lass mich gehen! Bring mich hier weg!“, fauchte sie.
„Das kann ich nicht, und das weißt du. Es wäre ein zu großes Risiko, du könntest jemandem sagen das wir noch leben, wo wir sind oder wo wir waren“
Rebecca schnaubte, gab ein leises verzweifeltes Geräusch von sich.
„Soll ich für den Rest meines Lebens bei euch bleiben? Stellt ihr euch das so vor?!“
Zoe seufzte erneut.
„Wir arbeiten noch an einer Lösung“, sagte sie ausweichend.
Chambers nahm das Gewehr herunter und warf es in den Dreck.
„Wenn du mir nicht helfen willst, helfe ich mir eben selbst. Ich fliege selber“
Zoe zog die Brauen hoch.
„Viel Spaß, du kannst das Ding ja nicht mal starten“
„Ich werde es kurzschließen!“
Zoe schnaubte.
„Einen Kampfhubschrauber kurzschließen?! Nur zu, aber warte bis ich außer Reichweite bin, wenn du die falschen Drähte verbindest, fliegt dir das Ding um die Ohren“
Rebecca starrte sie an.
„Du redest doch Blödsinn!“
„Das ist ein Hind, der hat süße kleine Raketen an Bord. Wenn du die falschen Kabel kurzschließt, löst du sie vielleicht aus“
Chambers setzte sich in den Dreck zwischen die Sträucher, resigniert starrte sie auf ihre Stiefel.
„Ich werde so oder so sterben“
Zoe schwieg, sie wusste nicht was sie sagen sollte.
„Ich sage dir was passieren wird“ fuhr Rebecca fort „Wesker wird zurückkommen und dann wird er mich töten. Das ich noch lebe liegt nur daran das du ihn überreden konntest oder?! Für wie lange? Macht er es direkt wenn er zurück kommt? Überredest du ihn noch mal mir einen Tag Aufschub zu gewähren?!“
Chambers trat gegen das Gewehr das vor ihr auf dem Boden lag und ließ es durch den Dreck schlittern.
„Wenn ich weglaufe sterbe ich, wenn ich versuche das Ding hier zu fliegen gehe ich wahrscheinlich auch drauf, wenn ich bleibe tötet mich Wesker“
Rebecca stand auf, ging zu der M16 herüber und hob sie mit wütendem Ausdruck auf.
Nervös beobachtete Zoe sie. Marsters wollte sie nicht töten, wollte nicht auf sie schießen, sie ließ ihre Waffe stecken.
„Wenn du mir nicht hilfst, bist du genauso an meinem Tot schuld wie dein geliebter Albert“
Das schlimmste an der Sache war, Zoe wusste das sie recht hatte.
„Aber ich habe nichts mehr zu verlieren, tot bin ich sowieso. Allerdings habe ich die Möglichkeit ihm wehzutun, mich für alles zu rächen was passiert ist und noch passieren wird“
Marsters spürte wie es ihr eiskalt den Rücken hinunter lief.
„Du sagtest er würde dich nicht töten, du glaubst er liebt dich? Gut, dann wird es ihm sehr wehtun, wenn du nicht mehr da bist!“
„Du wirst nicht auf mich schießen“, sagte Zoe leise.
„Ach nein?!“
„So bist du nicht, Rebecca“
„Du weißt einen Scheiß über mich! Wie ich schon sagte, habe ich nichts mehr zu verlieren, ich bin so gut wie tot!“
Chambers legte die Waffe an.
Zoe bewegte sich nicht.
„Willst du dich wirklich soweit treiben lassen?“, sprach sie ruhig, auch wenn ihre Gedanken rasten, ihr heiß und kalt wurde.
Rebeccas Ausdruck war eine Mischung aus brodelndem Zorn und Verzweiflung.
„Welche Wahl habe ich denn? Soll ich mich einfach meinem Schicksal ergeben, dem das Wesker mir zugedacht hat?! Stellst du dir das so vor?“
„Komm schon Becky, ich kann ihn überreden, du weißt das. Ich habe es schon einmal geschafft“, gab Zoe eindringlich zurück.
„Nenn mich nicht so, wir sind keine Freunde! Was ist wenn er genug davon hat?! Was ist wenn er es trotzdem tut, egal was du sagst?!“
Marster blickte die zierliche Rekrutin an und sagte ernst: „Ich werde mich zwischen dich und ihn stellen, er wird die Wahl haben, entweder er lässt dich leben oder er verliert mich“
Chambers Wut schien zu bröckeln.
„Was ist wenn das nicht reicht?“
„Dann sterben wir vermutlich beide“, meinte Zoe leise.
Rebecca blinzelte und ließ die Waffe sinken.
„Ich dachte er würde dich nicht töten“
„So lange ich bei ihm bin vermutlich nicht, aber wenn ich damit drohe ihn zu verlassen, dann geht er wahrscheinlich davon aus das ich ihn verraten könnte“
Rebeccas Augen sahen Zoe flehentlich an.
„Dann lass uns doch verschwinden, flieg uns hier raus“
Marsters seufzte.
„Und wohin? Ich werde gesucht, nicht nur von den Behörden, auch von Trent“
„Wer ist das überhaupt?“
„Ein sehr gefährlicher Mann, Rebecca. Er ist der Grund warum wir uns hier verstecken. Du erinnerst dich sicher daran das er uns seine Männer hinterher geschickt hat um uns alle zu töten. Abgesehen davon wäre dann auch Albert hinter uns her und er findet uns früher oder später auf jeden Fall, davon kannst du ausgehen“
„Also hängt alles von Weskers Wohlwollen ab, ist es das was du mir sagen willst?“, fragte Rebecca resigniert.
„Wohl oder übel, ja“
Chambers ließ die Waffe fallen und setzte sich erneut in den Dreck zwischen die Sträucher vor dem Hubschrauber.
„Sollten wir es nicht wenigstens versuchen?“
Zoe trat näher und ging vor Rebecca in die Hocke.
„Das Risiko bei einer Flucht ist zu groß, es gibt zu viele Faktoren, zu viele Verfolger. Die Wahrscheinlichkeit das ich Wesker überreden kann ist größer als der Erfolg einer Flucht“
Rebecca vergoss ein paar stumme Tränen und starrte auf Zoes Stiefel.
„Ich weiß, mir zu vertrauen fällt dir sicher nicht leicht, aber ich will ganz sicher nicht das du stirbst. Wir finden eine Lösung, spiel einfach mit“


Die Entscheidung war getroffen.
Ana und William hatten sich Albert angeschlossen und waren bereits mit ihm auf dem Weg zurück zu Zoe und Rebecca.
Wesker hatte die beiden aufgefordert wanderfeste Kleidung und Schuhe anzuziehen, bevor sie aufgebrochen waren. Beide trugen dunkle Hosen, Pullover und dazu Wanderstiefel. Sie hatten bereits mehrere Tage gebraucht da sie recht unkonventionell reisen mussten um aus der Sichtweite jeglicher Behörden zu bleiben.
Sie hatten nach vier Tagen den Wald erreicht, das Nirgendwo in Kanada. Sie hatten schon einige Meilen hinter sich gebracht, aber es lag noch immer ein langer Marsch vor ihnen, durch unwegsames Gelände.
Albert lief voraus, direkt hinter ihm lief William und am Ende der kleinen Wanderkette, folgte Ana.
Will blickte immer wieder über seine Schulter, Ana hatte seit sie das Herrenhaus verlassen hatten, kein Wort mehr gesagt. Er ließ sie in Ruhe, weil er glaubte das sie diese Ruhe jetzt brauchte, aber schließlich und endlich, ertrug er die Stille nicht mehr.
„Wie geht es dir?“, fragte er über seine Schulter.
„Ich atme noch“, gab Ana mit leiser Stimme zurück, blickte ihn allerdings nicht an.
„Du bist wütend auf mich“, stellte er fest.
„Du hättest ihm helfen können“
Will schüttelte den Kopf.
„Nein, das hätte ich nicht, ich habe mein volles Potential noch nicht ausgeschöpft, ich war selbst überrascht als mein Bruder plötzlich mitten im Raum stand. Ich weiß das ich auch so schnell sein kann, aber ich habe noch keinerlei Erfahrungen damit gemacht“
„Du hast es ja noch nicht mal versucht“, raunte sie bitter.
William seufzte.
„Bevor ich verstehen konnte was vor sich ging, lag Viktor schon am Boden. Was hätte ich deiner Meinung nach tun sollen? Einen Kampf provozieren und riskieren das du auch getötet wirst?“
Ana schwieg und presste verärgert die Lippen aufeinander. Ihr Haar war nass geworden, das Wetter war schlecht. Es klebte ihr am Kopf, rahmte ihr schönes Gesicht ein, dass noch blasser zu sein schien als sonst.
William wäre beinahe mit Albert zusammengestoßen weil dieser unerwartet stehen blieb und Will noch immer auf Ana konzentriert war.
Albert hatte sich den beiden zugewandt, die ebenfalls gestoppt hatten und ihn fragend anblickten.
„Ihr beide solltet euch zusammenreißen, ich werde euch nicht in meiner Nähe dulden wenn ihr euch gegenseitig anfeindet“
„Ich feinde sie nicht an“, merkte William beinahe empört an.
„Du weißt was ich meine. Wir können das wirklich nicht brauchen, unsere Situation ist auch ohne Trent noch immer heikel genug“, entgegnete Wesker kühl.
„Du hast leicht reden, es war ja nicht dein Bruder der vor wenigen Tagen vor deinen Augen gestorben ist, während du hilflos daneben gestanden hast“, knurrte Ana.
Albert seufzte und sagte: „Dein Bruder war alles andere als unschuldig, er war ein Massenmörder. Er hat Raccoon City infiziert, tausende Menschen sind gestorben, er hat uns gejagt, wollte uns um jeden Preis töten“
„Umbrella hat unsere Eltern getötet!“, brüllte sie ihn in einem plötzlichen Wutausbruch an.
William hielt sie zurück als sie zu Albert wollte.
„Und daran waren auch alle Zivilisten in Raccoon City schuld? Die Cops, Zoe und ich?“, fragte er sarkastisch.
„Was du für Umbrella getan hast war moralisch verwerflich, und Zoe hat dich unterstützt!“
Albert trat einen Schritt näher an sie heran, blickte auf sie herunter, starrte sie in Grund und Boden.
„Ich erinnere dich daran was dein Bruder mir aufgetragen hat, das einzig wirklich verwerfliche das ich getan habe, tat ich in SEINEM Auftrag und du wusstest ebenso davon. Genauso wie du bestimmt davon wusstest was er mit Raccoon City getan hat. Ich mag sicherlich keine weiße Weste haben, das bestreite ich nicht, aber was ihr getan habt geht weit darüber hinaus! Erzähl du mir nichts von Moral! Dein Bruder hat bekommen was er verdient hat, Ende der Geschichte!“
Ana stieß einen wütenden Aufschrei aus, wollte auf ihn losgehen, doch William hielt sie fest.
Sie wusste er hatte recht, was sie nur umso wütender machte.
„Akzeptiere die Wahrheit, dann kannst du das Geschehene verarbeiten“, brummte Albert.
Er drehte sich um und wollte weiter laufen, doch er blickte noch einmal über seine Schulter und sagte: „Ach und noch was, sollte einer von euch Zoe auch nur schräg ansehen, töte ich euch beide“

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Zoe Wesker

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Mittwoch, 17. Februar 2016, 21:13



Kaptiel.5

Leon hatte sich aufgerappelt und starrte Ada an als würde er einen Geist sehen.
„Du lebst also noch“, stellte er fest.
„Du klingst überrascht“
Kennedy schüttelte ungläubig den Kopf und entgegnete: „Ich hab dich damals im Irak bei dem Häuserkampf in den wir hineingeraten waren, aus den Augen verloren. Ich dachte sie hätten dich erwischt“
Die hübsche Asiatin schmunzelte.
„So leicht lasse ich mich nicht töten oder gefangen nehmen. Allerdings geriet ich in Bedrängnis und musste mich zurück ziehen, mir blieb keine Zeit um dich in dem Chaos zu suchen. Als die Unruhen sich für eine Weile gelegt hatten kam ich zurück, du warst nicht mehr dort, deine Einheit war abgezogen worden“
Leon konnte es kaum glauben, aber sie stand wirklich vor ihm, hatte ihm gerade das Leben gerettet... schon wieder.
„Wie ich sehe muss ich immer noch auf dich aufpassen“, merkte sie amüsiert an.
Sie blickte auf den Toten am Boden.
„Wer war der Kerl? Warum wollte er dich töten?“, fragte sie neugierig.
„Wenn ich das nur wüsste. Eigentlich war er mir zugeteilt, er war mein Pilot. Benjamin Carter. Er brachte mich her, damit ich mich hier umsehen kann. Er kam plötzlich zu mir, verließ seinen Posten am Heli, ich zeigte ihm was ich gefunden habe und dann ist es auch schon passiert“
Ada blinzelte, sah von dem Toten zu Agent Kennedy. Seine ernsten, hellen Augen erwiderten ihren Blick.
„Offenbar sollte er verhindern das du etwas findest. Oder das du es weitergeben kannst, solltest du auf etwas stoßen“, vermutete sie.
„Ja, so was in der Art dachte ich mir auch schon. Allerdings ist mir noch nicht klar, wer ihn dazu beauftragt hat, aber ich habe einen Verdacht. Wenn dieser Verdacht zutrifft, bin ich in echten Schwierigkeiten. Der Mann hat Einfluss und ich keine Beweise. Wenn mein Wort gegen seines steht... wird es fraglich sein wie die Sache ausgeht“
„An wen denkst du?“
„Derek Simmons, er ist...“
„Von der N.S.A, ich weiß“ unterbrach sie ihn „National Security Advisor, um genau zu sein“
Leon musterte sie prüfend.
„Woher kennst du ihn?“, fragte er schließlich misstrauisch.
Ada lachte.
„Ich bin nicht bescheuert, ich mache meine Hausaufgaben. Simmons ist einer der Männer die hinter Leuten wie mir her sind. Ich bin eine Söldnerin, schon vergessen? Ich bin an vielen Brennpunkten im Einsatz auch was terroristische Aktivitäten betrifft“
Ja das wusste Leon nur zu gut. Ada war weder gut noch böse, sie war eine Wildcard. Dort wo es etwas zu holen gab war sie zu finden. Wenn sich die Umstände änderten, passte sie sich an, auch wenn das bedeutete dem ursprünglichen Auftraggeber mitten in der Mission den Rücken zuzukehren. Ihr eigener Vorteil war der Fokus, allerdings war sie für Leon ein paar Mal über den eigenen Schatten gesprungen und hatte ihm geholfen, statt dem Profit nachzujagen.
Aber egal wie oft sie ihm half, Ada Wong war mit Vorsicht zu genießen.
„An deiner Stelle würde ich mich nicht mit Simmons anlegen, jedenfalls nicht so lange du nichts handfestes gegen ihn hast. Er wird dich zerquetschen, dich ohne Gnade gegen die Wand fahren lassen“
„Du hattest schon persönlich mit ihm zu tun oder?“, fragte Kennedy lauernd.
Ada seufzte.
„Hierbei kann ich dir nicht helfen Leon“, gab sie unwillig zurück.
„Das beantwortet meine Frage nicht“
Die Asiatin bedachte ihn mit einem kühlen Blick.
Schließlich sagte sie: „Er jagte mich eine Weile, irgendwann saß ich in der Falle. Seine Männer hatten mich eingekesselt, ich war schon seit Tagen auf der Flucht und entsprechend war meine Verfassung. Seine Spezialeinheit hielt mich an einem versteckten Ort fest, bis Simmons persönlich eintraf. Es geschah das was ich vermutet hatte, er machte mir ein Angebot“
Leon horchte auf.
„Welcher Art?“
„Simmons wollte mich lieber benutzen als mich auszuliefern. Er wusste um meine speziellen Talente als Söldnerin und wollte diese nutzen. Er meinte ich würde damit meine Schuld abarbeiten, der heuchlerische Drecksack“
„Was musstest du für ihn tun?“, fragte Leon düster.
„Ein paar Auftragsmorde“, entgegnete sie als hätte er sie zum Müllsammeln verdonnert.
„Welcher Art?“
„Zu einem Teil war es wohl Spurenbeseitigung, unliebsame Zeugen, Leute die zu viel wussten oder ihm zu nahe gekommen waren. Der andere Teil waren strategische Ziele die ihn die Karriereleiter hinauf beförderten“
Leon sammelte sich bevor er fragte: „Eines dieser Ziele hieß nicht zufällig Walther Perkins?“
Ada blickte ihn schweigend an.
„Bitte sag mir das du es nicht warst“
„Ich war es nicht“, gab sie trocken zurück.
„Verdammt Ada, der Mann war einer von den Guten, er hatte Frau und Kinder!“
Sie hielt seinem wütenden Blick stand als sie entgegnete: „Er war ein Auftrag. Mehr brauchte ich nicht zu wissen, jedenfalls sagte Simmons mir das“
Leon starrte sie an, fassungslos und wütend.
„Er war inmitten eines Lagers aus Bundesbehörden und Militär mit einem Präzisionsgewehr erschossen worden, keine Spuren. Ich hätte wissen müssen das du dahinter steckst. Vielleicht habe ich es unterbewusst geahnt, aber ich wollte es nicht wahrhaben“
Die Asiatin erwiderte nichts darauf, blickte ihn stumm an. Aus ihrem Gesicht konnte er nicht lesen, nicht erkennen was sie dachte oder fühlte.
„Womit erpresst er dich? Du läufst doch hier frei herum! Ich glaube nicht das er bei jedem der Attentate hinter dir gestanden und über deine Schulter gesehen hat. Also, was hat er gegen dich in der Hand? Gesucht wirst du so oder so, damit kann er dir wohl kaum gedroht haben“
„Vielleicht hatte er einfach nur ein unwiderstehliches Angebot“, gab sie tonlos zurück.
Leon schüttelte den Kopf.
„Nein, Ada, nein. Du magst eine Söldnerin sein und sicher kein Engel, aber du läufst nicht einfach herum und tötest Familienväter weil das Geld stimmt!“, ereiferte er sich.
Ada blickte ihn kühl an und sagte: „Du scheinst mich nicht so gut zu kennen wie du denkst“
Kennedy wusste nicht welches Gefühl überwog, die Wut, die Fassungslosigkeit oder die Enttäuschung.
Aber was hatte er eigentlich erwartet?
„Theoretisch müsste ich dich jetzt festnehmen“, meinte er düster.
„Theoretisch. Aber nicht praktisch. Ohne mich wärst du jetzt tot“
„Ich kann mein Leben nicht über das von anderen stellen“
Ada seufzte und entgegnete: „Du hast recht, Simmons will dich loswerden, du bist ihm wohl zu nahe gekommen. Eigentlich bin ich hier um sicherzustellen, dass Carter seinen Job erfolgreich beendet“
Leon lief es eiskalt den Rücken hinunter.
„Stattdessen habe ich dich gerettet und mich in Teufels Küche gebracht. Gern geschehen. Aber bilde dir nur nicht zu viel darauf ein“, murrte sie sarkastisch und wandte ihm den Rücken.


Die letzte Befragung war schon einige Tage her.
Spencer lag in einem Krankenhausbett. Sein Zimmer wurde rund um die Uhr bewacht.
Der Alte wusste das es mit ihm zu Ende ging. Seine Kräfte verließen ihn, jedenfalls das Bisschen das er noch hatte. Er würde sterben und dessen war es sich bewusst.
Es dauert nicht mehr sehr lange.
Was hätte er dafür gegeben in einem seiner Herrenhäuser in seinem eigenen Bett zu liegen. Stattdessen siechte er in einem Krankenhaus dahin, bewacht von feindselig dreinschauenden Fremden.
Er hatte geplant ewig zu Leben, sein ganzes Leben hatte er auf dieses Ziel hingearbeitet, hatte Umbrella hochgezogen und die klügsten Köpfe ihrer Zeit zu sich geholt. So viele Erfolge hatten sie erzielt, so viel Unglaubliches erreicht und doch blieb Ozwell Edward Spencer am Ende sterblich.
Albert Wesker, er war ein geglückter Versuch, aber Ozwells Blut konnte Progenitor nicht so verarbeiten wie Alberts. Es geschah einfach nichts, das Projekt hatte keinerlei Einfluss auf ihn oder irgendein anderes Wesen.
Spencer hasste und liebte Albert für das was er war, sah ihn aufwachsen unterstütze ihn.
Diese Wissbegier, seine Stärke, sein Ehrgeiz, all dies hatte er bewundert, an seiner Kreation, seinem im Reagenzglas entstandenem Ziehsohn.
Albert und seine Schwester Alex waren seine Kinder. Allerdings war das Mädchen eher eine Enttäuschung gewesen und das obwohl Alex von klein auf, immer nur ihrem Ziehvater gefallen wollte, im Gegensatz zu Albert, der sich nicht darum scherte wie man ihn sah. Dem jungen Wesker hatte es immer nur interessiert was er erreichen konnte, wie weit er gehen, welche Grenzen er dehnen oder gar brechen konnte.
Das hatte sich bis heute nicht verändert, soweit Spencer das wusste. Er hatte versucht eine Verbindung zu dem jungen Wesker aufzubauen, manchmal schien es, als würde es funktionieren. Aber sobald man Albert zu nahe kam, zog er sich zurück, blockierte sein Gegenüber, ließ ihn nicht an sich heran.
Albert Wesker schien der geborene, einsame Wolf zu sein.
Spencer beneidete ihn für seine Fähigkeiten, für seinen starken Willen, seine Kraft und das ewige Leben das ihm durch Progenitor bevorstand. Alberts Zellregenration war so schnell, mit steigendem Alter immer schneller geworden, dass er irgendwann aufhörte zu altern und Wunden sich in Sekundenschnelle regenerierten.
Der Alte liebte ihn da er selbst ihn erschaffen hatte, als er selbst noch im Labor stand und mitarbeitete, bevor er zu alt wurde um sich dieser Aufgabe zu stellen. Er hasste Albert dafür, dass er all das war, was Spencer hatte werden wollen. Es fühlte sich manchmal für den Alten so an, als hätte Wesker es ihm willentlich weggenommen.
Spencer lauschte auf das rhythmische Piepen der medizinischen Geräte an die er angeschlossen war und hing seinen Gedanken nach, während er spürte das ihn langsam aber sicher, die Lebensgeister verließen.
Er dachte an Alex, die kleine Schwester. Ein intelligentes, hübsches Kind, aber ansonsten nur ein gewöhnlicher Mensch, uninteressant für das Projekt das er im Sinn gehabt hatte.
Mittlerweile bereute er ihr nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Sie war doch ebenso sein Kind wie Albert, oder nicht?
Das Piepen der Maschinen wurde langsamer, die Abstände zwischen den Tönen immer länger. Sein Körper war müde, ließ sich nicht bewegen und diese Trägheit schlüpft nun auch in seinen Verstand und seine Gedanken.
Er hatte sich fest vorgenommen sich zu wehren, er wollte nicht gehen. Aber nun lag er in diesem Bett und es war ihm egal. Das Ende würde ihn erleichtern, keine Jagd nach dem heiligen Gral mehr.
Ich bin so müde...


Nervös schritt sie im Wohnzimmer ihres Apartments auf und ab.
Im Hintergrund plärrten Nachrichten aus dem Fernseher, schon seit Stunden kamen die selben Bilder in unterschiedlicher Form aus derselben Stadt.
„Mittlerweile gibt es genug Augenzeugenberichte und Aussagen von Experten um zu bestätigen das sich der Racoon City Vorfall nun auch in der Kleinstadt Portridge in Ohio ereignet, des weiteren haben wir Berichte aus Manchester, dieselben grauenvollen Bilder. Tote Menschen die nicht tot bleiben und die Lebenden attackieren und fressen“
Die Stimme des Reporters hatte einen zittrigen Unterton.
Claire hob den Blick, und sah zum Fernseher.
Sie konnte Leon nicht erreichen und nach wie vor wusste niemand wo ihr Bruder war oder ob er noch lebte. Agent Vester war von seiner Mission nie zurückgekehrt, dass sagte man ihr als sie ihn aufsuchen und um Hilfe bitten wollte.
Sie hatte das Gefühl in der Luft zu hängen, ohne Antworten ohne Anhaltspunkte.
Wo bist du Leon?! Und wo ist mein Bruder...
Mit zittrigen Fingern wechselte Clair den Sender. Überall kamen Sondersendungen, Sondernachrichten, selbst auf dem Bibelkanal, allerdings gestaltete sich das Programm dort ein wenig anders.
„Dies ist die Apokalypse! Das jüngste Gericht erwartet uns! Ihr Sünder habt dieses Elend über uns gebracht, doch Gott wird die schützen die reinen...“
Claire schaltete um, die selbstgefällige, Stimme des TV-Pfaffen war unerträglich, ganz zu schweigen von dem Nonsens den er von sich gab.
Der nächste Nachrichtensprecher erschien auf dem Bildschirm.
„Die Seuche hatte bereits globale Auswirkungen auf den Aktienmarkt, Finanzkrisen, Aktieneinbrüche. Doch dabei scheint es nicht zu bleiben, die Seuche selbst scheint um den Erdball zu wandern. Außer Raccoon City sind drei weitere Städte in den USA betroffen, die Ursache ist unbekannt, derzeit gibt es kein Statement vom Präsidenten oder den Behörden. Weitere Schreckensbilder der Seuche erreichen uns aus Europa. Manchester versinkt im Chaos und wird derzeit von den dortigen Behörden abgeriegelt. An der Küste Afrikas in Kijuju, einer Kleinstadt Nigerias, soll es auch Vorfälle gegeben haben. Wir berichten sehr bald mit einer Liveübertragung vor Ort“
„Wir sind so was von geliefert...“

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Sonntag, 21. Februar 2016, 12:04



Kapitel.6

„Was soll das heißen du hast eine Nachricht bekommen? Hier draußen hat nichts und niemand Empfang, es sei denn man hat ein Satellitentelefon“, brummte Albert.
Ana funkelte ihn an und hielt ihm ihr Smartphone vor die Nase.
„Und was ist das dann? Eine Einbildung“, fragte sie schnappend.
William nahm ihr das Handy aus der Hand und betrachtete es.
„Das Datum der Erstellung dieser Nachricht liegt bereits fast ein halbes Jahr zurück, aber das Sendedatum ist heute, vor wenigen Minuten“
William drückte darauf, doch sie öffnete sich nicht, stattdessen erschien ein kleines, blinkendes Kästchen.
„Es scheint als ließe sich die Nachricht nur mit einem Passwort öffnen“, sagte er nachdenklich.
„Wer sollte mir eine passwortgeschützte Nachricht schicken?“, fragte Ana perplex.
„Dein Bruder“, antwortete Albert prompt.
„Der ist tot, DU hast ihn umgebracht!“, fauchte sie durch zusammengebissene Zähne.
William legte ihr beruhigend eine Hand auf die schmale Schulter.
„Ich glaube er hat dennoch recht“
Ana blickte ihn unwillig an.
„Das verstehe ich nicht. Wie kann das sein?“
„Sie war darauf programmiert von selbst geschickt zu werden“, antwortete Albert.
Ana schwieg, blickte auf das Display, das kleine Kästchen, dann blickte sie William an.
Seine eisblauen Augen sahen sie mitfühlend an.
„Er hat die Nachricht verfasst, bevor er starb, lange davor und sie programmiert zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschickt zu werden“, vermutete er.
Ana schüttelte ungläubig den schwarzen Schopf.
„Aber warum gerade jetzt? Woher soll ich das Passwort kennen? Er hat mir nichts davon gesagt“
Albert seufzte und trat einen Schritt näher, stemmte die kräftigen, schlanken Hände in die Seiten.
„Ich befürchte es war eine Absicherung, für den Fall das er stirbt, was ja nun passiert ist. Er hat die Nachricht aufgenommen und vermutlich das Sendedatum immer wieder verändert, nach hinten verlegt so lange er lebte. Als er das nicht mehr konnte, wurde sie von selbst gesendet, wie er es geplant hatte“
„Wie soll das gehen, ohne Empfang?!“, fragte sie verstimmt darüber das sich ihr die Zusammenhänge nicht erschließen wollten.
„Dein Mobiltelefon wird sicher modifiziert sein, Viktor wird dafür gesorgt haben du die Nachricht erhältst, völlig egal wo du bist“, mutmaßte Albert.
William nickte langsam, dann sagte er: „Denk nach Ana, du kennst das Passwort sicherlich. Er hätte dir nie etwas geschickt das du nicht öffnen kannst“
Ana schloss für einen Moment die dunkelgrünen Augen und dachte nach, ging in sich.
Sie tippte das erste Wort ein, dass ihr in den Sinn kam. Es funktionierte nicht.
Die junge Frau fluchte leise, lief ein paar Schritte auf und ab, bis ihr das nächste einfiel. Aber auch das schien es nicht zu sein.
„Ich weiß es nicht“ ärgerte sie sich „keine Ahnung was das Passwort sein soll!“
„Ruhig bleiben, lass dir Zeit“, sprach William auf sie ein.
„Vielleicht habe ich nur wenige Versuche, wie bei einem PIN, vielleicht sperrt sich das blöde Ding wenn ich zu oft etwas falsches eingebe...“, mutmaßte Ana unsicher.
„Dann denkst du besser sehr genau nach“, brummte Albert.
Sie ignorierte ihn, dachte nach, lief weiter auf und ab.
Schließlich stoppte sie, drehte sich zu den Männern herum und grinste.
„Ich glaube ich weiß es, es ist so einfach!“
William und Albert zogen fast zeitgleich, fragend die Brauen hoch. Ein amüsantes Bild, hätte man sich die Zeit genommen es zu betrachten.
„Ja! Es ist mein Name“
William wirkte nachdenklich und Albert blickte sie mit unverhohlener Herablassung an.
„Ernsthaft? Ist das nicht ein bisschen zu simpel?“, murrte er.
„Nein ist es nicht“ widersprach Ana „Meine Eltern nannten mich Ana, meine Adoptiveltern und Viktors leibliche Eltern. Ich war noch in der Grundschule als ich mich über meinen Namen zu ärgern begann. So viele auf meiner Schule hießen Ana. Ich stritt mich mit meiner Mutter darüber. Als Viktor davon erfuhr, kam er in mein Zimmer. Ich saß auf meinem Bett und schmollte. Er kam herein, so ruhig wie immer und blickte mich an.
Er sagte mein Name sei gut, er wäre schön und das er nur eine Abkürzung sei, für einen geheimen Namen, den niemand außer mir und ihm wissen dürfte.
Als Kind empfand ich das als sehr aufregend, er hatte immer ein Händchen dafür mir Dinge schmackhaft zu machen, sie interessanter aussehen zu lassen, als sie waren“
„Klär uns auf“, forderte Albert.
Ana lächelte wehmütig und antwortete: „Er nannte mich Anassa“
„Er scheint nicht viel Fantasie gehabt zu haben“, brummte Albert.
William stieß ihn mehr oder weniger unauffällig in die Seite und erntete dafür einen bösen Blick, aber Wesker schwieg daraufhin.
Ana gab den Namen ein. Ein paar Sekunden geschah nichts, doch dann öffnete sich eine Videodatei und Viktors Gesicht erschien auf dem Display.
Die beiden Wesker gesellten sich zu ihr um zu sehen was sie sah.
„Hallo Anassa, offenbar hast du deinen geheimen Namen nicht vergessen“, sagte Trent's Videoaufzeichnung mit einem Lächeln.
Doch sein Gesicht wurde kurz darauf ernst.
„Wenn du diese Nachricht erhältst werde ich vermutlich tot oder in Gefangenschaft sein. Ersteres ist wohl leider wahrscheinlicher“
„Was er nicht sagt“, murmelte Albert.
Er wurde ignoriert.
„Aber ich habe vorgesorgt. Für den Fall das ich nicht weiter an unserem Plan arbeiten kann, Umbrella und deren Mitverschwörer den Garaus zu machen. Ich habe an einigen, verschiedenen Orten auf dem Globus, Virenproben verteilt und mit einem Sender versehen, der kurz bevor du die Nachricht erhalten hast das Virus in verschiedene Wasseraufbereitungssysteme unterschiedlicher Städte auf der Welt freigesetzt hat. Das Virus kann weder erkannt noch gefiltert werden. Es wird eine Pandemie geben“
Ana drückte auf Pause und Viktors Abbild erstarrte auf dem kleinen Bildschirm.
Ihr Herz raste, ihr war schwindlig und es wurde ihr heiß und kalt. Sie schüttelte den Kopf, ungläubig, fassungslos und widerwillig.
„Das hat er nicht getan. Nein“ murmelte sie leise
„So viel zu den ehrenwerten Zielen deines Bruders. Wer ist hier das Monster?“, knurrte Wesker.
William nahm ihr vorsichtig das Handy ab. Ana ließ es geschehen, entfernte sich ein paar Schritte von den beiden Männern, setzte sich auf feuchtes Moos unter einem Baum und lehnte sich zittrig gegen den Stamm.
Wie konnte aus dem Jungen der sie immer tröstete, ihr diesen Namen gab, dieses Monster geworden sein?!

William beobachtete wie Ana sich ein paar Schritte entfernte und setzte. Im Moment konnte er wohl kaum etwas sagen das sie aufmuntern würde.
Albert neben ihm wirkte angespannt, fluchte leise murmelnd in Gedanken vor sich. Er schien fieberhaft nachzudenken.
„Das ist nicht gut. Allerdings wird man im Moment sehr viel größere Sorgen haben, als nach Albert Wesker und dessen Verbündete zu suchen“, merkte William an.
Albert blickte auf, in die eisblauen Augen, die selben Augen die er einst im Spiegel sah.
„Dem stimme ich zu. Aber was sollen wir mit einer Welt die zu Grunde geht? Ich habe noch einen Unterschlupf, einen kleinen Bunker. Wir hätten dort alle Platz und es gibt ein Versorgungssystem das uns für einige Jahrzehnte reichen würde. Allerdings müssen wir erst einmal dort ankommen“
„Noch ein Unterschlupf?“
„Ja, einer von dem Trent nichts wusste. Meine Rückversicherung, falls etwas schief geht. Wie sich zeigt war das eine lohnende Investition“
William stimmte seinem Bruder mit einem Nicken zu.
„Es war besser sich nicht komplett auf Trent zu verlassen“
Wesker griff William beim Arm und lief ein paar Schritte mit ihm um aus Anas Hörweite zu gelangen.
Als er stehen blieb sagte er mit ruhiger aber eindringlicher Stimme: „Was hat sich dieser Idiot von diesem Schachzug versprochen? Umbrella war bereits gefallen. Er tötet Menschen die ihm nichts getan haben. Das lässt eigentlich nur den Schluss zu das er psychisch labil war“
William nickte.
„Ja, schon seit einiger Zeit. Ana bevorzugte es jedoch dies nicht sehen zu wollen. Sie wollte glauben das er das Richtige tut“
Albert schnaubte.
„Wie kann man so blind sein?!“
„Er war alles was sie noch hatte. Alles andere hatte man ihr genommen. Sie hielt sich an ihm fest und er sich an ihr. Viktor hat sie in diesen Sog gezogen, er hatte ein Talent dafür Menschen zu überzeugen, sie für sich zu gewinnen“
Wesker seufzte.
„Menschen und ihre Unzulänglichkeiten“
Nach einer kurzen Pause sagte er: „Spiel den Rest des Videos ab“
Trent's ernste, dunkle Augen blickten von dem kleinen Display zu ihnen auf.
„Ich weiß das wir nicht immer einer Meinung waren und du wirst wahrscheinlich schockiert sein. Aber ich bin mir sicher das du es früher oder später verstehen wirst, Anassa.
Ich kann sie nicht gewinnen lassen, koste es was es wolle.
Falls William noch lebt, wird er vermutlich bei dir sein. Mir ist nicht entgangen wie er dich beobachtet hat. Er soll auf dich aufpassen“

William zog die Brauen hoch, doch er sagte kein Wort.
„Ich liebe dich, Schwester, pass gut auf dich auf“
Wesker und William blickten sich an.
„Keine nützlichen Informationen mehr“, merkte Wesker an „Im Grunde sagt er nur: die Welt geht unter, ich war's, alles Gute“
Will warf einen Blick zu Ana, die immer noch an dem Baum im Moos saß und auf ihre Stiefel starrte.


„Ich habe ein echtes Problem“, sagte Leon.
„Das weiß ich bereits“, entgegnete Fred gereizt „Simmons lässt nach dir fahnden, wegen Landesverrats“
Der C.I.A Agent klang verärgert, so ganz sicher war Kennedy nicht, wem diese Wut nun eigentlich galt.
„Das hier ist keine sichere Leitung, du hättest mich nicht anrufen sollen“
Leon knirschte mit den Zähnen.
„Ich weiß nicht weiter“, sagte er schließlich „Praktisch jede Behörde sucht nach mir“
„Die haben gerade andere Sorgen. Du könntest sicher durch das Netz schlüpfen und irgendwo unterkommen“, meinte Fred.
Leon stutzte.
„Andere Sorgen? Wovon sprichst du?“
„Schaust du dir die Nachrichten nicht an?! Das Virus von Raccoon City, es wurde noch in anderen Städten in den USA entdeckt, es gab Ausbrüche in Ohio, Main und an der kanadischen Grenze. Europa und Afrika sind auch betroffen“
Kennedy schwieg einen Moment, dachte über das nach was sein Freund beim C.I.A gesagt hatte. Es war nur schwer zu realisieren, so schrecklich das es gar nicht wahr sein durfte.
„Wie schlimm sieht es aus?“
„Sehr schlimm, Leon. Ich glaube nicht das sich eine Pandemie noch vermeiden lässt“
Der in Ungnade gefallene DSO Agent fluchte.
„Und was jetzt?“
„Keine Ahnung, mein Freund, diesmal wüsste ich nicht wie ich dir helfen soll. Ruf hier lieber nicht mehr an und sag mir auch nicht wo du bist. Die wissen das wir uns kennen, mein Handy wird sicher überwacht. Tauch unter und halte die Füße still, mehr kann ich dir nicht sagen“
Abrupt endete das Gespräch mit diesen Worten.
Leon starrte den Hörer des alten Münztelefons an, hängte ihn schließlich wieder auf die Gabel und zog sich in eine nahegelegene Seitengasse zurück.
Seine Gedanken rasten, überschlugen sich. Es war egal woran er dachte, er schien sich an nichts festhalten zu können. Leon war gefallen, fiel noch immer, ins Bodenlose. Während die Welt nach und nach im Chaos versank, konnte er nichts tun außer sich zu verstecken.
„Du siehst aus als ob du schon aufgeben willst“
Kennedy fuhr herum.
„Ada... ich dachte du wolltest verschwinden“
Die Asiatin seufzte und meinte: „Ich bin an deinen Fersen geblieben, ich dachte mir schon das du Hilfe brauchen würdest“
„Ich dachte du kannst mir nicht helfen“, entgegnete er zynisch.
„Das kann ich auch nicht, aber ich kann dich verstecken“

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Wesker's Lady (27.09.2018)

Zoe Wesker

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Donnerstag, 25. Februar 2016, 12:07



Kapitel.7

Rebecca und Zoe brauchten eine gefühlte Ewigkeit um zurück zur Hütte zu finden.
Als sie schließlich und endlich zurück waren, machten sie ein Feuer in dem kleinen, alten, in Backstein eingefassten Kamin. Die beiden Frauen setzten sich nah ans Feuer, in Decken eingehüllt und wärmten ihre ausgekühlten Glieder.
Weder auf dem Rückweg noch seit sie nun an diesem Feuer saßen, hatte eine von ihnen auch nur ein Wort gesagt. Schweigend saßen sie da, ließen sich vom prasselnden Feuer aufwärmen und hingen ihren Gedanken nach.
Schließlich und endlich, durchbrach Rebecca die Stille mit leiser Stimme.
„Ich hätte da draußen keine zwei Tage überstanden. Ich hatte weder Proviant noch sonst etwas bei mir“
Zoe nickte schweigend.
„Aber du verstehst warum ich weggelaufen bin“
Marsters seufzte, nickte erneut und sagte: „Sicher, an deiner Stelle hätte ich vermutlich dasselbe versucht. Mit dem Unterschied das ich den Hubschrauber hätte fliegen können“
Die Brünette mit den grünen Augen wandte ihren Kopf um Chambers anzusehen.
„Aber ich weiß was du meinst, so oder so, wäre ich vermutlich auch weggelaufen, Hubschrauber hin oder her“
Rebecca erwiderte mit ernstem Ausdruck Marsters Blick.
„Wirst du mir wirklich helfen?“
„Ja“ antwortete Zoe ohne zu zögern „Ich werde tun was ich kann“
Chambers lächelte wehmütig.
„Das ist besser als nichts“
„Es ist alles was du hast“, entgegnete Marsters lakonisch „Also sei lieb zu mir“
Zoe schenkte der jungen Rekrutin ein schiefes Lächeln, das diese nach kurzem Zögern schließlich erwiderte.


Es war nicht mehr weit.
Albert richtete sich nach seinem PDA und den GPS Koordinaten die er eingespeichert hatte, der Hubschrauber war nicht mehr weit, von dort aus war die Hütte nur noch eine knappe halbe Stunde entfernt.
„Es dauert nicht mehr lang“, murmelte er den anderen beiden über seine Schulter zu.
Ana war seit sie das Video gesehen hatten noch stiller geworden, hatte kein Wort mehr gesagt. Sie vermied es jedes Mal Albert oder William in die Augen zu sehen. Wesker vermutete das sie sich schämte oder schuldig fühlte, für das was ihr Bruder getan hatte.
Williams Bemühungen eine Unterhaltung mit ihr zu führen, prallte jedenfalls an ihr ab, sie sah ihn noch nicht mal an.
„Ich wollte nicht das so etwas passiert“
Überrascht hielt Albert an, als er Anas Stimme hörte. William blieb ebenfalls stehen.
„Das wissen wir“, sprach Will sanft.
Endlich sah die junge Frau mit dem pechschwarzen Haar auf und blickte ihnen ins Gesicht. Ihre Augen waren gerötet, vom Weinen und dem Versuch es zu unterdrücken.
Ihr Blick wanderte von Williams sanftem Lächeln zu Alberts undurchdringlicher Mine. In ihrem Ausdruck lag etwas trotziges, herausforderndes, als sie den Original Wesker ansah.
„Er war deine Familie. Du hast an ihn geglaubt und er hat dich enttäuscht und verraten mit dem was er tat. Das entschuldigt nicht die Dinge an denen du zuvor beteiligt warst, aber die Pandemie die dieser Welt bevorsteht, ist nicht deine Schuld“, sagte Albert kühl und sachlich.
Als ihr Ausdruck zu bröckeln begann fügte er an: „Das Beste was du jetzt tun kannst ist nicht in Selbstmitleid zu zerfließen“
Ana biss die Zähne fest aufeinander und nickte langsam.
Schließlich sagte sie: „Ich weiß. Lass uns weiter gehen“
Die drei liefen weiter und nach einigen weiteren Minuten, erreichten sie den Hubschrauber. Der Anblick den Wesker vorfand machte ihn stutzig und schließlich besorgt als auch wütend.
Die Büsche die er umgesetzt hatte um den Hubschrauber zu verdecken waren herausgerissen worden, jedenfalls der größte Teil davon. Aber das Fluggerät stand noch da.
Entweder war jemand vorbeigekommen, was unwahrscheinlich war oder es war etwas anderes passiert. Vielleicht hatte Rebecca versucht zu fliehen, womöglich hatte Zoe sogar mit dem Gedanken gespielt zu verschwinden. Aber warum sollte sie? Hatte sie ihm vielleicht etwas vorgespielt und nur auf einen unachtsamen Moment gewartet? Er war lange genug weg gewesen, sie hätte verschwinden können mit oder ohne Hubschrauber. Mit dem Flieger wäre es allerdings einfacher und schneller gegangen.
Er fand Fußspuren in der aufgeweichten Erde, zwei paar unterschiedliche Stiefel. Er hatte seine eigenen Spuren und alle anderen nach dem umsetzen der Büsche beseitigt. Sie waren also alle beide hier gewesen.
Es wäre möglich das Rebecca es versucht hatte und Zoe sie aufhielt.
William schien seine Unruhe zu bemerken und trat neben ihn.
„Jemand hat die Tarnung für den Hubschrauber zerstört?“
„Ja, allerdings“, brummte Albert.
„Vielleicht sollten wir uns ein bisschen beeilen. Die Frauen könnten in Schwierigkeiten sein“, merkte Ana an.


Als Marsters Ausdruck plötzlich einfror, sie nach ihrer Waffe griff und aufsprang, zuckte Rebecca erschrocken zusammen.
„Was ist los?“, fragte sie beinahe flüsternd.
„Ich habe Stimmen gehört“
„Kommt Wesker zurück?“, wollte Chambers wissen und spürte ihren Puls in die Höhe schießen.
Sie hatte Angst vor der Konfrontation die unweigerlich vor ihnen lag.
„Ich sagte Stimmen, plural. Ich glaube nicht das Albert jemanden...“
Zoe unterbrach sich selbst, als sie die Stimmen erneut hörte, diesmal näher.
„Jetzt habe ich es auch gehört“, sagte Rebecca verwirrt „Das klang als würde er mit sich selbst sprechen“
Das war eindeutig Weskers Stimme die sie da gehört hatte, da war Marsters sich sicher. Aber mit wem redete er da?!
Angespannt und unschlüssig blieb Zoe stehen wo sie war, den Griff der Pistole fest umschlossen.
Rebecca war ebenfalls aufgestanden und stand nun neben ihr.
Polternd wurde die Tür aufgerissen. Wesker erschien mit erhobener Waffe im Türrahmen.
Sie starrten ihn erschrocken an.
Zoe steckte nach kurzem Zögern die Waffe wieder ein. Wesker tat dasselbe als er die beiden dort unversehrt und offensichtlich allein dort stehen sah.
Dann betrat ein weiterer Mann die Hütte und die beiden Frauen starrten den Neuankömmling fassungslos an. Er war eine nahezu exakte Kopie von Wesker. Er bewegte sich fast genauso, sein Gesicht war dasselbe, die Haare... nur die Augen waren anders.
Zoe erkannte das Eisblau welches auch Albert einst gehabt hatte.
„Was zum Teufel...“
Sie unterbrach sich selbst, als eine Frau dazukam. Sie war blass, ihr Haar war pechschwarz, ihre Augen waren dunkel, doch je nachdem wie das Licht darauf viel, wirkten sie dunkelgrün oder fast schwarz.
Besagte Augen waren etwas gerötet, als hätte sie geweint, ebenso ihre Nasenspitze.
Marsters blickte den Wesker an, den sie für das Original, ihren Albert hielt und fragte: „Was ist hier los?“
„Komisch, so was ähnliches wollte ich dich auch fragen“, gab er lakonisch zurück „Was ist mit den Büschen beim Hubschrauber passiert?“
Zoe biss sich für einen Moment auf die Zunge und sie spürte wie Rebecca sich neben ihr anspannte.
„Ein Missgeschick. Das erkläre ich dir nachher. Wer ist das? Wieso sieht er aus wie du?“
Der Doppelgänger trat vor und wollte ihr die Hand reichen. Er hatte ein mildes Lächeln auf den Lippen, trotzdem machte Zoe einen Schritt zurück und schob Rebecca fast automatisch hinter sich.
„Ich bin William“, sprach er mit ruhiger Stimme und ließ die Hand langsam wieder sinken „Ich habe nicht vor jemanden zu verletzen“
„Ich hätte ihn wohl kaum so nah an dich herangelassen, wenn er eine Gefahr wäre“, merkte Albert an.
Zoe trat wieder vor, wenn auch zunächst etwas zögerlich.
„Zwei von der Sorte... na toll“, murmelte Rebecca leise hinter ihr.
William schmunzelte amüsiert.
„Du scheinst unbeliebt zu sein, Bruderherz“, spöttelte er Albert zu.
„Ihr seid Brüder?“, fragte Zoe skeptisch.
„Nein, nicht direkt“, ergriff die Frau das Wort und trat zwischen den beiden Weskers hervor.
„Soll heißen?“, wollte Marsters wissen.
„Er ist aus Alberts Genmaterial geklont worden. Mein Bruder hat ihn geklont“, erklärte die Fremde mit ihrer melodischen Stimme.
Schließlich streckte sie die blasse, schlanke Hand aus und sagte: „Mein Name ist Ana. Du musst Zoe sein“
Marsters schüttelte die dargebotene Hand.
„Das trifft zu. Und wer ist dein Bruder? Warum klont er Albert?“
„Ich bin mir nicht sicher was er sich davon versprochen hat. Viktor Darius... war mein Bruder, du kennst ihn vermutlich unter dem Namen, Trent“
Zoe riss ihre Hand zurück, sie sah die Überraschung im Gesicht der anderen Frau.
„Du hast die Schwester von Trent mitgebracht?!“, fragte sie harsch an Albert, wandte allerdings den Blick nicht von Ana ab.
Die Frau mit den dunklen Augen seufzte schwermütig.
„So eine Reaktion hätte ich kommen sehen müssen“, meinte sie lakonisch.
„Ja allerdings“, raunte Zoe „Wir haben eine Menge durchmachen müssen, wegen deinem Bruder“
Ana blinzelte, blieb ruhig.
„Du hast auch wegen Albert eine Menge durchgemacht, trotzdem hast du hier auf ihn gewartet. So weit ich gehört habe bist du nicht aus beruflichen Gründen bei ihm geblieben“
Zoes Augen wurden schmal, Albert kannte diesen Blick und wusste das sich Ana gerade auf dünnes Eis begab.
„Das waren andere Umstände, er hat nicht versucht mich zu töten. Abgesehen davon geht dich das einen feuchten Scheißdreck an“, sagte sie so beherrscht das es fast unheimlich wirkte.
„Vermutlich hast du recht, aber du solltest dir klarmachen das ich nicht mein Bruder bin. Ich will dir nicht schaden“
„Wir werden sehen. Ich werde dir jedenfalls nicht den Rücken zukehren“, brummte die Brünette säuerlich.
„Wir werden jetzt alle einen Gang runter schalten und friedlich bleiben, ganz besonders du, Liebes“, mischte Albert sich schließlich doch noch ein „Folge mir bitte nach draußen, ich muss unter vier Augen mit dir sprechen“
Marster zögerte erneut, warf einen Blick über ihre Schulter auf Rebecca.
„Keiner von euch fasst sie an“, brummte sie dem Doppelgänger und Ana zu, als sie an ihnen vorbei aus der Hütte ging und Albert folgte.


Die Situation war schon wieder sehr unentspannt. Wesker hatte sich so sehr danach gesehnt Zoe wiederzusehen und jetzt konnte er es schon wieder nicht genießen.
Sie hatten mehr oder weniger ungebetene Gäste und die Sache mit dem Hubschrauber und den Spuren an selbigem musste geklärt werden. Diese Unterhaltung würde vermutlich kein erfreuliches Gespräch werden. Kein romantisches, leidenschaftliches Wiedersehen.
Als sie sich einige Meter von der Hütte entfernt hatten, drehte er sich um und blickte sie an. Marsters wirkte ein wenig nervös, verunsichert aber auch verärgert. Ihre moosgrünen Augen blickten fragend als auch erwartungsvoll zu ihm auf. Sein Blick fiel auf die vollen, rosigen Lippen.
Er entschied sich aus einem Impuls heraus Zoe erst einmal gebührend zu begrüßen.
Albert küsste sie. Im ersten Moment schien sie überrascht zu sein, versteifte sich ein wenig. Nach einem kurzen Moment entspannt sie sich jedoch, erwiderte den innigen Kuss, sank erleichtert und sehnsüchtig in seine Arme als er sie um sie legte.
Zu gerne wäre er weiter gegangen und er konnte wittern das es ihr genauso ging, ihre Hormone tanzten von einer Sekunde auf die andere, wild um sie beide herum, drohten ihm seine Selbstbeherrschung zu nehmen als er sie wahrnahm.
Schweren Herzens löste er den leidenschaftlichen Kuss jedoch, hielt sie bei den Schultern und sah sie an.
Zoe blinzelte, sie erwiderte seinen Blick mit einem verklärten Lächeln.
Automatisch erwiderte er das Lächeln. Er war erleichtert zu sehen das sie ihn offensichtlich ebenfalls vermisst hatte.
Wie oft hat sie wohl an mich gedacht?
„Damit hatte ich nicht gerechnet, eher mit einer Standpauke wegen dem Hubschrauber“, sagte sie immer noch lächelnd.
Er wischte den Gedanken beiseite und legte ein sachlicheres Gesicht auf.
„Die kommt noch, keine Sorge. Ich wollte mir nur nicht diese Begrüßung von den Umständen nehmen lassen“, entgegnete er schließlich.
Zoe verzog das Gesicht, offenbar hatte sie gehofft er würde die Sache auf sich beruhen lassen.

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Zoe Wesker

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Montag, 29. Februar 2016, 21:04



Kapitel.8

Ana und William hatten sich in der Nähe des Kaminfeuers auf der Decke niedergelassen, in die sich Zoe zuvor eingewickelt hatte. Sie saßen da und wärmten sich nach dem langen Marsch ein wenig am Feuer.
Rebecca stand am Fesnter und beobachtete Albert und Zoe.
„Was machen die beiden?“, fragte Ana woraufhin Rebecca sich ertappt umdrehte.
Chambers blickte die Frau vor dem Kamin an, die sich dicht neben den Wesker-Doppelgänger gesetzt hatte. Becky zuckte mit den Schultern.
„Sie freuen sich einander wiederzusehen“
Ana zog fragend die Brauen hoch.
„Soll heißen?“, stellte William die Frage welche Anassa auf der Zunge lag.
„Sie sind intensiv damit beschäftigt sich gegenseitig die Zunge in den Hals zu stecken“, meinte Rebecca trocken.
Ana lachte, ein kurzes, helles, melodisches Geräusch.
„Das scheint dich nicht sehr zu begeistern“, stellte William fest und stocherte mit einem Schürhaken im Kamin herum.
Rebecca schwieg einen Moment, antwortete schließlich auf diese Aussage, als niemand mehr erwartete eine Reaktion von ihr zu bekommen.
„Zoe ist der einzige Grund das ich noch lebe. Sie hat mir versprochen sich gegen Albert zu stellen, falls er immer noch vorhat... mich loszuwerden“
Ana, blickte sie wieder an und neigte den Kopf nachdenklich zur Seite.
„Du glaubst sie liebt ihn zu sehr um sich für dich einzusetzen?“
Chambers schwieg und dieses Schweigen war Antwort genug.
„Sie wird dir helfen“, murmelte William der geschäftig im Kaminfeuer herumstocherte.
Rebecca blickte ihn an.
„Wieso glaubst du das?“, wollte sie wissen.
William hängte den Schürhaken wieder an das Gestell neben dem Kamin, stand auf und drehte sich zu Chambers herum.
„Intuition“


„Also? Was ist passiert?“, hakte Albert nach.
Zoe trat von einem Bein auf das andere, wich seinem Blick aus.
„Ein Missgeschick wie ich schon sagte“
Wesker verschränkte die Arme vor der Brust, blickte sie durchdringend an.
„Ich hätte gerne eine etwas genauere Antwort“, merkte er lakonisch an.
Marsters seufzte, sah ihn schließlich wieder an und entgegnete: „Sie war in Panik geraten“
Alberts Gesicht blieb unergründlich.
„Und weiter?“
„Sie wusste das du sie nicht mehr sehr viel länger leben lassen würdest wenn du zurück kommst. Sie hatte es geahnt, auch dass sie nur noch lebte weil ich dich überreden konnte sie nicht zu töten. Rebecca wollte sich aber nicht darauf verlassen, also versuchte sie abzuhauen“
Wesker lauschte ihr schweigend.
Zoe fuhr fort: „Am Hubschrauber holte ich sie ein, sie war gerade dabei die Büsche auszureißen. Chambers wollte versuchen den Heli kurzzuschließen. Ich konnte sie davon überzeugen es nicht zu tun“
Alberts Blick schien sich in ihren Kopf bohren zu wollen, seine roten Augen stachen regelrecht in das Moosgrün der ihren.
„Und wie hast du sie überzeugt, womit?“
„Ich sagte ihr das sie den Heli nicht fliegen könnte, und kurzschließen nicht funktionieren würde“
Wesker verengte die Augen zu schmalen Schlitzen, musterte Marsters' blasses, hübsches Gesicht prüfend.
„Wieso? Du hattest eine Waffe, ich hatte sie für dich dagelassen, hattest du sie vergessen? Du hättest sie ganz anders überzeugen können oder direkt ausschalten“
Es war kaum zu übersehen das Zoe für einen Moment verärgert die Zähne aufeinander biss.
„Ich hatte die Waffe nicht vergessen. Davon abgesehen war sie ebenfalls bewaffnet und ich hatte kein Interesse daran sie zu töten“, presste sie schließlich hervor.
Wesker seufzte.
„Ich hatte die Waffen im Hubschrauber vergessen. Das war ein Fehler. Aber keiner von euch beiden hat geschossen. Warum?“
Zoe steckte ihre Hände in die Jackentaschen, damit er nicht sehen konnte wie sie diese zu Fäusten ballte um ihren Ärger zu unterdrücken.
„Ich überzeugte sie davon das jede Art von Flucht für sie schlecht enden würde. Also gab sie es auf“
„Und mehr war nicht nötig?“, fragte Albert lauernd.
Zoe hob trotzig das Kinn als sie sagte: „Außerdem habe ich ihr versprochen dich daran zu hindern sie zu töten. Ich versprach ihr das ich dich überreden würde es nicht zu tun“
Wesker blickte sie einen Moment irritiert an, dann lachte er leise.
„Und wie stellst du dir das vor? Es gibt keinen plausiblen Grund für mich, sie am Leben zu lassen. Sie ist Ballast und ein Risiko“
Zoe zog die Brauen hoch.
„Und was sind unsere beiden neuen Gäste?“
„Das ist etwas anderes“
„Ach ja? Du kennst die beiden also gut genug um sicher zu sein das mit den beiden nichts schief geht?“, fragte sie spöttelnd.
„Das steht hier nicht zur Debatte, es ist ratsamer wenn die beiden uns eine Weile wohlgesonnen bleiben. Abgesehen davon gibt es Neuigkeiten von denen du noch nichts weißt“
„Lenkst du vom Thema ab?“
„Ja. Aber diese Neuigkeiten sind wirklich wichtig“
„Warum? Worum geht es?“, fragte Zoe überrascht und blickte ihn fragend an.
„Trent hat uns eine böse Überraschung hinterlassen. Auf unserem Weg hier her hat Ana eine vorprogrammierte Botschaft von ihm erhalten. Anscheinend hat ihr Bruder das T-Virus auf dem Erdball verteilt. Ich schätze mit Vorrichtungen die ebenfalls mit einer Vorprogrammierten Nachricht ausgelöst wurden, für den Fall das er sterben sollte“
Marsters blinzelte, versuchte zu verstehen was Wesker ihr da mitteilte.
„Was bedeutet das? Das Virus das die Toten zurückgeholt hat ist jetzt global unterwegs?“
Albert nickte ernst.
„Verdammt noch mal... eine Pandemie?“
Wieder nickte er.
„Ich glaube nicht das es sich unter Kontrolle bringen lassen wird, dafür ist es an zu vielen Stellen ausgebrochen, vermutlich auch in Krisengebieten die gar nicht die Möglichkeiten haben die kontaminierten Gebiete einzudämmen“
„Umso wichtiger ist es das wir nicht noch mehr Menschen töten“
Wesker seufzte genervt.
„Ich fasse es nicht! Du leitest aus dem was ich dir gerade erzählt habe ab, dass ich Rebecca nicht töten soll? Ist das dein Ernst?!“
„Irgendwie müssen wir ja zurück zum Thema kommen, an dem was da draußen gerade passiert können wir nichts ändern. Wir müssen einen sicheren Ort finden wo wir uns selbst versorgen können und wir werden jede Hilfe brauchen“, beharrte Zoe.
„Wir haben bereits einen gut versorgten Unterschlupf, genau genommen zwei. Trent lebt nicht mehr, unser Haus sollte wieder sicher sein. Unsere Feinde sind tot“
Marsters schüttelte den Kopf.
„Dein Haus, deine Feinde. Ich stecke nur in dieser Sache weil ich mit dir zusammen bin“
„Was soll das jetzt wieder heißen?“, fragte er lauernd.
„Nichts, ich wollte das nur klarstellen, ich habe niemanden so sauer gemacht das er mich umbringen will“
„Schön“, sagte Wesker knapp „Aber je weniger wir von unseren Ressourcen teilen müssen desto besser. Chambers muss weg“
„Nein Albert wir...“
Wesker wandte sich ab und wollte zurück zur Hütte, er ließ sie nicht ausreden. Es war klar das er die Sache jetzt hinter sich bringen wollte.
„Albert wenn du das jetzt tust, verlasse ich dich!“
Im ersten Moment schien es, als würde er einfach weiter laufen, doch er wurde langsamer und blieb schließlich stehen, als würden die Worte und deren Bedeutung nur langsam zu ihm durchdringen.
Wesker drehte sich um, er kam wieder ein paar Schritte zurück, blieb schließlich mit ein paar Metern Abstand zu ihr stehen.
„Was?“, frage er nach einer gefühlten Ewigkeit.
Sein Ausdruck war schwer zu deuten, er schien zwischen Verblüffung, Besorgnis und Ärger zu schwanken. Offenbar hatte er damit nicht gerechnet.
„Ich sagte wenn du sie tötest, wenn du dich nicht abhalten lässt, verlasse ich dich“, wiederholte Zoe mit belegter Stimme.
Albert neigte den Kopf zur Seite, es schien als hätte er immense Schwierigkeiten diese Information zu verarbeiten.
„Du bluffst“, unterstellte er ihr stirnrunzelnd.
Zoe spürte ihr Herz bis in ihre Kehle schlagen.
„Nein. Das ist mein voller Ernst“, sagte sie schließlich mit leiser Stimme.
Sein Ausdruck wurde wütend.
„Du stellst mich vor die Wahl? Das Riskio weiter mit uns herumschleppen oder du verlässt mich?“
„Sie wird uns nicht schaden, Albert“, beharrte Marsters eindringlich.
„Das kannst du nicht wissen“
„Und du kannst nicht wissen das sie es tun würde!“, fauchte Zoe.
Wesker richtete sich zur vollen Größe auf, hob das Kinn und sagte: „Ich werde tun was getan werden muss. Du tust am besten das was du für richtig hältst“
Fassungslos sah Zoe zu wie er zur Hütte ging. Als er wieder herauskam, zerrte er die zappelnde Rebecca mit sich, die schreiend um sich schlug. Ana und William standen unschlüssig im Türrahmen, offenbar unsicher ob sie sich einmischen sollten.
Zoe folgte Wesker und Rebecca, die sich von der Hütte entfernten.
In der Nähe einer Klippe, an deren Ende ein Fluss dahinfloss, hielt er an. Zoe holte die beiden gerade ein, als er die kleine Rekrutin zu Boden warf und seine Waffe zog.
Marsters gab Gas, sprang ab und rammte Albert von den Füßen.
Auch damit hatte er nicht gerechnet, heute schien für ihn der Tag der Verblüffung zu sein. Er wurde von der Wucht ihres Aufpralls umgerissen, landete auf dem Rücken und verkeilte sich mit ihr als sie das leicht abschüssige Gelände herunter rollten.
Sie rangelte mit ihm, versuchte ihm die Waffe abzunehmen.
„Verflucht noch mal Mädchen! Lass das!“
Wesker wollte nicht nachgeben, Zoe allerdings auch nicht. Ein lauter Knall ließ sie alle drei zusammenzucken.
Rebecca hatte sich aufgerappelt und stand unsicher da, hatte das Geschehen beobachtet.
Marsters gab einen seltsamen Laut von sich, der wie ein leiser Schrei klang. Sie wirkte erschrocken und entsetzt. Sie stand auf, Wesker rappelte sich ebenfalls auf, auf schwankenden Beinen.
Chambers war überrascht von dem was sie sah.
Zoe hatte die Waffe in der Hand, während in der rechten Schulter von Weskers Jacke ein Loch war, der Stoff darum herum färbte sich rasant dunkelrot.

Natürlich war die Situation eskaliert. Nachdem er sich so sehr gefreut hatte sie wiederzusehen.
Er sah den entsetzten Ausdruck auf Zoes Gesicht, Albert wusste sie hatte das nicht gewollt. Trotzdem hatte eine Kugel aus seiner eigenen Waffe seine Schulter durchschlagen. Der Schmerz war heftig, ihm war schummrig, zu viel Action und zu wenig Schlaf in den letzte Tagen waren der momentanen Situation auch nicht gerade förderlich. Er taumelte leicht benommen zwei Schritte zurück, beim dritten trat er ins Leere.
„Albert!“
Er hörte Zoes Stimme, blickte auf, sah wie sie in seine Richtung stürzte, als er absackte.
Die Welt drehte sich, blind griff sein unverletzter Arm nach Halt und fand ihn. Als er aufblickte sah er Zoes Gesicht über sich, sie lehnte halb mit dem Oberkörper über der Kante. Seine Hand hatte sich um ihr Handgelenk geschlossen, ihre Hand sich um seines. Sie biss die Zähne zusammen, hatte sich mit der freien Hand an eine Wurzel geklammert.
Sie konnte ihn unmöglich hochziehen, er war zu schwer für sie, außerdem hatte er ihr vermutlich gerade die schmale Schulter ausgekugelt. Es war nicht nur Anstrengung die sie die Zähne zusammen beißen und das Gesicht verziehen ließ, sie hatte Schmerzen. Trotzdem klammerte sich ihre Hand mit aller Gewalt an seinen Arm.
Wesker wagte einen Blick nach unten. Ungefähr dreißig Meter unter ihm lag das steinige Ufer eines Flusses. Das würde ein sehr harte Landung werden.
Zoe stieß einen Schrei aus, voller Schmerz, Wut und Verzweiflung.
Albert blickte wieder nach oben.
„Lass los“, forderte er ruhig.
Sie antwortete ihm nicht, klammerte sich verbissen an seinem Arm fest,während sie ganz langsam aber stetig nach vorn über die Kante rutschte.
Der Selbsterhaltungstrieb ist wohl einer der stärksten, Albert wehrte sich gegen diesen, als er ihr Handgelenk losließ.
„Nein! Was machst du da?!“, presste sie unter Schmerz und Anstrengung hervor.
"Du kannst mich nicht hochziehen, abgesehen davon das du die Kraft nicht hast, ist deine Schulter ausgekugelt, du kannst den Arm nicht bewegen. Vermutlich tut es höllisch weh und kribbelt heftig bis in deine Fingerspitzen hinunter. Rebecca kann und wird mich nicht hochziehen. Du musst loslassen, sonst sterben wir beide“
Zoe ließ nicht los, noch nicht, aber langsam rutschten ihre Finger ab, doch sie würde vermutlich schneller über die Kante rutschen, als das sie loslassen würde.
„Chambers, mach das sie loslässt!“, rief Wesker mit rauer Stimme.
„Nein!“, protestierte Zoe.
Unschlüssig trat Rebecca näher an die Szene heran.
„Rebecca, sie hat alles getan um dich zu retten, Zeit sich zu revanchieren!“, drängte Albert.
„Untersteh dich!“, stieß Zoe regelrecht knurrend hervor.
„Los mach schon! Wenn ich weg bin, bist du in Sicherheit!“, brüllte Wesker herausfordernd.
Rebecca biss sich auf die Unterlippe, dann sagte sie: „Es tut mir leid, Zoe“
„Nein, nicht...aaah!“
Chambers schlug mit der geschlossenen Faust auf den Muskel der ausgekugelten Schulter. Reflexartig löste sich Zoes Griff und Wesker fiel. Der gellende Schrei den Zoe von sich gab, hallte durch den Wald, klingelte in Rebeccas Ohren und folgte Wesker auf seinem Weg nach unten.

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Wesker's Lady (29.09.2018)

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Samstag, 5. März 2016, 13:54



Kapitel.9

„Das ist dein Versteck?“, fragte Leon überrascht.
„Im Moment, ja“, antwortete Ada „Ich denke nicht das man uns hier suchen wird. Die Besitzer... sind kürzlich verschieden“
Leon zog kritisch die Brauen hoch.
„Sieh mich nicht so an, ich war es nicht. Wesker hat hier aufgeräumt“
„Albert Wesker? Woher weißt du das?“
„Ich habe ihn hergeschickt, besser gesagt ihm verraten das er sein Ziel hier finden würde“
Kennedy seufzte müde und genervt, setzte sich in einen gigantischen Ohrensessel in dem riesigen Kaminzimmer des alten Herrenhauses und blickte die Asiatin an.
„Diese Menschen die hier waren, gehörten nicht zu den Guten, glaub mir. Wesker hat uns einen Gefallen getan“, erklärte sie.
„Mag sein“, sagte Leon müde.
Ada setzte sich ihm gegenüber in einen anderen Sessel und musterte den Agenten eine Weile schweigend. Schließlich sagte sie: „Du warst Viktor Darius auf der Spur, deshalb wollte Simmons dich ausschalten“
Leon runzelte fragend die Stirn, lehnte sich in seinem Sessel nach vorn und fragte: „Simmons hat mit Darius zusammengearbeitet?“
Die hübsche Asiatin nickte.
„Walther Perkins war ihm auf die Spur gekommen, vermutlich ohne es zu wissen. Er schnüffelte herum, stieß auf ein paar Informationen die er mit der N.S.A teilte. So erfuhr Simmons davon das Perkins dabei war ihm und Darius gefährlich nahe zu kommen“
„Und Simmons schickte dich um dieses Problem zu beseitigen, dann schickte er dich ein weiteres Mal um sicher zu gehen das ich von der Bildfläche verschwinde“, sagte Kennedy tonlos.
Seine Stimme klang verdächtig nach Resignation.
Ada seufzte, lehnte sich in ihrem Sessel zurück und nickte.
„Simmons erzählte mir das du bereits ahnen würdest wie die Zusammenhänge mit Trent, wie sich Darius selbst nannte, und Raccoon City aussahen. Du lagst damit richtig. Es war Viktor Darius der den Virus freisetzte den Umbrella erschaffen hatte, er ist auch für die weiteren Vorfälle und die sehr wahrscheinlich bevorstehende Pandemie verantwortlich“
Leon knirschte wütend mit den Zähnen.
„Wenn du Perkins nicht getötet hättest, wäre das vielleicht nicht passiert, wir hätten Simmons und Trent schnappen können“, raunte er.
Ada lachte humorlos.
„So einfach ist das nicht. Hätte ich den Auftrag nicht ausgeführt, wären wir beide schon längst tot und Perkins wäre kurz darauf gefolgt. Du solltest Simmons nicht unterschätzen“
Leon blickte sie irritiert an.
„Wieso sollte ich auch tot sein? Zu jener Zeit hatte ich noch keine Spur und keinen Kontakt zu Simmons“
Wong seufzte erneut, wich dem Blick des Agenten aus und sprach mit leiser Stimme: „Simmons erkundigte sich sehr ausführlich über mich. Du weißt das ich mich an niemanden binde, dazu bin ich nicht der Typ und jeder Mensch den ich an mich heranlassen würde, wäre in Gefahr. Simmons... wurde hellhörig als dein Name mehrfach in den Akten über mich auftauchte. Er glich deine Berichte mit allen anderen Informationen die er über mich hatte ab. Er kam zu dem Schluss das du wohl am ehesten jemand wärst der mir wichtig sei“
Kennedy blinzelte. Ein weiteres Teil des Puzzles fiel ihm gerade in die Hände, aber noch schien es nirgendwo hinein zu passen.
„Das war es womit er dich erpresst hat? Ich war das Druckmittel?“, fragte er überrascht.
Ada zwang sich Leon anzusehen, nickte schließlich und zog etwas aus ihrer Hosentasche hervor. Sie blickte das Stück Papier in ihrer Hand an, dann blickte sie wieder auf Kennedy.
„Er wollte weitere Morde von mir, aber ich war nicht mehr dazu bereit nach seiner Pfeife zu tanzen“
Leon stützte sich mit den Händen auf seinen Knien ab, er fühlte sich von den Neuigkeiten erschlagen.
„Deshalb kam Carter ins Spiel. Er hatte dich nicht geschickt, aber du wusstest das Simmons jemand anderen schicken würde. Also hast du mich beobachtet... um mich zu beschützen“, stellte er fest.
Wong schwieg, ihre dunklen Mandelaugen musterten ihn wachsam.
„Ich weiß nicht was ich sagen soll“, murmelte Kennedy schließlich.
„Sag einfach gar nichts“, entgegnete sie ihm ruhig und warf ihm das Papierstück zu, welches sie zuvor aus ihrer Hosentasche geholt hatte.
Leon stellte fest das es nicht einfach nur ein Stück Papier war, sondern ein Foto. Den Mann auf dem Bild erkannte er, er hatte sein Bild in der Akte gesehen, Viktor Darius alias Trent.
„Wer ist die Frau auf dem Bild?“, fragte Leon und blickte wieder auf.
Ada lächelte.
„Das ist Ana Darius, Viktors Schwester“
„Sie sehen sich nicht im geringsten ähnlich“, stellte Kennedy fest.
„Sie sind nicht blutsverwandt. Ana wurde adoptiert“, klärte die Asiatin ihn auf.
Erneut blickte Leon auf das Foto. Die Frau hatte pechschwarzes, schulterlanges Haar, blasse Haut, große dunkle Augen und feine Gesichtszüge.
„In seiner Akte wurde sie nicht erwähnt. Das Bild hier wirkt aber als würden sie sich nahe stehen“
Ada nickte als der Agent sie wieder ansah.
„Das taten sie auch. Und da ist noch etwas“
Leon blickte sie fragend an.
„Als ich herkam und die Leichen beseitigte, damit ich das Haus als Unterschlupf nutzen konnte, war sie nicht unter den Toten“
Sie lächelte.
„Das heißt sie lebt vielleicht noch?“, fragte Leon.
Ada nickte und entgegnete: „Vermutlich hat Wesker sie entführt oder sie konnte dem Massaker das hier stattfand entkommen, aber ich glaube Ersteres ist wesentlich wahrscheinlicher“
„Wenn wir sie finden könnten, hätten wir eine Augenzeugin, jemanden der vermutlich von Simmons Spielchen weiß und gegen ihn aussagen könnte. Vielleicht könnte sie sogar noch mehr Beweise liefern als nur eine Aussage“
Leon stand aus dem Sessel auf, lief ein paar Schritte auf und ab.
„Falls Wesker sie hat, kann ich vielleicht leichter an sie herankommen. Albert vertraut mir, er wird früher oder später sicher noch einmal Kontakt zu mir aufnehmen, dann kann ich ihn nach ihr fragen“, warf Ada ein.
„Glaubst du er wird uns Schwierigkeiten machen?“
„Nicht wenn wir es richtig anstellen. Man kann durchaus mit Wesker verhandeln, jedenfalls besser als mit Trent oder Simmons“
„Aber er ist ein Mörder“, gab Leon sachlich zurück.
„Das bestreite ich nicht“
„Und ein Verräter“
„Ansichtssache. Sagen wir mal, wir können uns einig sein das seine Weste alles andere als weiß ist. Im Vergleich mit Simmons oder Darius, ist er jedoch mit Sicherheit das kleinere Übel“



William und Ana standen vor der Hütte im Wald. Sie hörten einen Schuss, nicht lange danach einen Schrei, der sehr nach Zoe klang. Ana blickte unsicher Will an.
„Sollten wir nicht nachsehen?“, fragte sie ihn.
„Nein, noch nicht. Je weniger wir ihm in die Quere kommen, desto eher funktioniert die ganze Sache“
Sie seufzte.
„Sollen wir wirklich zulassen das er sie tötet. Zoe versucht ihn daran zu hindern, was ist wenn er sie beide tötet. Wir sind hier weil das Morden endlich ein Ende haben sollte. Du bist meinem Bruder nicht mehr gefolgt aus genau diesem Grund. Warum ist das hier jetzt etwas anderes?“
William schüttelte den Kopf.
„Es ist nichts anderes. Wir beobachten. Vielleicht geht die Sache ganz anders aus als wir befürchten“
Anassa runzelte nachdenklich die Stirn.
„Du meinst wenn wir jetzt eingreifen verwehren wir Albert die Chance sich anders zu entscheiden, aus freien Stücken?“
Will nickte.
„Und dieses Experiment soll auf Kosten eines Menschenlebens gehen?“
Wieder hörten sie einen Schrei, diesmal klang er anders, fast wie ein Heulen. Verzweiflung und Schmerz hallten durch den Wald.
Ana lief los, William folgte ihr, überholte sie und sagte: „Du bleibst hinter mir“

Rebecca griff nach Zoes Beinen und zog sie vom Rand des Abgrundes weg. Ein halb gestöhnter Schrei drang aus Marsters Kehle als sie sich in eine sitzende Position aufrichtete. Ihr rechter Arm, hing nutzlos an ihrem Körper herunter, wirkte seltsam verdreht.
Chambers erkannte das die Wucht von Weskers Gewicht als sie versuchte ihn abzufangen, ihren Arm ausgekugelt haben musste.
Zoe's Gesicht war weiß wie Schnee, so blass das ihre Haut fast transparent wirkte, ihre Lippen bebten und sie atmete schwer, vor Schmerz und der Anstrengung die sie gerade hinter sich hatte.
Keine der beiden Frauen sagte ein Wort.
Im nächsten Moment stieß Marsters einen so heftigen Schrei aus, das Rebecca erschrocken zusammenfuhr. Es klang wie ein langgezogenes, verzweifeltes und wütendes Heulen. Das Geräusch fuhr der zierlichen Rekrutin eiskalt unter die Haut. Sie schauderte.
Als der Schrei endete, blickten Zoes moosgrüne Augen eine ganze Weile ins Leere.
„Zoe?“, fragte Rebecca vorsichtig mit leiser Stimme.
Marsters blinzelte, wandte ihren Kopf in Chambers Richtung und starrte sie an. Durch den Schrei hatte sie zumindest wieder etwas Farbe im Gesicht. Das Bild war seltsam, wie sie da im Laub saß, der Arm an ihr herunterhing, als gehörte er nicht dazu.
Tränen liefen über Marsters Gesicht, aber sie gab keinen Ton von sich.
Als Chambers Schritte hörte, wandte sie erschrocken den Kopf. Sie sah wie William und Ana sich näherten. Dann hörte sie etwas hinter sich und drehte sich hastig um.
Zoe war aufgestanden, stand kaum eine Armlänge von ihr entfernt da und starrte sie an. Ihr Ausdruck war steinernen.
Die Brünette stand hinter ihr.
„Zoe... es tut mir leid, aber ich hatte keine andere Wahl“
Marsters reagierte nicht auf ihre Worte.
„Hätte ich dich vielleicht mit ihm streben lassen sollen?!“
Die Brünette mit dem ausgekugelten Arm reagierte noch immer nicht, starrte Rebecca einfach nur unverwandt an.
„Wir hätten ihn nicht retten können, weder du noch ich hatten die Kraft dazu und du warst verletzt, du hättest nicht helfen können“, versuchte Chambers es erneut.
Die Schritte kamen näher, William und Ana tauchten zwischen den Bäumen auf.
„Was ist passiert?“, fragte William „Wo ist Albert“
„Unten... in der Schlucht, am Flussufer“, antwortete Zoe ihm mit monotoner Stimme ohne den Blick von Rebecca zu wenden.
Will zog fragend die Brauen hoch.
„Aber warum ist er...“
„William, ihr Arm, sieh doch“, unterbrach ihn Ana.
Der Blick des Wesker-Doppelgängers fiel auf Zoes rechten Arm.
„Was zum Teufel ist hier passiert? War er das?“, fragte er irritiert.
Rebecca schüttelte den Kopf.
„Wesker hat sie nicht absichtlich verletzt. Sie hat versucht ihn zu halten als er stürzte, die Wucht durch sein Gewicht hat ihr den Arm ausgekugelt. Sie konnte ihn eine kleine Weile halten, aber wir konnten ihn nicht hochziehen“
„Er ist gestürzt? Deshalb ist er also unten in der Schlucht“, murmelte William mit einem Seufzen.
„Wie tief geht es da runter?“, fragte Ana und näherte sich dem Rand des Abgrunds, blickte hinunter.
Im nächsten Moment packte William sie beim Kragen ihrer Jacke und zog sie zurück.
„Sehr tief“, sagte er trocken „Bleib da weg“
„Wieso hat er sich nicht selbst hochgezogen?“, fragte Ana verblüfft.
„Er konnte nicht. Albert war verletzt... er hatte eine Kugel in der Schulter“, klärte Zoe sie auf.
„Das war also der Schuss den wir gehört haben“, meinte William und blickte Rebecca an.
Chambers schüttelte den Kopf und sagte leise: „Sieh nicht mich an, ich habe nicht geschossen“
Verwirrt blickten Ana und Will zu Zoe.
„Es war keine Absicht... der Schuss hat sich im Gerangel gelöst als ich ihm die Waffe abnehmen wollte... die Kugel schlug in seiner rechten Schulter ein. Sie steckte noch in seinem Körper, er konnte die Wunde nicht schnell genug regenerieren... ich wollte das nicht“, ihre letzten Worte kamen ihr kaum noch über die Lippen, sie verschluckte sich fast an ihrer eigenen Stimme.

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Zoe Wesker

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Mittwoch, 9. März 2016, 14:18



Kapitel.10

Claire hatte die Stadt verlassen und war aufs Land gefahren, zu der Jagdhütte die früher einmal ihrem Vater gehört hatte. Sie hatte sich mit Proviant und allem andern eingedeckt das sie für die kommenden Ereignisse als nützlich erachtete.
Sie vermutete das es besser war weg von großen Menschenmassen zu sein. Noch war das Virus in ihrer Heimatstadt nicht ausgebrochen, aber es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis es soweit sein würde. Abgesehen von der Gefahr durch das Virus selbst, waren Menschenmassen in Panik kaum weniger gefährlich.
Nach wie vor konnte sie niemanden erreichen, weder Leon noch Agent Vester oder sonst jemanden den sie kannte, der ihr hätte helfen können ihren Bruder zu finden.
Claires Gedanken schwankten zwischen Wut und Resignation. Sie wusste das sie ihn auf eigene Faust nicht finden konnte, sie hatte keine Anhaltspunkte und die Situation da draußen wurde von Tag zu Tag schlimmer.
Es gab kein Internet und keinen Fernseher, aber ein Radio hielt sie auf dem Laufenden.
Die Situation in Afrika war aus den Fugen geraten, das Virus verbreitete sich wie ein Lauffeuer, das Militär schoss dort mittlerweile auf praktisch alles was sich bewegte.
Die Panikwelle in Manchester hatte mittlerweile fast mehr Menschenleben gekostet als das Virus selbst.
Claire blickte aus dem Fenster. Hier gab es so weit das Auge reichte keine anderen Häuser, die Landstraße war zwar in Sichtweite, aber einige hundert Meter entfernt.
Sie hatte die alten Jagdgewehre ihres Vaters hier und reichlich Munition. Ihr war klar, dass wenn es hart auf hart kam, sie früher oder später danach greifen musste. Flüchtende würden vielleicht diese, wenn auch üblicherweise selten befahrene, Landstraße entlang kommen, die Hütte in der Ferne sehen und vielleicht an Plünderung denken.
Und dann waren da noch die Infizierten, die vermutlich auch hier entlang kommen konnten, egal wie abgelegen ihr Unterschlupf hier auch war.
Chris kannte diese Hütte ebenso wie sie, falls er noch lebte und nach ihr suchen sollte, würde er sicher auch hier vorbeischauen.
Claire hoffte so sehr darauf das Chris sie hier suchen und finden würde, auch wenn irgendwo tief in ihrem Inneren eine spottende Stimme ihr sagte, dass sie ihn nie wieder sehen würde.



Ana näherte sich vorsichtig Zoe.
Marsters war im Moment ruhig, wirkte nicht aggressiv, aber Anassa spürte sehr deutlich das Brodeln unter der Oberfläche. Die Gefühle in der Brünetten tobten regelrecht.
„Wir müssen deinen Arm wieder einrenken“, sprach sie sanft auf sie ein.
Zoe blinzelte und nickte langsam: „Ich weiß...“
„Du bist so ruhig. Hast du denn keine Schmerzen?“, fragte Rebecca leise.
Als Zoe nicht antwortete, sagte William: „Adrenalin und Schock. Sie hat mit Sicherheit Schmerzen, aber sie kann sie im Moment nicht realisieren“
Rebecca wusste das natürlich, trotzdem wirkte es so seltsam, so surreal wie Marsters dastand.
Will trat an den Rand der Schlucht und blickte nach unten.
Alberts zerschlagener Körper lag auf dem steinernen Ufer, um ihn herum hatte sich eine große Lache Blut ausgebreitet, die langsam in den Fluss sickerte.
„Ich werde mich um seine sterblichen Überreste kümmern, damit die Aasfresser sich nicht an ihm vergreifen. Ihr drei geht zurück zur Hütte“
Will schritt auf Zoe zu, griff nach ihrem Arm und der Schulter. Mit einem Ruck rückte er sie zurecht.
Marsters Mund klappte auf, sie schnappte heiser nach Luft, bekam den Schrei nicht aus ihrer Kehle den sie ausstoßen wollte. Sie sackte auf die Knie und stöhnte.
„Ich schätze diesen Schmerz hat sie sehr wohl wahrgenommen“, murmelte der Wesker Klon.
„Kümmere dich um sie, ich bin bald zurück“, sagte er zu Ana und suchte nach einem sicheren Abstieg in die Schlucht.

Ana stützte Zoe auf dem Rückweg zur Hütte, da ihre Knie immer wieder nachgaben und sie mehrfach beinahe stürzte. Marsters wirkte haltlos wie eine Betrunkene.
Rebecca folgte den beiden mit einem kleinen Abstand. Ihre Unsicherheit war kaum zu übersehen. Die Situation behagte ihr nicht. Sie war mit dem Leben davongekommen und im Grunde wusste sie, sie hatte das richtige getan. Dennoch war es unklar wie Zoe zu der Sache stehen würde, sobald sie sich von dem Schock erholt hatte.
Die Befürchtung lag nahe, dass sie Chambers alles andere als wohlgesonnen sein würde.
In der Hütte angekommen, ließ Ana Zoe auf das Sofa sitzen und begann die Küche zu inspizieren. Nach einer kurzen Weile fand sie was sie suchte und setzte Tee auf.
Rebecca setzte sich an den kleinen Esstisch in der Ecke und behielt Marsters unsicher im Auge. Zoe schien alles und jeden um sich herum zu ignorieren, vorerst jedenfalls.

William hatte einen Weg nach unten zum Fluss gefunden. Es hatte eine Weile gedauert und er musste einen größeren Umweg machen, aber er hatte nicht vor Alberts Schicksal zu teilen.
Als er das Flussufer entlang schritt und die Leiche in der Ferne sah, die mit jedem Schritt den er machte näher kam, spürte er ein unruhiges Gefühl in der Magengrube.
Als Will schließlich über dem Toten stand, der ihm bis aufs letzte Haar glich, fühlte er sich unbehaglich.
Er kam sich vor als würde er sich selbst betrachten.
Albert war ein Bild des Elends. Seine Glieder waren unnatürlich verdreht, sein Rückgrat durch den Sturz auf einen größeren Stein offensichtlich gebrochen. Sein Kopf allerdings schien unversehrt zu sein.
Will seufzte, es war ein unangenehmes Gefühl in die Blutlache zu treten die den toten Körper umgab, aber um an ihn heran zu kommen, hatte er keine andere Wahl.
William griff nach Alberts Schultern, wollte den Körper anheben, als dieser plötzlich zuckte. Will ließ er erschrocken los und trat einen Schritt zurück.
„Heilige Scheiße!“, entfuhr es ihm.
Albert riss die Augen auf, starrte in den Himmel über sich. Sein Mund öffnete sich und er machte einen heiseren, gierigen, tiefen Atemzug. Sein Atem klang pfeifend und angestrengt als er versuchte seine Lungen auch weiterhin mit Sauerstoff zu füllen.
Will trat wieder näher heran.
„Albert, kannst du mich verstehen?“
Weskers Augen wanderten in seine Richtung doch er starrte ihn nur an, fassungslos und unter Schmerzen.

Zoes Finger umklammerten die Teetasse die Ana ihr gegeben hatte, als müsse sie sich daran festhalten um nicht vom Sofa zu fallen.
Rebecca saß noch immer Am Esstisch und Ana stand unschlüssig in der Kochecke gegen den Tresen gelehnt.
Anassa beobachtete die Szene für eine ganze Weile schweigend. Ihr intuitiver Sensor für das Befinden der Menschen in ihrer Umgebung sprengte die Skala. Die Niedergeschlagenheit, der unterdrückte Zorn, Angst und Resignation waberten durch die Luft, beinahe sichtbar.
Ana bemühte sich von den Gefühlen die sie umgaben nicht mitgerissen zu werden, aber das war alles andere als leicht. Von Rebecca ging hauptsächlich eine seichte Unsicherheit und Rastlosigkeit aus, Zoe hingegen stand regelrecht in Flammen.
Marsters saß ruhig da, starrte ins Leere, doch unter der Oberfläche herrschte ein Feuersturm aus Gefühlen, es war nur eine Frage der Zeit wann diese Gefühle nach außen dringen würden. Ana hoffte das William bis dahin zurück sein würde. Anassa war nicht wehrlos oder ängstlich, aber diese Intensität die von Zoes Gefühlen ausging, machte ihr doch ein wenig Angst.
Im nächsten Moment und ohne Vorwarnung, warf Zoe die mittlerweile leere Tasse quer durch den Raum. Das Porzellan zerschellte klirrend an der Wand gegenüber dem Sofa.
Rebecca und Ana waren erschrocken zusammengezuckt, aber beide blieben wo sie im Moment waren.
Marsters stand auf, ließ ihre Schultern kreisen, auch die zuvor ausgekugelte. Es schien ihr keine Schmerzen zu bereiten. Sie warf einen prüfenden Blick auf besagte Schulter, bewegte sie erneut, dann blickte sie nachdenklich auf einen imaginären Punkt an der Wand.
„Was ist los mit ihr?“, fragte Rebecca leise.
Ana schüttelte den Kopf.
„Ich weiß es nicht“, antwortete sie wahrheitsgemäß.
„Der Schmerz ist weg“, sagte Zoe unvermittelt.
„Das ist doch gut“, meinte Ana zuversichtlich.
„Er dürfte aber noch nicht weg sein“, warf Rebecca ein.
Anassa sah Marsters prüfend an.
„Bist du anders? Ich meine so wie Albert es war oder William?“
Zoe schüttelte den Kopf.
„Nein, eigentlich nicht. Allerdings...“
„Was?“, hakte Ana nach als sie nicht weitersprach.
„Rakshasa“, murmelte Rebecca.
„Rak...was?“
„Rakshasa“, wiederholte Zoe „Alberts Schwester hat mich damit infiziert. Wir dachten ich sei immun, weil sich nichts veränderte“
Sie sprach seltsam sachlich und beherrscht. Aber das Brodeln unter der Oberfläche war noch immer da, Ana konnte es deutlich spüren.
„Was hätte es bewirken sollen?“, wollte Trents Schwester wissen.
„Mutationen, den Verlust des menschlichen Verstandes... unschöne Dinge“, klärte Marsters sie auf.
Ana dachte einen Moment nach, dann sagte sie: „Mutationen können auf unterschiedlicher Ebene auftreten. Was Alberts und Williams besondere Fähigkeiten ausmacht, sind auch Mutationen auf genetischer Ebene“
Zoe blinzelte, schien nachzudenken, dann schritt sie zu Anassa in den Küchenbereich herüber.
„Gib mir mal ein Messer“, forderte sie.
Ana erwiderte unsicher Zoes Blick.
„Ich weiß nicht ob das eine gute Idee ist. Was hast du damit vor?“
„Ich will etwas ausprobieren, ein kleiner Schnitt sollte reichen um zu sehen ob ich richtig liege oder nicht“
„Womit?“
„Siehst du dann schon“, murrte Zoe ungeduldig.
„Vielleicht sollten wir warten bis William zurück ist“, entgegnete Ana unsicher.
Zoe griff nach Anas Schulter und schob sie zur Seite.
„Dann hole ich es mir eben selbst“
Unschlüssig ob sie versuchen sollte Zoe daran zu hindern ein Messer zu nehmen oder nicht, beobachtete Ana was Marsters tat.
Sie griff sich ein kleines aber scharfes Messer und fügte sich einen kleinen Schnitt auf dem linken Handrücken zu.
„Du denkst an erweiterte regenerative Fähigkeiten“, stelle Ana erleichtert fest.

Es dauerte ein paar Sekunden, der Handrücken begann zu kribbeln, ein Gefühl als wäre ihre Hand für einen Moment eingeschlafen.
Zoe wischte das Blut beiseite und sah das sich der Schnitt geschlossen hatte.
„Interessant“, sagte sie nachdenklich und zeigte Ana das Ergebnis ihres Versuchs.
„Das ist in der Tat interessant“, stimme sie ihr zu.
Rebecca war schweigend näher gekommen, blickte auf Zoes Hand.
„Immerhin hast du was gutes aus diesem Horrortrip mitgenommen“
Chambers blickte auf ihr eigenes Handgelenk. Sie trug noch immer das Armband. Es gab kein Gegenmittel mehr, sie war auf die Warnzeichen des Armbandes angewiesen. Sie glaubte nicht das sie so viel Glück haben würde wie Marsters.
Es war ein Wunder das noch nichts passiert war, als Wesker sie hatte töten wollen. Vielleicht weil sie sich auf Zoe verlassen hatte, möglicherweise hatte ihr das genug Mut gemacht um nicht in Panik auszubrechen.
Aber jetzt würde Marsters wohl nicht mehr so sehr darauf bedacht sein Rebecca zu beschützen, dessen war sie sich bewusst.
Rebecca erklärte Ana was alles auf der Insel passiert war, die Funktion des Armbandes das sie alle getragen hatten.
„Ich wusste das Alex eine Psychopathin war, aber das setzt neue Maßstäbe“, merkte sie an.
„Was ist mit dir?“, fragte Zoe.
Ana blickte sie fragend an.
„Was soll mit mir sein?“
„Bist du anders?“
Anassa zuckte mit den Schultern.
„In gewisser Weise schon. Meine Wahrnehmung ist anders als die anderer Menschen, aber soweit ich weiß, wurde ich so geboren“
„Was bedeutet das?“, hakte Rebecca neugierig nach, ihre klaren blauen Augen musterten Ana interessiert.
Ana dachte einen Moment nach wie sie es am besten formulierte, bevor sie antwortete: „Ich bin sehr empfänglich für die Stimmungen andere Menschen, ich kann sie fühlen und erahnen, meistens schon bevor die betroffenen es selbst spüren und auch wenn sie es verstehen ihre Gefühle meisterhaft zu verbergen... wie Albert oder William“
„Albert konnte das auch sehr gut... meistens jedenfalls... bei mir tat er sich allerdings schwer“
Ana nickte.
„William auch“
„Du könntest also als Lügendetektor fungieren?“, fragte Rebecca mit einem schiefen Lächeln.
Ana lachte leise ihr melodisches Lachen.
„Ja, so was in der Art“, stimmte sie zu.
Sie wurde aber wieder ernst und sagte: „Ich spüre auch überdeutlich Zoes unterdrückten Zorn. Er brennt wie ein radioaktives Feuer, man kann sich der Hitze die du ausstrahlst kaum entziehen“
Zoe blinzelte und nickte.
„Ja. Ich dachte mir schon das du es bemerkt haben musst“
Rebecca trat unruhig von einem Bein auf das andere.
„Entspann dich“, murmelte Zoe ihr zu „Der rationale Teil in mir weiß das du keine Wahl hattest. Der irrationale Teil will dich dafür bluten sehen. Aber wie du sicher gemerkt hast, ist mein rationaler Part stärker, sonst würdest du schon längst in deinem eigenen Blut ertrinken“
Chambers schluckte.
„Es tut mir leid... aber hätte ich nichts getan wärst du jetzt auch tot. Wir konnten Albert nicht retten“
„Wir hätten nach William rufen sollen“, merkte Zoe zynisch an „Er hätte ihn hochziehen können. Aber daran haben wir nicht gedacht“
„Die Situation war so intensiv, eure Gedanken ließen sich nicht ordnen“, sagte Ana sanft.
„Nicht einmal Albert hat daran gedacht“, sagte Zoe leise.
Eine einsame Träne rollte über ihre Wange. Energisch wischte sie sich mit dem Ärmel über das Gesicht.
„Es ist seltsam. Fast die ganze Zeit über, obwohl ich ihn wirklich sehr geliebt habe, dachte ich immer daran das ich nicht bei ihm sein sollte. Ich wollte unbedingt bei ihm sein, aber ein Teil von mir sagte mir das es falsch sei. Allein schon wie alles begann, mit Entführung, Mord und Verrat. Die Welt in die er mich zog war... ganz anders als meine. Ich dachte oft das es besser wäre wenn er nicht da wäre. Aber er hatte mich so sehr in seinen Bann geschlagen, ich hasste und liebte ihn dafür. Ich habe ihn angebetet und verachtet. Jetzt ist er weg, er kommt nicht wieder und ich wünschte ich hätte diese Gedanken die sich gegen ihn richteten nie gehabt. Ich will das er zurück kommt. Ich wäre für immer bei ihm geblieben“
Rebecca senkte den Blick, sie wusste nicht was sie dazu sagen sollte.
Ana griff vorsichtig nach Zoes Schulter.
Marsters blickte Ana an und lächelte wehmütig.
„Was... habt ihr besprochen als ihr draußen wart? Ich meine bevor er mich holte um mich... zu töten“, fragte Rebecca schließlich leise.
„Es ging um dich. Ich wollte es ihm ausreden, ich sagte ihm das ich ihn verlassen würde wenn er es tut. Er glaubte mir nicht oder wollte mir nicht glauben. Was danach passierte weißt du ja“
Ana trat näher an sie heran, sie spürte bereits was sich in der Brünetten anbahnte. Im nächsten Moment ließ Zoe ihren Kopf auf Anas Schulter sinken und flüsterte: „Er fehlt mir so sehr, dieser starrköpfige Idiot“

Die Tür zur Hütte wurde aufgerissen. Im Türrahmen standen zwei Schemen, die eine gebeugt und auf die andere gestützt mit der Dunkelheit im Rücken.
Ungläubig starrten die Frauen zur Tür.
William trat in den Schein des Kaminfeuers. Albert hing auf ihn gestützt an seiner Seite, seine Kleidung war voller Blut, aber er war offenbar am Leben, auch wenn er kaum einen Fuß vor den anderen setzen konnte.
Zoe stand da wie angewurzelt, ihre Knie begannen zu zittern.
„Ana, mach das Bett frei“, forderte William.
Eilig kam die junge Frau mit dem pechschwarzen Haar der Aufforderung nach.
William schleifte Albert zum Bett und legte ihn dort ab, dann begann er ihn aus der blutigen Kleidung zu schälen.
„Was...“, mehr bekam Zoe nicht über die Lippen.
„Rebecca, du bist doch Sanitäterin oder? Ich brauche deine Hilfe“
Chambers zögerte einen kleinen Moment doch dann gesellte sie sich zu William.
„Ana, geh mit Zoe ins Nebenzimmer, ich komme zu euch sobald ich fertig bin“
„Aber was...“, versuchte Marsters es erneut, konnte den Satz jedoch erneut nicht beenden.
Ana führte sie sanft aber bestimmt ins Nebenzimmer und sorgte dafür das sie sich setzte.
„Keine Panik, William weiß was er tut. Du kannst ihm vertrauen“, sprach sie leise auf Zoe ein.
„Was passiert da gerade?“, fragte Marsters neben sich.
„William versucht ihn zu retten“
„Warum schickt er mich aus dem Raum?“
„Vielleicht weil er sich nicht sicher ist ob er es schaffen wird“, gab Ana zu.
Marsters schloss die Augen und atmete tief durch.
„Ich sollte bei ihm sein“, sagte sie, als sie die Augen wieder öffnete.
„Will macht das schon. Du kannst ihm vertrauen“
"Du wiederholst dich", murrte Zoe, blieb aber dennoch sitzen.

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Wesker's Lady (29.09.2018)

Zoe Wesker

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Sonntag, 13. März 2016, 14:30



Kapitel.11

Wesker war in schlechtem Zustand, aber er wurde zusehends stabiler. Rebecca half William so weit sie es konnte. Es gab keine wirklichen Instrumente oder Medikamente, alles was sie anwenden konnten waren Hausmittelchen, alte Tricks um ihm die ohne hin von selbst funktionierende Regenration zu erleichtern.
Albert stöhnte jedes Mal wenn sich ein Knochenstück zurechtrückte, ein Muskelriss sich ruckartig schloss. Der Vorgang war sehr schmerzhaft, er ging natürlich sehr viel schneller von statten als bei einem normalen Menschen. Ein gewöhnlicher Mensch hätte diese Schäden gar nicht überlebt.
„Wo zum Teufel bin ich?“, war das erste was Wesker unter Schmerzen hervorbrachte.
„Zurück in der Hütte“, antwortete William ihm.
„Welche Hütte?! Wer bist du?! Warum siehst du aus wie ich?!“
William stutzte. Er und Rebecca sahen sich alarmiert an.
„Du weißt nicht mehr wer ich bin?“
„Erkennen Sie mich vielleicht, Captain?“, fragte Rebecca.
„Chambers... was machen Sie hier? Was ist passiert...warum...“
Sein letzter Satz ging in einem gequälten Stöhnen unter, als zwei Rippen sich regenerierten.
„Sie hatten einen Unfall Captain. Was ist das letzte woran sie sich erinnern?“
Als Albert sich erneut gefangen hatte sagte er angestrengt: „Die Dienstbesprechung mit Irons, wegen Ryman der schon wieder die Prüfung nicht bestanden hat“
Rebecca blinzelte.
„Captain... das ist sechs Monate her. Ist das wirklich das letzte woran sie sich erinnern?“
Wesker starrte sie entsetzt an.
„Sechs Monate?! Das kann nicht sein...was ist in der Zwischenzeit passiert?!“
„Eine ganze Menge, fürchte ich“, murmelte William.

Seit drei geschlagenen Stunden war Zoe nun mit Ana im Nebenraum. Hin und wieder hörte sie ein paar Wortfetzen, konnte aber nicht wirklich etwas verstehen. Albert stöhnte viel, hatte offenbar Schmerzen.
Marsters ging unruhig im Zimmer auf und ab. Hin und wieder setzte sie sich nur um kurz darauf wieder aufzustehen und unruhig auf und ab zu gehen.
„Ich weiß das du dir Sorgen machst. Aber er wird es schaffen, da bin ich mir sicher. Er ist verdammt zäh soweit ich weiß“, sprach Ana ruhig auf die Brünette mit den moosgrünen Augen ein.
„Ich hasse es zu warten. Ich will sehen wie es ihm geht“, murrte Zoe.
„Das ist mir klar. Aber ich denke du solltest warten. William tut das Richtige, du wärst ohnehin zu aufgewühlt“,meinte Anassa.
„Vermutlich“, brummte Marsters.

Als die Tür zum Nebenzimmer aufging, wollte Zoe direkt hinaus, doch William schob sie zurück ins Zimmer bevor sie an ihm vorbei konnte.
„Was soll das?! Lass mich endlich zu ihm !“, protestierte sie.
„Ana, geh doch bitte zu Rebecca und Albert und hab ein Auge auf die beiden“
Anassa nickte und verließ auf leisen Sohlen den Raum.
Als die Tür hinter ihr geschlossen war, bat Will Zoe sich zu setzen. Statt sich zu setzen schritt sie an das Fenster und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand daneben.
Draußen war es dunkel, aber der Vollmond tauchte den Wald in silbriges Licht und malte geisterhafte Schatten auf die Erde. Im Nebenraum selbst hatte Ana zwei Kerzen angezündet, die bereits halb abgebrannt waren.
„Was ist los?“, fragte Zoe schließlich lauernd und übellaunig.
„Albert ist physisch soweit wieder in Ordnung. Er wird noch ein oder zwei Tage brauchen um wieder ganz fit zu sein“
Marsters Gesicht kämpfte mit den Emotionen dahinter, offenbar auch mit Tränen der Erleichterung, trotzdem blieb sie skeptisch.
„Ich glaube ich habe da ein unausgesprochenes „Aber“ gehört“, merkte sie mit leiser Stimme an.
William seufzte leise und setzte sich an den Tisch.
„Vielleicht solltest du dich doch zu mir setzen“, meinte er und deutete auf den zweiten, freien Stuhl.
Widerwillig kam Zoe an den Tisch und setzte sich ihm gegenüber.
„Was ist das Problem? Er ist wütend auf mich oder? Wegen dem was passiert ist?“, fragte sie niedergeschlagen.
Will schüttelte den Kopf.
Es war seltsam mit ihm über Albert zu sprechen, sie sahen sich so verdammt ähnlich.
„Was ist es dann?“
„Er erinnert sich gar nicht an das was passiert ist, folglich kann er auch gar keine Meinung oder irgendein Gefühl dazu haben. Aber genau das ist das Problem. Seine letzte Erinnerung liegt über sechs Monate zurück“, klärte er sie schließlich auf.
Zoe blinzelte, sie wirkte verwirrt und erschrocken.
„Aber... wir haben uns erst vor knapp fünf Monaten kennen gelernt. Das würde bedeuten... das er nicht mal weiß wer ich bin“, sprach sie leise mit belegter Stimme.
William nickte.
„Ich habe ihn über das meiste aufgeklärt, den Virusausbruch, Racoon Citys Zerstörung, Trent... aber über dich habe ich nicht mit ihm gesprochen. Ich dachte das möchtest du vielleicht lieber selbst tun weil es doch sehr persönlich ist“
Zoe weinte geräuschlos, ein paar Tränen rollten von ihren Wangen, tropften auf die Tischplatte über die sie sich gebeugt hatte.
Sie nickte langsam.
„Danke“
William blickte sie besorgt an.
„Wie hat er den Gedächtnisverlust aufgenommen? Hat er dir alles geglaubt?“, fragte sie ihn schließlich.
„Erst nicht. Aber dann doch. Er ist wütend über den Verlust all der Erinnerungen und auch über die durch Trent ins Rollen gebrachte Pandemie. Offenbar hatte er irgendwelche Pläne die dadurch gestört werden. Ansonsten... na ja, er ist eben Albert Wesker“
Zoe lachte humorlos.
„Ja, der alte Wesker. Bevor wir... bevor sich alles verändert hat. Er ist so wie früher“
William zuckte ein wenig hilflos mit den Schultern.
„So ziemlich, ja“
„Dann kann ich ihm nicht von mir und ihm erzählen. Er würde es nicht glauben... ich glaube nicht das ich seine Reaktion ertragen würde“
Unsicher blickte William auf die Tür.
„Vielleicht solltest du mit Ana reden, ich glaube nicht das ich ein guter Gesprächspartner für so was bin“
„Ich komme allein klar“, sagte Zoe leise „Lass mich einfach ein paar Minuten allein. Sag den anderen sie sollen ihm nichts wegen mir sagen“
Will zögerte, doch schließlich nickte er und verließ den Raum.

Ana blickte auf als William aus dem Zimmer kam. Sie stutzte als sie sah das er allein war.
„Was macht er“, fragte er die beiden Frauen.
„Er schläft“, sagte Rebecca „Das wird er in den nächsten Tagen sehr viel tun. Er muss eine Menge Energie nachladen. Wir brauchen etwas um ihm etwas Starthilfe zu geben. Vitamine und Zucker, viel Wasser. Er wird sich dehydriert fühlen wenn er aufwacht“
Ana nickte zustimmend.
„Sein Körper hat eine Menge Energie verbraucht als er regenerierte, er wird sich die nächsten paar Tage fühlen, als sei er unter einen Panzer geraten“, merkte sie an.
Anassa blickte auf die Tür des Nebenzimmers.
„Sie wollte ihn doch unbedingt sehen. Warum kommt Zoe nicht her?“
„Die Tatsache das er nicht mehr weiß wer sie ist, hat ihr ganz schön zugesetzt. Sie wollte allein sein“
Ana seufzte und meinte: „Ja, Rebecca erzählte mir von dem Gedächtnisverlust“
William zuckte mit den Schultern.
„Ich kann so was nicht, dafür fehlt mir die Erfahrung. Vielleicht solltest du besser mit ihr reden“
Ana nickte, kam näher und küsste ihn auf die Wange.
William blickte sie fragend an, dann lächelte er.
„Womit habe ich den verdient?“
Ana erwiderte das Lächeln.
„Einfach so. Du bist so umsichtig und aufmerksam, in den Wesker Genen steckt mehr als ich dachte“

Als Ana in das Nebenzimmer zurückging, saß Zoe immer noch an dem Tisch, die langen Haare hingen ihr ins Gesicht.
Anassa zog die Kerzen ein Stück von ihr weg, damit sie sich nicht auch die Haar versehentlich anzündete.
Als sie sich setzte blickte Zoe nicht auf. Ana konnte leise Schluchzer hören und sah wie Zoes Schultern bebten.
Ihre Traurigkeit lag schwer im Raum, wie ein bleierner Schleier. Ana fühlte sich als würde sie das Gewicht von Marsters Gefühlen auf ihren eigenen Schultern spüren. Ihr Gespür schlug bei dieser Frau jedes Mal besonders hoch an. Zoe schien eine Frau voller Intensität zu sein die sie in sich begraben hatte. Aber im Moment schlitterte sie allerdings auch von einer Extremsituation in die nächste.
Anassa berührte sie nicht, drang nicht in ihre Privatsphäre ein. Sanft sagte sie: „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen Zoe, es wird alles gut werden“
Marsters reagierte nicht darauf.
„Du solltest durchatmen und wenn du soweit bist, kommst du nach draußen zu uns, zu Albert“
Zoe blickte auf. Ihre Augen waren stark gerötet.
„Wie bitte schön soll alles wieder gut werden? Er hat mich vergessen“, presste sie heiser hervor.
„Das liegt aber nicht an dir oder daran das du ihm nichts bedeutet hättest. Die Beschädigungen an seinem Gehirn waren so stark, das seine Regeneration nicht alle Erinnerungen wiederherstellen konnte. Vielleicht kommt sie noch in ein paar Stunden oder Tagen zurück. Aber selbst wenn das nicht passiert, er ist immer noch derselbe Mann, er wird sich wieder in dich verlieben, du musst nur etwas Zeit mit ihm verbringen“
Zoe wischte sich die Tränen vom Gesicht.
„Glaubst du wirklich?“
Ana lächelte zuversichtlich.
„Ja, das glaube ich wirklich“
Zoe lachte leise.
„Könnte vielleicht sogar interessant sein. Von vorn anfangen, ohne Entführung diesmal“
„So gefällst du mir schon besser“, sagte Ana erleichtert.
„Warum bist du eigentlich so nett zu mir? Und William, der ist auch so... nett“
Anassa lächelte milde.
„Wieso auch nicht?“, lautete ihre Gegenfrage.
„Na ja, nach dem was ich über Trent weiß... was wir erlebt haben, dachte ich ihr wärt Monster“, gab Zoe freimütig zu.
Ana senkte für einen Moment den Blick, als sie wieder aufblickte sagte sie: „Ich habe meinen Bruder geliebt, aber er war fehlgeleitet. Sein Wunsch nach Rache für den Tod unserer Eltern hat ihn aufgefressen. Niemand konnte ihn mehr retten“
„Tut mir leid, ich wollte nicht in offenen Wunden herumstochern“, sagte Marsters betreten.
„Schon gut. Ich nehme es dir nicht übel. Du hast viel ertragen müssen in den letzten Wochen, auch wegen meinem Bruder“
Als Ana aufstand und sie bat ihr zu folgen, blickte Zoe sie unsicher an.
„Wie soll ich mich jetzt denn verhalten?“
„Ganz normal. Im Moment schläft er ohnehin. Sei du selbst, das ist nämlich die Frau für die er seine Prinzipien über Bord geworfen hat“


Die Radiosender sendeten kaum noch Musik oder irgendetwas anderes. Hauptthema waren die Seuchenausbrüche auf der ganzen Welt. Claire vermutete das es im Fernsehen ähnlich ablief. Die Berichte über Ausbrüche häuften sich, das Virus zog seine Kreise um den Erdball.
Sie hatte immer eine geladene Waffe in Reichweite, Fenster und Türen im unteren Stockwerk der Jagdhütte waren verschlossen.
Irgendwo in weiter Ferne stieg eine dicke Rauchsäule in den Himmel.
Laut dem Bericht des lokalen Radiosenders handelte es sich um ein Sägewerk in Clarkstown welches in Flammen stand. Es soll bei Unruhen in Brand geraten sein.
Das Chaos war gar nicht mehr all zu weit entfernt.
Das Mobilfunknetz war ausgefallen, sie konnte niemanden mehr erreichen, einen Festnetzanschluss gab es in der Hütte nicht.
Claire war auf sich allein gestellt, aber damit würde sie klarkommen. Sie war schon immer sehr selbstständig gewesen. Allerdings wünschte sie sich trotzdem Chris und Leon herbei. Aber sie machte sich mittlerweile keine Illusionen mehr, sie würde die Sache allein durchstehen müssen.
Mit heulenden Sirenen schossen mehrere Einsatzfahrzeuge der Polzei auf der Landstraße in der Ferne vorbei, blinkend wie Weihnachtsbäume.
Sie wollte gar nicht wissen wie es in den großen Städten zuging.

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Wesker's Lady (29.09.2018)

Zoe Wesker

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Donnerstag, 17. März 2016, 00:23



Kapitel.12

Ada und Leon warteten nach wie vor auf den Anruf von Wesker. Es war bereits der dritte Tag in ihrem Versteck, dem alten Herrenhaus.
Kennedy war es nicht gewohnt herum zu sitzen, zu warten und sich zu verstecken. Eine innere Unruhe hatte ihn erfasst, es fühlte sich falsch an nur zu warten. Aber es wäre leichtsinnig gewesen sich auf der Straße sehen zu lassen. Simmons hatte bereits bewiesen das er keine halben Sachen machen würde. Vermutlich hatte er weitere Leute auf Leon angesetzt.
„Du stehst nur da und trotzdem wirkst du so hibbelig das es einem den letzten Nerv raubt“, sagte Ada die in den Raum kam.
Leon drehte sich zu ihr um und entgegnete ihr trocken: „Dann hör doch einfach auf mich zu beobachten“
Die Asiatin lächelte.
„Vielleicht sollten wir dir eine Beschäftigung suchen, damit du dich abreagieren kannst. Vielleicht schläfst du dann auch mal eine Nacht durch“
„Woher weißt du, dass ich schlecht schlafe?“, wollte Kennedy wissen.
„Ich höre dich nachts durch das Haus wandern“
„Das würde bedeuten dass du einen extrem leichten Schlaf hast oder ebenfalls nicht schlafen kannst. Vielleicht braucht du ja auch etwas um dich abzureagieren?“
Ada lachte.
„Möglich. Ich wüsste sogar etwas womit wir beide uns abreagieren könnten“
Leon zog die Brauen hoch.
„Falls du das im Sinn hast was ich denke das du im Sinn hast, dann halte ich das für keine sehr gute Idee“
Ada schüttelte den Kopf und schnalzte mit der Zunge.
„Geiferst du etwa immer noch dieser Rothaarigen nach? Claire, richtig? Wo ist sie eigentlich?“
Leon seufzte.
„Als ich sie das letzte Mal gesprochen habe, war sie auf dem Weg nach Hause. Aber ich schätze sie wird jetzt woanders sein. Sie ist clever, sie wird nicht in der Stadt geblieben sein als das Theater losging“
„Soll heißen du hast keine Ahnung“, meinte Ada trocken.
„Ich habe eine Vermutung“
„Na das wäre doch eine Beschäftigung“
Leon blickte sie fragend an.
„Was meinst du?“
„Deine Freundin zu suchen, zu überprüfen ob sie an jenem Ort ist an dem du sie vermutest“
„Willst du mich loswerden, Ada?“
Wong lachte.
„Ich würde natürlich mitkommen. Ohne mich gehst du doch nach fünf Minuten drauf“, spöttelte sie amüsiert.
Ihre dunklen Mandelaugen fixierten ihn herausfordernd.
„Es wäre ein Risiko“, murmelte er.
„Und? Ist sie dir dieses Risiko etwa nicht wert?“



Ana und William hatten sich ins Nebenzimmer zurück gezogen. Zoe war mit Rebecca bei Wesker, der noch immer schlief.
„Wie hast du das eigentlich gemeint? Ich meine das was du im Büro meines Bruders zu Albert gesagt hattest“, durchbrach Ana die Stille im Raum.
Will blickte von dem Buch auf das er im Hauptraum gefunden hatte. Ein Buch mit abgegriffenem Einband.
„Was genau meinst du?“, fragte er obwohl er ahnte was sie meinte.
„Als er dich fragte warum du mich beschützt. Da hast du gesagt das du es vermutlich aus den selben Gründen tun würdest, aus denen Albert Zoe beschützt“
William nickte.
„Ja, das sagte ich“
„Was hast du damit gemeint?“, fragte sie mit leiser Stimme nach.
„Was glaubst du denn was ich gemeint habe?“
„Müssen wir daraus ein Ratespiel machen? Kannst du es mir... nicht einfach sagen?“
William legte das Buch auf dem Tisch vor sich ab und dachte einen Moment nach.
„Ich wüsste nicht wie ich es in Worte fassen soll“, entgegnete er ihr schließlich.
Ana lächelte schief.
„Versuch es doch mal“
„Du weißt das mir für solche Gespräche die Erfahrung fehlt, du solltest nicht zu viel erwarten“, warnte er sie vor.
„Ich bin mir sicher du kannst das vermutlich besser als du denkst“
William ließ sich einen Moment Zeit, dachte nach. Er lehnte sich auf seinem Stuhl nach vorn, stütze sich mit den Unterarmen auf dem Tisch ab. Will sah Ana an, die ihm gegenüber auf der anderen Seite des Tisches saß.
„Nun gut“, begann er „Ich weiß nicht genau wie ich es benennen soll, ich glaube dafür gibt es viele Ausdrucksweisen. Jedenfalls habe ich darüber gelesen. In fünf Jahren sammelt man nicht unbedingt viel Lebenserfahrung“
Ana lächelte ihm ermutigend zu.
„Du sagtest mir Albert würde sie beschützen, weil die beiden einander näher gekommen sind. Das er sie lieben würde“, fuhr William schließlich fort „Was ich für dich... empfinde, kommt dem wohl sehr nahe“
Sie lächelte, war amüsiert von seiner Sachlichkeit, wie er versuchte alles von einem rationalen Standpunkt zu sehen.
„Mein Puls beschleunigt sich wenn du den selben Raum betrittst, mir wird warm wenn du mit mir redest. Du weißt meine Sinne sind ausgeprägter als die anderer Menschen, wenn ich deine Witterung aufnehme, spüre ich ein Prickeln unter meiner Haut, ein unlogisches Gefühl das sich nicht wirklich erklären lässt. Aber es fühlt sich gut an. Hin und wieder sind meine Gedanken... meine Fantasie... abschweifend , was dich betrifft“
„Abschweifend?“, fragte sie überrascht.
William blickte sie unsicher an.
„Zwing mich nicht dir das zu erklären. Ich denke du weißt was ich damit sagen will“
Ana lachte ihr sanftes, melodisches Lachen, während ihr eine leichte Röte in die Wangen stieg.
Er lächelte sie an.
„Dein Lachen hat auch eine besondere Wirkung“
Ihre dunkelgrünen Augen strahlten ihn an. Vermutlich hatte er keine Ahnung wie sehr sie die Erklärung seiner Gefühle genossen hatte.
„Und ich hatte immer Angst du würdest es merken“, sagte sie fast flüsternd.
Er blinzelte und sah sie fragend an.
„Das ich was merken würde?“
Ana nahm ihren Mut zusammen, stand auf, schritt zu seinem Stuhl herüber und beugte sich über ihn.
William blickte aus dem Sitzen nach wie vor fragend zu ihr auf.
„Was...“
Sie unterbrach ihn indem sie ihre Lippen auf seine legte.


Zoe hatte das Feuer frisch geschürt und etwas Holz nachgelegt, sich schließlich davor niedergelassen und zwang sich dazu nicht ständig nach Albert zu sehen.
Wesker schlief nach wie vor. Rebecca hatte sich auf dem Sofa zusammengerollt und war mittlerweile ebenfalls eingeschlafen.
Sie hörte ganz leise die Stimmen von Ana und William aus dem Nebenzimmer, verstand die Worte aber nicht.
Jedes noch so kleine Geräusch im Raum, sorgte dafür das sie sich angespannt umdrehte um nach Wesker zu sehen, falls er aufwachte. Es war ein wenig frustrierend zu warten, allerdings wusste sie auch nicht wirklich was sie sagen oder wie sie sich verhalten sollte.
Als sie das Rascheln der Bettdecke hörte, blickte sie erwartungsvoll auf. Mit einem leisen Stöhnen, setzte sich Wesker schwerfällig im Bett auf.
Seine Frisur war völlig aus der Form geraten, er war etwas blass und offenbar noch müde, aber er lebte. Irgendwie fand Zoe die Sturmfrisur unheimlich süß.
„Guten Morgen“, sagte sie mit ruhiger Stimme.
Wesker blickte sich erschrocken um, entdeckte Marsters schließlich vor dem Kamin.
„Wer bist du?“, fragte er lauernd.
Sie stand auf, nahm sich einen Stuhl und setzte sich mit einem gewissen Höflichkeitsabstand an sein Bett.
„Du erinnerst dich wirklich nicht an mich“, sagte sie schließlich seufzend.
Albert musterte sie einen Moment lang ungeniert und neugierig.
„Wenn ich dich kennen würde, dann würde ich mich sicher auch an dich erinnern. Allerdings habe ich mir sagen lassen das ich so einiges vergessen haben muss“, raunte er schließlich „Beobachtest du immer schlafende Leute?“
Zoe machte eine Geste die den Raum umfasste.
„Die Hütte ist nicht sehr groß. Hätte ich vielleicht auf dem Dach darauf warten sollen dass du aufwachst?“
Er warf ihr einen Blick zu den sie nicht zu deuten wusste, gab darauf aber keine Antwort.
„Chambers und... dieser William haben mir das Meiste erzählt von dem was ich verpasst oder besser gesagt vergessen habe. Aber ich habe das Gefühl das man mir nicht alles erzählt hat“, sagte er schließlich.
„Wie kommst du darauf?“, wollte Marsters wissen.
„Nur so ein Gefühl. Das noch jemand hier ist, also du, hat mir zum Beispiel auch niemand gesagt. Du hast mir deinen Namen noch nicht verraten“
„Zoe Marsters“
Er blickte sie nachdenklich an.
„Bei dem Namen klingelt was. Du warst eine der Anwärterinnen für den Posten im Alphateam. Ich kenne deinen Namen aus deiner Akte“
„Tatsächlich wurde ich im Team aufgenommen“, klärte sie ihn auf.
„Ich war also zufrieden mit deiner Leistung? Wie kommt es dass du mich nicht Captain nennst?“, fragte er skeptisch.
„Zufrieden wäre zu viel gesagt. Du mochtest mein Improvisationstalent und mein Können am Scharfschützengewehr schien überzeugend zu sein. Meine Ausdauer hast du allerdings mehrfach bemängelt. Was das andere angeht... du hattest mir angeboten die förmliche Anrede wegzulassen, wenn wir nicht im Dienst sind“
Albert blickte Zoe eingehend an, prüfend, als wolle er sie mit seinem Blick röntgen.
„Wir haben uns also auch außerhalb der Arbeit gesehen?“, hakte er nach.
„Hin und wieder“, antwortete sie ausweichend „Zusammen mit den Anderen in J's Bar“
„Verstehe“
Ich sollte ihm mehr sagen... aber vielleicht würde mir seine Reaktion darauf nicht gefallen...
Sie erinnerte sich an so viele Momente die sie zusammen erlebt hatten, es war seltsam das er sie jetzt anblickte als sähe er sie zum ersten Mal. Es fühlte sich befremdlich an.

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Montag, 21. März 2016, 01:01



Kapitel.13


Ein paar Tage vergingen in denen sich Wesker langsam erholte.
Ana und William schienen sich näher gekommen zu sein, sie zeigten es nicht gerade offen, aber es ließ sich auch kaum verbergen. Zoe gönnte es den beiden, sie schienen für einander geschaffen zu sein, aber ebenso beneidete sie sie.
Rebecca verhielt sich ruhig, nach und nach gewöhnte sie sich daran das Wesker sie nicht mehr umbringen wollte, zumindest für den Moment, und entspannte sich ein wenig.
Rebecca schlief auf der Couch im Hauptraum, Ana und William auf der Couch im Nebenzimmer und Zoe hatte sich den alten gigantischen Ohrensessel als Schlafstätte zurechtgemacht.
Vom Sessel aus hatte sie Albert im Blick, war in seiner Nähe. Allerdings tat ihr schon nach der ersten Nacht der Rücken weh. Im Sitzen zu schlafen war einfach nicht besonders bequem, egal wie groß und weich der Sessel war.
Sie unterhielt sich jeden Tag mit Wesker. Die ersten Male war er so wie zu Anfang, distanziert, skeptisch, sachlich.
Nach und nach taute er ein wenig auf, aber es blieb immer eine gewisse Distanziertheit zwischen ihnen beiden.
Eines morgens wachte Zoe langsam auf, befand sich im Dämmerzustand, hielt die Augen noch geschlossen, drehte sich noch einmal um und zog die Decke etwas höher.
Moment Mal... ich liege, und ich habe eine Decke... und ein Kissen..
Sie lag eindeutig im Bett. Jemand hatte ihr die Jacke und die Stiefel ausgezogen und sie vom Sessel ins Bett gelegt, in dem zuvor Albert gelegen hatte. Sein Geruch war überall um sie herum, in der Decke und auf dem Kissen.
Aus einem Impuls heraus schlang sie ihre Arme um das Daunenkissen und sog tief die Luft ein. Sie lächelte selig.
„Schnüffelst du etwa am Kissen?“
Zoe riss die Augen auf, als sie Weskers Stimme hörte.
Albert saß in dem Sessel in dem sie zuvor geschlafen hatte, war in ihre Richtung gedreht. Sein Blick war skeptisch und fragend. Er trug andere, legere Kleidung, da sein vorheriges Outfit bei dem Unfall beschädigt und mit Blut versaut worden war. Eine graue Hose, weißes Shirt und eine schwarze Jacke trug er am Leib und grobe Wanderschuhe an den Füßen. Er sah gut aus, wie immer, stellte sie fest.
„Nein“, sagte sie schließlich überrascht und drehte sich hastig um.
Am liebsten hätte sie die Decke über ihren Kopf gezogen um sich zu verstecken, aber das hätte die ohnehin schon alberne Situation noch alberner aussehen lassen.
„Wer hat mich ins Bett gelegt?“, fragte sie ohne ihn anzusehen.
„Das war ich. Ich habe genug Zeit im Bett verbracht. Da du die letzten Tage so ziemlich am unbequemsten geschlafen hast, dachte ich es würde dir gut tun“
Die Erklärung überraschte sie. Der alte Wesker, bevor sie ihm näher gekommen war, hätte sich nicht dafür interessiert.
„Danke, sehr aufmerksam von dir“
Er gab nur ein leises Brummen von sich, als wäre ihm gerade klar geworden das er ein für ihn untypisches Zugeständnis gemacht hatte.
Zoe seufzte, riss sich zusammen und setzte sich auf.
„Wie lange habe ich schon im Bett gelegen?“, fragte sie ihn schließlich.
„Ein paar Stunden“
„Wo sind die anderen?“
„Draußen“
„Alle?“, fragte sie überrascht.
Albert nickte.
„Warum?“
„Sie bereiten unseren Aufbruch vor. Wir werden in eine meiner Unterkünfte gehen die ich für den Notfall vorbereitet habe. Es ist sehr viel komfortabler dort, mehr Platz und so weiter“
„In welchen Unterschlupf gehen wir? Du sagtest du hättest zwei, einen kleinen Bunker und dieses Haus im Wald“
Albert blickte sie kritisch an.
„Ich habe dir davon erzählt?“
Zoe nickte und merkte das sie vielleicht zu viel gesagt hatte.
„Dann habe ich dir also vertraut wie es scheint. Warum?“
„Warum nicht?“, stellte sie die ausweichende Gegenfrage.
Wesker musterte sie prüfend.
„Weil ich für gewöhnlich so gut wie niemandem vertraue“, antwortete er ihr skeptisch.
„Mir hast du jedenfalls vertraut“, entgegnete sie ihm nervös.
„Du scheinst mir etwas zu verheimlichen. Aber ich komme schon noch dahinter“, murmelte er.



Das Chaos hatte sich ausgebreitet. Autowracks verstopften die meisten Straßen, verlassene Fahrzeuge denen das Benzin ausgegangen war.
Leon steuerte den Geländewagen um die Hindernisse herum, während sie sich auf der Landstraße langsam aber sicher ihrem Ziel näherten.
Die Untoten waren außerhalb der Städte nur vereinzelt unterwegs, aber sie waren auch hier.
„Ich will gar nicht wissen wie es jetzt in den dicht besiedelten Gebieten aussieht“, murrte Kennedy.
Ada die auf dem Beifahrersitz saß seufzte: „Hoffen wir das deine kleine Freundin es bis zu der Jagdhütte geschafft hat, von der du mir erzählt hast“
Leon umfuhr zwei Untote Streuner. Ihre Kleidung und Haut waren verbrannt, sie waren kaum als Menschen zu erkennen, aber das hinderte sie nicht daran zwischen den stehenden Fahrzeugen herumzutaumeln und nach Beute zu suchen.
„Claire ist clever und nicht so leicht unterzukriegen, sie wird es geschafft haben“
„Dann solltest du vielleicht hoffen das andere Überlebende sie nicht aufgesucht haben. Du weißt wie Menschen in Panik sind, wenn sie auf der Flucht sind, Proviant brauchen“
Leon umklammerte verärgert das Lenkrad des Fahrzeugs.
„Hör auf damit Ada“
„Womit?“
„Du weißt genau was ich meine, solche Dinge will ich jetzt nicht hören. Ich weiß selbst wie viele Gefahren da draußen auf Claire und uns lauern. Ich muss nicht ständig an diese Dinge erinnert werden. Es ist auch so schon schwer genug“
Ada schwieg.

„Wir sind gleich da“, sagte Leon und deutete mit einem Nicken nach vorn.
Die Jagdhütte lag ein paar hundert Meter abseits der Straße. Eine recht große Hütte, wie Ada feststellte.
„Hier draußen scheint es ruhig zu sein, fast keine Fahrzeuge, außerdem habe ich schon seit einer Weile keinen Toten mehr gesehen“, bemerkte die Asiatin nachdenklich.
Leon nickte.
„Ein guter Ort um sich zurückzuziehen, jedenfalls für den Moment“
Der Geländewagen bog auf die Schotterstraße ein, die von der Landstraße zur Hütte führte.
Die Fensterläden und Türen waren verschlossen, als die beiden sich umsahen.
Sie traten an die Tür und klopften kräftig.
Sie bekamen keine Antwort, doch Leon glaubte etwas aus dem Inneren zu hören. Schritte, ein leieses Rumpeln, dann war es still.
„Claire?! Bist du da drin?“, rief Kennedy hoffnungsvoll, hatte allerdings eine Hand auf der Waffe an seinem Gürtel.
„Leon?!“
Im nächsten Moment hörten sie den Riegel der Tür, dann ging sie auf. Claires roter Shopf taucht in der Tür auf, sieh hielt eine Flinte mit beiden Händen. Aus großen Augen blickte sie Leon an. Im nächsten Moment ließ sie die Waffe sinken, ihr Mund ging auf, doch sie bekam keinen Ton heraus. Claire war so erfreut und erleichtert Leon zu sehen, sie fand einfach keine Worte.
Kennedy nahm ihr sanft die Flinte aus den zitternden Händen, stellte sie auf den Boden, lehnte den Lauf an die Wand neben ihm.
Im nächsten Augenblick fiel sie ihm um den Hals, umarmte ihn so fest dass er für einen Moment dachte sie hätte vor ihn zu erdrücken.
Leon erwiderte die Umarmung, seufzte erleichtert und lachte leise.
„Ich hatte schon fast nicht mehr daran geglaubt das du kommen würdest“, murmelte sie an seiner Schulter.
Ihre Stimme klang belegt, sie kämpfte eindeutig gegen Tränen an.
Als sie sich von ihm löste, sah er dass sie den Kampf gewonnen hatte.
Er lächelte sie an und wollte gerade etwas sagen, als sie in der Ferne quietschende Reifen hörten.
Sie sahen sich nach der Geräuschquelle um und entdeckten ein Auto das die Landstraße entlang raste, in rasantem Tempo ein paar Untote aufs Korn nahm und ungebremst weiter fuhr. Die verwesenden Körper die von dem, bulligen Pick Up erwischt wurden, platzten auf und verteilten sich auf der Fahrbahn.
Claire griff nach ihrer Flinte und verfolgte mit kritischem Blick wie sich das Fahrzeug entfernte.
„Wir sollten reingehen. Es gibt eine Menge zu besprechen“, sagte sie ernst.



Die Gruppe war bereit zum Aufbruch.
William, Ana, Rebecca, Albert und Zoe hatten alles gepackt was nötig war. Vor ihnen lag ein sehr langer Fußmarsch.
Albert lief voraus, mit etwas Abstand hinter ihm, folgte Zoe und neben ihr lief Rebecca. Den Schluss der Gruppe bildeten Ana und William.
Als Zoe über ihre Schulter blickte, sah sie das William Anas Hand hielt. Die beiden warfen sich stumme Blicke zu. Zoe seufzte.
Sie mochte die beiden, nach und nach hatte sie vertrauen zu ihnen gefunden. Es war schön das die beiden glücklich waren, trotzdem ärgerte sie sich darüber, weil es sie immer wieder daran erinnerte das sie für Albert eine Fremde war.

Ana blickte William überrascht an als er nach ihrer Hand griff.
Sie lächelte ihn schließlich an. Der lange Fußmarsch war gar nicht mehr so schlimm. So jedenfalls konnte sie sich vorstellen eine Ewigkeit zu laufen.
Der Weskerklon war zurückhaltend, was an seiner mangelnden Erfahrung mit Frauen lag. Er wollte keine Fehler machen, war sehr vorsichtig, erkundete dieses neue Terrain neugierig aber mit bedacht.
Es war eine interessante Abwechslung einmal einen Mann an ihrer Seite zu haben, der nicht so fordernd und dominant war.
Williams Präsenz war einnehmend, wenn er in einen Raum kaum füllte seine Aura diesen aus, trotzdem war er durch seine aufmerksame, rücksichtsvolle Art eben nicht wie sein Bruder.
Er lächelte sie an, ein Lächeln das Steine hätte schmelzen können.
Als er mit seiner herrlichen, sonoren Stimme leise zu ihr Sprach, lief ihr eine angenehme Gänsehaut über den Rücken.
„Was denkst du wie lange es dauert?“
Sie blickte ihn fragend an.
„Was meinst du? Die Reise?“, wollte sie wissen.
Er schüttelte den hübschen Kopf. Seine eisblauen Augen blitzten amüsiert auf.
„Nein. Ich meinte Albert und Zoe“, er warf einen Blick nach vorn, als hätte er Angst einer der beiden könnte ihn hören.
„Das hängt von mehreren Faktoren ab“, vermutete Ana nachdenklich.
„Klärst du mich auf?“, hakte er neugierig nach.
Sie dachte einen Moment nach bevor sie antwortete: „Unter anderem kommt es natürlich darauf an, ob seine Erinnerungen vielleicht doch noch zurückkommen. Abgesehen davon kommt es auch auf Zoe an, darauf wie sie sich verhält. Wenn sie ihm Zeichen gibt, Hinweise, könnte er schneller dahinter kommen das sie beide zuvor mehr verbunden hat. Vielleicht sagt sie es ihm auch, wenn es ihr zu lange dauert“
„Sie tut mir leid“, sagte er unsicher.
Ana nickte.
„Ja, mir auch. Ich stelle mir die Situation ziemlich... unangenehm vor. Aber ich glaube sie sind auf einem guten Weg“
„Wie kommst du darauf?“
Ana lächelte.
„Als ich während der Vorbereitungen noch mal drin war, lag Zoe plötzlich im Bett, sie hat tief und fest geschlafen und Albert saß auf dem Sessel. Er hat sie beim Schlafen beobachtet. Vielleicht hat er sie sogar in das Bett gelegt“
William dachte nach und sagte schließlich: „Das war ein Zeichen der Zuneigung, auch wenn es ihm vielleicht nicht wirklich bewusst ist, noch nicht“
Ana nickte.
„Stimmt genau“
Eine Weile schwiegen die beiden, dann ergriff William wieder das Wort.
„Wenn ich Fehler mache, dann sagst du es mir doch, oder?“
Ana blinzelte und sah ihn an.
„Sicher. Aber bisher hast du keine gemacht. Du bist sehr zurückhaltend, da kann man nicht viel falsch machen“
„Bin ich zu passiv?“, fragte er nachdenklich.
„Nicht direkt. Das gibt sich mit der Zeit, du kannst nicht von Null auf Hundert starten, das wäre auch nicht ratsam“, sprach sie sanft.
William verfiel erneut in Schweigen, aber sie konnte regelrecht die Rädchen in seinem Kopf arbeiten hören. Sie spürte seine nachdenkliche Nervosität, auch wenn seine Mine vollkommen entspannt zu sein schien.

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Biohazardcleaner (21.03.2016), Wesker's Lady (29.09.2018)

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Sonntag, 27. März 2016, 11:44



Kapitel.14

„Ihr kennt euch also von früher?“, fragte Claire während sie Tassen mit heißem Kaffee verteilte.
Leon nickte.
„Ja so kann man es sagen“
„Wir kennen uns durch die Arbeit“, fügte Ada an.
„Und wo wart ihr die ganze Zeit?“, wollte die Rothaarige schließlich wissen, als sie sich auf einem Sessel niederließ der den beiden gegenüberstand.
Leon und Ada saßen auf dem Sofa, nebeneinander, allerdings hatte Leon darauf geachtet einen gewissen Abstand zu wahren.
„Das ist eine lange Geschichte, aber um sie kurz zu machen, Simmons hat Dreck am Stecken. Ich kam ihm langsam auf die Schliche und er wollte mich aus dem Weg schaffen. Ich musste untertauchen und Ada half mir dabei“
Claire schnaubte verärgert.
„Ich wusste doch dass mit dem Kerl irgendwas nicht stimmt!“
„Das spielt wohl schon bald keine Rolle mehr. Das Land versinkt ihm Chaos“, murmelte Leon.
„Nicht nur das Land, die ganze Welt ist betroffen. Jedenfalls haben sie das im Radio gesagt. Ich habe die ganze Zeit Radio gehört. Aber mittlerweile kommt nur noch eine Warnung auf Dauerschleife: Bleiben sie in ihrer Wohnung, lassen sie niemanden rein blablabla
Wong nippte an ihrem Kaffee und schien den beiden schweigend zu lauschen. Hin und wieder blickte Claire prüfend zu der Asiatin herüber, allerdings sprach sie diese nicht an.
„Es sieht schlimm aus da draußen“, bestätigte Kennedy düster.
„Was machen wir jetzt? Bleiben wir hier?“
Nun meldete sich Ada doch noch zu zu Wort.
„Nein. Wir haben einen weit abgelegenen Unterschlupf, dort wird wohl kaum jemand vorbeikommen. Es gibt dort reichlich Vorräte, Waffen und andere Verteidigungsmöglichkeiten. Außerdem haben wir dort wesentlich mehr Platz und es ist... komfortabler. Auch wenn diese Hütte hier, wirklich süß ist“
Claire blinzelte, dann sah sie Leon an.
„Wo befindet sich dieser Unterschlupf denn?“
„In den Wäldern von Maine, mitten im Nirgendwo“
„Wann brechen wir auf?“, hakte sie nach.
„Sobald der Kaffee leer ist würde ich sagen“, warf Ada mit einem koketten Lächeln ein.
„Wir brauchen noch Benzin, der Tank ist nur noch halb voll. Damit schaffen wir es nicht zurück“, merkte Leon an.
„Ich habe Benzin. Hinter dem Haus ist ein Schuppen, dort habe ich ein paar Kanister eingelagert“
„Cleveres Mädchen“, murmelte Ada „Jetzt weiß ich warum du sie magst“





Der Wald lag unter ihnen.
Der Hind bewegte sich dicht über den Baumwipfeln, über ein Meer aus Grün entlang. Sehr weit würden sie mit der Tankfüllung allerdings nicht mehr kommen. Aber der Flug verkürzte den Fußmarsch um einige Stunden.
Über den Funk ließ Zoe die anderen wissen: „Wir müssen schon sehr bald landen, in wenigen Minuten. Der Treibstoff geht zur Neige. Ich werde ab jetzt nach einem Landeplatz Ausschau halten“
Verstanden. Bring uns sicher runter“, hörte sie Wesker sagen.
Sie wusste das es Albert war, da er die zackige Tonart eines gewohnten Befehlsgebers an sich hatte.
Eigentlich hatte ich vorgehabt den Vogel gegen das nächstbeste Hindernis zu fliegen... dachte sie sarkastisch.
Der alte Wesker war anstrengend oder besser gesagt- es war anstrengend mit ihm umzugehen als ob sie einander nicht kennen würden.

Zoe entdeckte ein Sägewerk in der Ferne, dort gab es rundherum genug Platz um den Heli zu landen. Allerdings war es fraglich ob Wesker damit einverstanden wäre. Es könnnten Menschen dort sein, Arbeiter.
Allerdings würde die Nachricht das sich das Virus ausbreitete bereits verbreitet haben. Es war gut möglich das die Arbeiter sich mit ihren Familien in ihren Häusern verschanzt hatten.
„Ich habe etwas gefunden, wir gehen gleich runter. Allerdings sollten wir uns darauf vorbereiten das wir dort Menschen sein könnten“
Dann gehen wir nicht runter“, beharrte Wesker.
„Ich sehe weit und breit nichts anderes! die Straße die zu diesem Platz führt ist zu schmal. Wir können nicht länger auf gut Glück Ausschau halten. Entweder ich lande bei dem Sägewerk das ich gefunden habe oder wir stürzen ab“, gab Zoe verärgert zurück.
Für einen Moment war es still auf dem Funk.
Nach einer kurzen Weile sagte Wesker schließlich: „Dann lande das Ding
Er klang nicht sehr begeistert. Aber sie hatten kaum eine Wahl.
Zoe steuerte den freien Platz vor dem Sägewerk an. Sie sah keine Zivilfahrzeuge und das Werk schien nicht in Betrieb zu sein.
Als der Heli sanft aufsetzte seufzte Marsters erleichtert. Es war ihr leichter gefallen als beim ersten Mal, aber trotzdem war sie den ganzen Flug über angespannt gewesen. Wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, war eine wohltat.
Zoe kletterte aus dem Cockpit, kurz darauf kamen die anderen aus dem Passagierraum.
Albert stieg als erster aus. Nach ihm sprang William ins Freie und half den beiden Frauen auszusteigen.
Auf gewisse Weise waren die beiden Weskers wirklich sehr unterschiedlich. Albert schien nicht einmal daran gedacht zu haben sich nach den anderen umzusehen. Sein Blickt wanderte kritisch die Umgebung entlang.
„Es scheint niemand hier zu sein“, sprach Zoe ihn an.
Er warf ihr einen kurzen Blick zu und nickte. William holte die Rucksäcke aus dem Heli und verteilte sie an die anderen.
„Sollen wir uns umsehen? Vielleicht finden wir ein Fahrzeug das wir nutzen können“, schlug Ana vor.
Zoe nickte.
„Das ist eine gute Idee“
Wesker entfernte sich bereits von der Gruppe, schien sich genauer umsehen zu wollen. Aber vielleicht wollte er auch einfach verschwinden. Wenn sie ihn richtig einschätzte sah er sie alle im Moment als lästigen Ballast.
„Hey, Albert!“, rief sie ihm nach.
Er blieb stehen und blickte zurück.
„Warte. Ich komme mit“

William und die beiden Frauen nahmen sich die andere Seite des Geländes vor.
Ana und er taten Rebecca den Gefallen diesmal auf das Händchen halten zu verzichten.
Will schritt voraus, die beiden Frauen blieben nahe hinter ihm.
„Jetzt da Wesker sich nicht mehr erinnert, was glaubt ihr wie lange er uns dulden wird bevor er versucht uns loszuwerden?“, fragte Rebecca.
Ana zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung“, sagte sie „Vielleicht wird er es auch gar nicht versuchen“
William der vor ihnen lief, schüttelte den Kopf.
„Doch das wird er. Ich glaube sogar das er es jetzt gerade versucht, oder zumindest darüber nachdenkt“
Alarmiert blickten die beiden Frauen ihn an.
Ana holte schnell zu ihm auf, hielt ihn am Arm fest, zwang ihn dazu sich zu ihr umzudrehen.
„Was soll das heißen? Wie meinst du das?“
„Er ist allein losgelaufen, ohne irgendetwas abzusprechen. Er hat sich umgesehen oder so getan als ob. Albert weiß das ich so schnell bin wie er, also muss er aus meinem Blickfeld verschwinden um sich ungesehen zu entfernen. Auf diese Weise kann ich ihn nicht einholen“
Ana starrte ihn ungläubig an.
„Warum hast du ihn dann gehen lassen, wenn du glaubst das er verschwinden will?“
„Weil Zoe mir zuvorgekommen ist“, meinte William.
Rebecca gesellte sich zu den beiden.
„Aber sie kann ihn nicht einholen wenn er verschwindet“, merkte Chambers an.
Will nickte.
„Dazu wird es nicht kommen. Jetzt da sie mit ihm allein ist, wird er nicht gehen. Er ist zu neugierig, Albert spürt das da etwas ist, etwas was Zoe ihm nicht gesagt hat“
Ana seufzte.
„Will, ich weiß das deine Intuition sehr stark ist, aber was ist wenn du dieses Mal falsch liegst?“
Der Wesker-Doppelgänger blickte in ihre dunkelgrünen, klaren Augen und lächelte.
„Ist dir nicht aufgefallen wie er sich bei ihr verhält? Wenn sie ihm widerspricht, passt er sich an. Er beobachtet sie seit er wieder wach ist, aber nur dann wenn sie es nicht bemerkt. Er versucht aus ihr schlau zu werden“
Rebecca nickte langsam.
„Er könnte Recht haben. Zoe und ich haben ein wenig gesprochen als wir allein in der Hütte waren. So ähnlich hat es damals auch angefangen“
Ana blickte von Chambers zurück zu Williams eisblauen Augen.
„Dann passiert es also wirklich noch einmal? Er... verliebt sich in sie?“, hakte sie nach.
Will nickte.
„Ich glaube schon. Wesker wehrt sich natürlich dagegen, abgesehen davon hat er seine ganz eigene Auffassung von diesen Dingen“
Wieder nickte Rebecca und bestätige: „So was in der Art hat Zoe auch erzählt. Wesker hat ewig gebraucht um sich zu öffnen und selbst dann hat er sich dabei noch zurück gehalten“
„Drücken wir ihr die Daumen und uns auch. Wenn wir wollen das Wesker seine Behausung mit uns teilt sind wir auf Zoe's Einfluss auf ihn angewiesen“
Rebecca deutete nach rechts.
„Also da drüben ist schon mal ein gutes Omen für unsere weitere Reise“
Ein Pick Up Truck stand einsam und verlassen vor einem kleinen Nebengebäude.

Zoe hatte zu Albert aufgeholt.
Er blickte sie kurz an, dann richtete sich sein Augenmerk wieder auf die Umgebung.
„Es scheint wirklich niemand hier zu sein. Es ist mitten unter der Woche, das Sägewerk ist ganz sicher nicht stillgelegt. Die Arbeitsgeräte und Fahrzeuge sehen relativ neu und gut in Schuss aus.“
Wesker nickte.
„Die Nachricht über das Virus hat sich schnell verbreitet, selbst bis in die hinterste Ecke. Die Arbeiter und Betreiber werden bestimmt bei ihren Familien sein, falls sie noch leben“, entgegnete er.
Marsters seufzte.
„Ich mache mir ein wenig Sorgen was die weitere Reise betrifft. Wenn es wirklich so schlimm ist, werden wir über einige Hindernisse stolpern und mit einer Menge Chaos konfrontiert“
Wieder nickte Albert.
„Ja, mit ziemlicher Sicherheit sogar“
„Beunruhigt dich das nicht?“, wollte sie wissen.
„Nicht mehr als jede andere Mission“
„Aber das hier ist keine Mission. Es geht hier einfach darum in Sicherheit zu gelangen und zu überleben“
„Das ist auch bei vielen meiner vorherigen Missionen so gewesen“, erwiderte Albert.
Zoe schwieg und Albert ergriff erneut das Wort.
„Abgesehen davon kenne ich mich mit der Materie aus. Ich weiß was mich erwartet, was ich tun muss um zu überleben. Ich bin ziemlich gut darin“
Marsters lachte leise und sagte: „Oh das weiß ich. Aber du bist jetzt nicht mehr allein. Es geht nicht mehr nur darum zu überleben, sondern darum gemeinsam zu überleben“
Wesker schnaubte.
„Deswegen bevorzuge ich es für gewöhnlich allein zu arbeiten“
„Du bist jetzt aber nicht allein“
„Dessen bin ich mir bewusst“, knurrte er unwillig.
Zoe seufzte.
„Mir ist klar das dir das nicht in den Kram passt, ich kenne dich mittlerweile gut genug“
„Ja, du hast den unfairen Vorteil das du dich an die letzten sechs Monate erinnerst. Ich habe immer noch das Gefühl ihr alle verheimlicht mir etwas. Besonders du“
Marsters wollte antworten, als sie einen Motorengeräusch hörten.
Die beiden blickten sich um, im ersten Moment war die Quelle nicht auszumachen, doch dann kam ein Pick Up Truck von der anderen Seite des Gebäudes angefahren. Hinter dem Steuer saß William, Rebecca und Ana waren seine Beifahrer.

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Zoe Wesker

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Samstag, 2. April 2016, 12:27



Kapitel.15

Der schwarze Geländewagen rollte über eine verlassene Landstraße. Leon saß am Steuer, neben ihm auf dem Beifahrersitz war Claire. Mittig auf der Rückbank saß Ada.
Während Leon und Ada sich darauf konzentrierten Gefahren vorauszusehen, sah Claire sich mit Entsetzen um.
Keiner sagte ein Wort, schon seit einer Weile nicht mehr. Bisher hatten sie kaum lebende Menschen zu Gesicht bekommen. In den umliegenden Städten schienen einige Feuer zu brennen. In der Ferne stiegen einige, schwarze Rauchsäulen in den Himmel auf. Die meisten Straßen waren verstopft, deshalb mussten sie einen Umweg fahren, selbst die meisten Nebenstraßen waren verstopft mit verlassenen Fahrzeugen.
Auffahrunfälle, liegen gebliebene Fahrzeuge, all das hatte für Staus gesorgt. Viele die mitten in jenen Staus standen, hatten in Panik ihre Autos verlassen um der näherkommenden Flut an Infizierten zu entkommen.
Zwischen den verlassenen Autos, wanderten nun die Toten. Zerschlagene, verdrehte, tote Körper, die nicht sterben wollten. Hier und da lagen tote Körper die sich nicht mehr bewegten.
Leon umfuhr die verstopften Straßen so gut es ging, aber lange konnten sie nicht mehr auf dieser Landstraße bleiben. Sie mussten abfahren und die Richtung wechseln, sonst würden sie nie an ihrem Zielort ankommen.
Hin und wieder fuhren sie an einzelnen Überlebenden vorbei, manchmal waren es auch kleine Gruppen.
Leon versuchte sich von diesen Grüppchen fern zu halten, nachdem die letzte das Feuer auf sie eröffnet hatte. Keine Meisterschützen, sie hatten kaum den Wagen getroffen, dennoch wollte er kein Risiko eingehen. Ein Glückstreffer würde reichen um ihre Fahrt abrupt zu beenden.
Er blickte auf die Tankanzeige und stellte fest das sie bald halten mussten um Benzin nachzufüllen. Die Kanister waren gut gesichert im Kofferraum.
Als sie die Schießwütige Gruppe einige Meilen hinter sich gelassen hatten, fuhr Leon rechts ran und stoppte den Geländewagen.
„Wir müssen tanken“, sagte er, zog den Zündschlüssel ab und stieg aus.
Die beiden Frauen blieben im Wagen zurück.

Unsicher warf Claire einen Blick nach hinten, wollte sehen was Leon machte, doch Ada die auf dem Rücksitz saß versperrte ihr unbeabsichtigt die Sicht.
Die Asiatin lächelte.
„Er schafft das schon“, meinte sie amüsiert.
„Natürlich tut er das. Aber vielleicht sollten wir die Augen dennoch offen halten“, merkte die Rothaarige an.
Wong nickte.
„Verkehrt ist es sicher nicht“, gab sie zu und ließ den Blick durch die Umgebung schweifen.
Sie waren auf der Linken Seite von Feldern umgeben, auf der rechten Seite erstreckte sich ein Tannenwald, durch den jene Landstraße führte, die sie gerade befuhren.
„Sieht ruhig aus“, murmelte Claire.
„Ja, auf den ersten Blick schon“
Es blieb ruhig, bis Kennedy wieder hinter das Steuer rutschte und den Wagen startete.
Die Heckscheibe explodierte, Scherben regneten in den Innenraum des Autos.
Ada zog hastig den Kopf ein, schützte ihn mit ihren Armen.
Leon trat aufs Gas, katapultierte den Wagen regelrecht zurück auf die Straße.
In der Ferne knallten Schüsse, die langsam verhallten, je weiter sie sich entfernten.
„Ist jemand verletzt?“, fragte der ehemalige Agent schließlich.
Claire schüttelte den Kopf und sagte mit wummerndem Herzen: „Alles gut“
„Ada?“
„Ein paar Kratzer von den Scherben, nichts weltbewegendes“, antwortete sie gepresst.
„Wie haben die uns so schnell eingeholt?“, fragte Claire verblüfft und wütend.
„Das können sie nicht gewesen sein, nicht ohne Fahrzeug, das war vielleicht jemand anderes den wir übersehen haben, könnte auch hinter uns aus dem Wald gekommen sein“, vermutete Ada.
Kennedy nickte zustimmend.
„Wir werden nur anhalten wenn wir keine andere Wahl haben“
Claire blinzele und meinte: „Nun die hatten wir gerade eben auch nicht. Der Tank war leer“
„Du weißt was ich meine“
„Sicher“, gab Claire zu „Mir gefällt der Gedanke nur nicht, dass wir vielleicht noch mal deswegen auf der Straße halten müssen“


William saß nach wie vor hinter dem Steuer des Pick Up. Ana und Rebecca saßen als Beifahrer dabei. Zoe und Albert saßen auf der Ladefläche, da die Passagierkabine nicht genug Platz für alle bot. Sie mussten sich also abwechseln.
Im Moment klammerten Marsters und Wesker sich an den Pick Up, während das Fahrzeug eine holprige Straße entlang fuhr. Ohne Gurt und weichen Sitz kam einem jedes Schlagloch mörderisch vor. William versuchte die schlimmsten Unebenheiten zu umfahren, allerdings schien die Straße ein einziges Schlagloch zu sein.
Es war die einzige Straße die zu dem Sägewerk führte und von dort auch wieder zurück. Die schweren Arbeitsfahrzeuge hatten den Asphalt über die Jahre schwer beschädigt.
Ein weiteres Schlagloch schüttelte den Wagen durch, Zoe verlor den Halt und schwebte für einen Moment ein paar Zentimeter in der Luft. Als sie wieder aufkam, verlor sie das Gleichgewicht, spürte wie sie seitlich über die Kante der Ladefläche rutschte. Es schien furchtbar schnell und unerträglich langsam zur selben Zeit. Im nächsten Moment spürte sie einen harten Griff an ihrem Handgelenk, sie wurde zurück auf die Ladefläche gezerrt, bevor sie stürzen konnte.
Sie lag mit heftig pochendem Herzen auf der Ladefläche. Weskers Hand war noch immer fest um ihr Handgelenk geschlossen.
„Pass besser auf“, raunte er ihr über das Geräusch des Motors zu.
Sein strenger Blick sorgte dafür das sie sich sofort blöd vorkam. Albert konnte einem mit Leichtigkeit das Gefühl geben man müsse sich für irgendetwas schämen.
„Ich habe nun mal nicht so viel Kraft wie du um mich festzuhalten“, murrte sie.
Der Wagen wurde langsamer.
Ana öffnete das kleine Heckfenster der Fahrerkabine und blickte zu ihnen hinaus.
„Alles okay? Was ist passiert?“, fragte sie mit einem irritierten Blick auf die Szene.
Für Ana sah es wohl seltsam aus, wie Zoe da neben Wesker auf der Ladefläche lag, der steif dasaß und ihr Handgelenk umklammert hielt.
„Zoe wäre beinahe unfreiwillig ausgestiegen“, entgegnete Albert ihr trocken.
„Mir geht’s gut, Ana. William soll weiter fahren“, sagte Marsters und richtete sich in eine sitzende Position auf.
Der Wagen wurde noch langsamer und blieb schließlich stehen.
„Was ist los?“, fragte Albert unwillig „Warum halten wir?“
Ana blickte wieder durch das Fenster zu den beiden und sagte: „Da vorne ist ein Dorf, eine kleine Siedlung“
„Ist jemand auf der Straße?“, frate Zoe, stand auf und blickte über die Fahrerkabine hinweg.
Sie sah in der Ferne ein paar Häuser, eine kleine Siedlung zwischen den Bäumen. Vermutlich lebten hier die Arbeiter vom Sägewerk mit ihren Familien.
Albert ging neben ihr in die Hocke um durch das Fenster ins innere des Wagens sehen zu können.
„William“
„Ja?“
Der Doppelgänger drehte den Kopf in Alberts Richtung.
„Fahr weiter, aber langsam“
Will nickte. Er wartete bis Zoe und Albert wieder Halt gefunden hatten und tat wie ihm geheißen.

Die Siedlung kam näher, schälte sich aus dem Wald heraus.
Es war eine Ansammlung von ungefähr 25 Wohnhäusern, einer Tankstelle, einem Supermarkt und einem Diner.
Es war mitten am Tag, das Wetter war gut, kühl aber sonnig. Trotzdem waren die Straßen leergefegt. Im Diner saß niemand, im Supermarkt kaufte niemand ein und auch die Tankstelle schien nicht in Betrieb zu sein.
„War es schon hier?“, fragte Rebecca leise als sie aus dem Wagen stiegen.
„Vielleicht ist eines der Viruspäckchen in der Nähe freigesetzt worden“, vermutete Ana mit belegter Stimme.
William schüttelte den Kopf.
„Trent wird dichter besiedeltes Gebiet bevorzugt haben. Ich denke einfach das die Leute weggegangen sind. Andere Familienangehörige suchen oder so was“
„Wir sollten trotzdem wachsam sein“, brummte Zoe, die sich nur all zu lebhaft an Raccoon City erinnerte.
Albert hob den Kopf, atmete tief ein und schließlich wieder aus.
„Bis jetzt rieche ich nichts ungewöhnliches. Keine Toten, zumindest nicht in der näheren Umgebung“
Plötzlich hielt Wesker inne.
Zoe blickte ihn fragend an.
„Was ist? Liegt doch etwas in der Luft?“
Albert nickte.
„Verwesungsgeruch, aber nicht sehr nah denke ich“
„Vielleicht ist es nur ein Tierkadaver, immerhin sind wir mitten im Wald“, meinte Rebecca.
Der ehemalige S.T.A.R.S Captain zuckte mit den Schultern.
„Schwer zu sagen, könnte sein“
Ana blickte sich um und sagte schließlich: „Wenn ich mich nicht täusche war irgendwo hier in der Nähe ein Untergrundlabor von Umbrella“
Albert blickte sie mit kritischem Blick an.
„Nähe ist wohl eher ein dehnbarer Begriff. Das Labor ist fast fünfzig Meilen entfernt“
Sie seufzte und meinte: „Entschuldige, ich habe kein eingebautes Navigationssystem. Sehr weit sind fünfzig Meilen aber auch nicht, wenn von dort etwas ausgetreten ist“
„Woher wusstest du überhaupt davon?“, wollte William von Ana wissen.
Sie sah ihn an und antwortete nur widerwillig: „Mein Bruder war über alles was Umbrella betraf informiert, dadurch wusste ich es. Zwar kenne ich keine Einzelheiten aber die ungefähren Standorte der meisten Labore“
„In diesem Labor wurde aber nicht mit Viren oder Biowaffen experimentiert“, merkte Albert an.
Alle blickten ihn fragend an.
„Und was dann?“, wollte Zoe von ihm wissen.
„Ich war an den Projekten nicht beteiligt. So lange ich bei Umbrella gearbeitet habe, überstiegen diese Dinge meine Sicherheitsstufe bei der Corporation“
Zoe zog die Brauen hoch und William sprach aus woran sie gerade gedacht hatte: „Woran zum Teufel haben die gearbeitet. Du wusstest von den Biowaffen und dem Virus, aber von dem was hier vorging durftest du nichts wissen?“
Rebecca murmelte: „Kann Umbrella denn noch etwas schlimmeres gemacht haben als diese Monster im Herrenhaus und dieses Virus?“
Ana schnaubte: „Denen traue ich alles zu“
„Na toll“, seufzte Zoe.
„Ich sagte nicht das ich gar nichts darüber weiß“, brummte Wesker.
Marsters blickte ihn von der Seite an.
„Zieh hier nicht so eine Schow ab und komm zum Punkt, Albert“
Mürrisch erwiderte er ihren Blick.
„Bist du eigentlich immer so vorlaut?“
„Ja. Und jetzt erzähl schon“, gab sie prompt zurück.
Albert knirschte einen Moment mit den Zähnen, doch schließlich antwortete er: „Ich kenne keine Details. Alles was ich weiß ist, dass sie mit dunkler Materie gearbeitet haben. Sie versuchten es unter anderem waffenfähig zu machen. Außerdem wollten sie es als Energiequelle nutzen, für Zeitreisen, Teleportation und so einen Unsinn“
„Das ist reichlich viel Wissen, dafür das du eigentlich nichts darüber wissen dürftest“, bemerkte William.
„Ich hab meine Quellen“, gab Albert süffisant zurück.
„Du meinst du hattest einen Maulwurf vor Ort“, meinte Zoe trocken.
Wesker blickte sie wieder an und lächelte bissig.
„So was in der Art“
„Du solltest aufhören so gezwungen zu lächeln, dadurch siehst du aus wie ein geistesgestörter Haifisch“, ärgerte sie ihn.
„Vorsicht. Haifische beißen“, brummte er.
„Und verlieren dabei zum Teil ihre Zähne“
„Zoe“, sagte William mahnend aus dem Hintergrund „Es reicht“
„Sehe ich auch so. Du nimmst dir zu viel heraus“, knurrte Albert.
Marsters schwieg, ihr Ausdruck war schwer zu deuten. Trotzig und frustriert.
Sie zog sich zurück und ging auf das Diner zu. Ana und Rebecca folgten ihr.

William blieb für einen Moment bei Albert stehen.
„Was ist ihr verdammtes Problem?“, fragte Wesker seinen Doppelgänger unverhofft „Habe ich ihr irgendetwas getan, in der Zeit an die ich mich nicht erinnere?“
Will seufzte.
„Ja und nein“
„Was soll das denn für eine Antwort sein?! Klär mich gefälligst auf!“, forderte Wesker ärgerlich.
„Sie ist frustriert“
„Ja das ist offensichtlich du Genie“, brummte Albert „Die Frage ist: Warum?“
„Sie wird es dir selbst sagen, wenn sie dazu bereit ist“, antwortete William ruhig und wollte gehen.
Wesker hielt ihn am Arm zurück.
„Du lässt mich hier nicht ohne eine Antwort stehen“, sagte Albert leise aber eindringlich.
William wandte seinen Kopf und sah ihn ernst an.
Er riss seinen Arm los und wandte sich ihm schließlich ganz zu.
„Meine Antwort lautet: Zoe wird es dir selbst sagen, wenn sie dazu bereit ist. Bis dahin wirst du dich zusammenreißen müssen“
William drehte ihm schließlich den Rücken zu und folgte den Frauen zu dem verlassenen Diner.

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Samstag, 2. April 2016, 15:23

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Zoe Sheppard (04.04.2016)

Zoe Wesker

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Zoe Wesker

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Dienstag, 5. April 2016, 00:16



Kaptiel.16

Sie hatten ein weiteres Mal Benzin nachgefüllt. Diesmal waren sie nicht beschossen worden.
Dennoch war die Anspannung groß. Es wurde langsam dunkel und sie hatten ihr Ziel noch nicht erreicht.
Leon hatte mit Ada getauscht, als er bemerkte wie seine Aufmerksamkeit langsam aber stetig nachließ. Er war zu lange gefahren um sich weiter auf die Fahrbahn zu konzentrieren.
Kennedy saß nun also auf dem Rücksitz, Claire nach wie vor auf dem Beifahrersitz und Ada hinterm Steuer des Geländewagens.
Der Rotschopf hatte zwar angeboten zu übernehmen, doch sie kannte den Weg nicht, Ada aber schon. Es war einfacher sich mit Ada abzuwechseln, als Claire immer wieder zu sagen wohin sie das Auto lenken sollte.
„Wie weit ist es noch?“, fragte die Rothaarige auf dem Beifahrersitz müde.
„Ungefähr zwei Stunden. Es kommt darauf an wie gut wir durchkommen. Wir haben mehr als die Hälfte des Weges geschafft“, antwortete Leon.
„Vielleicht hätten wir die eine Nacht in der Hütte bleiben sollen und erst am nächsten Morgen aufbrechen. Dann wären wir jetzt nicht im Dunkeln unterwegs“, meinte Claire und blickte nervös aus dem Seitenfenster.
„Wir schaffen das schon“, meldete Ada sich zu Wort „Wie Leon schon sagte, wir haben mehr als die Hälfte geschafft, den Rest bewältigen wir auch noch“
Leon rutschte in die Mitte des Rücksitzes und neigte sich ein wenig nach vorn um Claire ansehen zu können.
„Macht dir die Dunkelheit Sorgen?“, wollte er mit sanfter Stimme wissen.
Claire wandte ihren Kopf um ihn anzusehen und zuckte mit den Schultern.
„Unter normalen Umständen nicht. Aber wir wissen was da draußen vor sich geht. Also ja, im Moment möchte ich in der Dunkelheit lieber nicht draußen sei...“
Ein Knall unterbrach sie abrupt.
Der Wagen schlingerte und Ada musste hastig mehrmals gegenlenken, um den Wagen unter Kontrolle zu halten. Schließlich brachte sie den Geländewagen zum stehen und atmete tief durch.
„Scheiße...“, murrte die Asiatin und versuchte sich von dem kleinen Schock zu erholen.
„Kannst du laut sagen“, sagte Claire etwas atemlos.
„Das war einer der Reifen“, raunte Leon ärgerlich.
Ada nickte.
„Ja, vorne links, jedenfalls neigt der Wagen sich in diese Richtung“
„Haben wir ein Ersatzrad?“, fragte Claire hoffnungsvoll.
Leon zog seine Taschenlampe und die Pistole vom Gürtel.
„Ich werde nachsehen und den Reifen wechseln, falls ein Ersatz da ist. Wäre nett wenn ihr Ausschau halten würdet“

Alle drei stiegen aus dem Auto und blickten sich um.
Es war nichts zu hören. Sie waren schon sehr tief in den Wald gefahren, hier gab es kaum Menschen die ihnen gefährlich werden konnten. Trotzdem mussten sie wachsam sein. Vereinzelte kleine Siedlungen waren in diesen Wäldern, also konnte ihnen durchaus noch jemand begegnen.
Leon ging zum Kofferraum. Er öffnete ihn und holte erst mal die Benzinkanister hervor, damit er an die Bodenplatte herankam unter welcher er den Ersatzreifen vermutete.
Als er die Bodenplatte des Kofferraums anhob, war da tatsächlich ein Aussparung für den Ersatzreifen. Der Reifen selbst, war allerdings nicht mehr da.
„Verdammt! Da ist kein Ersatzreifen mehr“, klärte er die beiden Frauen fluchend auf.
„Trent oder einer seiner Männer muss ihn schon einmal benutzt haben“, vermutete Ada.
Leon blickte den Wagen an und seufzte: „Ja, hinten rechts. Der Reifen unterscheidet sich von den anderen, er hat eine andere Felge“
Kennedy knallte den Kofferraumdeckel zu.
„Das hätte mir vorher auffallen müssen!“, ärgerte er sich.
„Du konntest doch nicht automatisch davon ausgehen das uns ein Reifen platzt“, versuchte Claire ihn zu beruhigen.
Leon seufzte.
„Wie auch immer, ab jetzt müssen wir zu Fuß weiter“
„Nehmt nur das Nötigste mit, vor allem Waffen und Munition. Alles andere gibt es reichlich in unserem Unterschlupf. Trent hatte vorgesorgt und dabei keine Kosten gescheut“, meinte Ada.
Die drei machten sich bereit für den Marsch.
Claire blickte sich unruhig um. Es war mittlerweile dunkel und sie mussten ihre Taschenlampen benutzen.
Es gefiel der Rothaarigen nicht hier draußen zu sein, mitten in der Dunkelheit. Aber im Moment hatten sie keine andere Wahl.




Das Diner war verlassen. Es schien überhastet verlassen worden zu sein. Auf ein paar Tischen, standen Teller mit Essen das kaum angerührt und nicht weggeräumt worden war. Dem Geruch nach zu urteilen, war das schon ein paar Tage her.
Die drei Frauen blickte sich um.
Rebecca entdeckte einen Automaten mit Snacks und Getränken.
„Wer stellt denn so was in einem Diner auf?“, fragte sie irritiert.
Zoe und Ana blickten zu ihr herüber.
„Vielleicht wissen die Besitzer selbst wie mies ihr Service ist“, spöttelte Zoe.
„Das ist vielleicht für Durchreisende gedacht die sich nicht die Zeit nehmen können um zum Essen und Trinken zu bleiben“, vermutete Ana.
„Möglich. Jedenfalls ist das eine gute Quelle für uns. Die Sachen da drin sind praktisch unverderblich. Vielleicht können wir das Ding aufbrechen und unsere Vorräte für unterwegs aufstocken“, meinte Marsters und suchte nach einem Gegenstand der ihr dabei helfen könnte.

William betrat das Diner und kurz darauf, kam nach ihm Albert herein.
„Habt ihr etwas gefunden?“, fragte William die Frauen, die sich um einen Automaten versammelt hatten.
„Ja, Proviant“, presste Zoe angestrengt hervor, während sie mit einer Eisenstange versuchte den Automaten aufzuhebeln.
Albert trat an William vorbei auf den Automaten zu.
„Gib mir das Ding“, verlangte er.
Zoe richtete sich auf und blickte ihn an.
„Wieso? Willst du mir damit den Schädel einschlagen?“ fragte sie sarkastisch.
Wesker lächelte süffisant und erwiderte: „Nein, im Moment nicht. Außerdem brauche ich dazu keine Hilfsmittel“
Er griff nach der Eisenstange und Marsters ließ sie widerwillig los. Mit zwei Handgriffen und einem Krachen, brach der Automat auf.
Wesker reichte die Eisenstange an Zoe zurück.
„Gern geschehen“, brummte er.
Er sah ihr an das ihr schon wieder ein scharfer Kommentar auf der Zunge lag, aber sie sagte schlicht: „Danke“
Rebecca und Ana fingen an kleine Chipstüten, Packungen mit Keksen und Wasserflaschen in die Rucksäcke zu stopfen.
Zoe wollte ihnen helfen, als William sie zur Seite zog.
„Kann ich einen Moment mit dir unter vier Augen sprechen?“
Marsters blickte ihn überrascht an, schließlich nickte sie.
„Sicher“

Ana beobachtete wie Zoe und William sich ein Stück zurück zogen, außerhalb ihrer Hörweite. Sie spürte eine gewissen Unruhe und Nervosität die von Zoe ausging, als sie ihre Fühler ausstreckte, aber es schien nichts ernstes zu sein.
Rebecca schloss gerade ihren Rucksack und sagte: „Meiner ist voll“
Ana tat es ihr gleich und meinte: „Meiner auch. Füllen wir die der anderen auch“
„Macht sie nicht ganz voll, wir sollten auch Batterien und ähnliches mitnehmen. Feuerzeuge, Streichhölzer, solche Dinge. Wir haben einen verdammt langen Weg vor uns und der wird alles andere als einfach“, warf Albert ein, der hinter den beiden Frauen stand.
„Weißt du was die beiden besprechen?“, fragte Ana ihn.
„Nein. Ich habe eine Vermutung, aber ich weiß es nicht sicher“, murrte Wesker.
Anassa sah ihn prüfend an, entschied dann aber nicht weiter nachzubohren. Seine Anspannung war deutlich spürbar. Alberts Intensität war abschreckend.
Ana lief weiter durch das Diner, Rebecca folgte ihr. Chambers schien nicht mit Wesker allein bleiben zu wollen. Anassa konnte es ihr nicht verübeln, nach allem was sie wegen ihm durchgemacht hatte. Albert wusste nichts mehr davon. Aber was würde passieren wenn er sich wieder erinnerte? Oder würde er vielleicht die gleichen Entscheidungen auch ohne die Erinnerung nochmal treffen?
Ana schob den Gedanken beiseite. Im Moment halfen ihr diese Fragen nicht.
Die beiden Frauen suchten gemeinsam hinter dem Tresen, in der Küche und in den hinteren Zimmern. Sie fanden ein paar Kerzen, Streichhölzer eine geschlossene Packung mit neuen Feuerzeugen und ein altes Radio mit Batterien. Ana schaltete es ein, aber es kam nur ein statisches Rauschen. Trotzdem packte sie es ein. Sie würde es an anderen Orten erneut versuchen. Vielleicht wurde irgendwo noch etwas gesendet.

„Nein“
William seufzte und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Was soll das heißen?“
„Das ich nicht mit ihm darüber sprechen werde“, murrte Zoe.
„Dann musst du dich aber anders verhalten. Wie du sehr wohl weißt ist er wieder der alte Wesker, der bevor du ihn kennen gelernt hast. Er hat vielleicht bei weitem nicht so viel Geduld mit dir wie zuvor. Abgesehen davon machst du ihn misstrauisch. Er hat schon versucht mich auszuquetschen“
„Was hast du ihm gesagt?“, fragte Zoe alarmiert.
„Das du es ihm selbst sagen wirst, wenn du soweit bist“
Marsters nickte langsam.
„Danke“
„Und? Wirst du es tun?“
„Wenn ich soweit bin. Im Moment ist das nicht der Fall“
William seufzte erneut.
„Okay. Dann muss er wohl noch warten“
Für einen Moment schwiegen sie beide.
Plötzlich fragte sie trocken: „Er starrt mich an oder?“
William nickte.
„Ja. Ich muss nicht mal hinsehen um es zu sehen. Albert starrt schon die ganze Zeit“
Marsters drehte sich herum, just in dem Moment da Wesker plötzlich geflissentlich damit beschäftigt war angestrengt aus dem Fenster zu sehen.
„Er verhält sich wie ein Idiot“, murrte sie.
„Du bist zur Zeit auch nicht viel vernünftiger. Aber das bekommt ihr beide schon hin“, merkte William mit einem wohlwollenden Lächeln an.
Das Heulen einer Sirene, riss sie alle aus ihren Gedanken.
Ana und Rebecca kamen aus einem der Hinterzimmer zurück zu den anderen.
„Was ist hier los?“, fragte Anassa unruhig.
„Das klingt wie diese Katastrophensirenen, wenn sie vor Wirbelstürmen und so was warnen“, meinte Zoe.
„Ja, klingt ziemlich genau so“, stimmte Rebecca ihr zu.
Albert ging nach draußen, schritt auf die Straße vor dem Diner. Die anderen folgten ihm.
„Die Sirenen sind nicht in der Stadt, aber in der Nähe. Da hinten im Berg sind sie wahrscheinlich postiert“, meinte er und deutete nach Norden.
„Warum sind sie so weit weg?“, wollte Chambers wissen.
„Dadurch das sie aus erhöhter Position ins Tal schallen, haben sie eine größere Reichweite“, klärte Ana sie auf.
Zoe nickte. „Dadruch decken sie vermutlich alle Siedlungen in der Gegend ab“
„Das Gute ist-- die Untoten werden von der Geräuschkulisse vermutlich in die Berge gelockt, weg von den Siedlungen hier unten, falls hier überhaupt welche sind“, meinte William.
„Albert? Lag in der Richtung nicht auch das Labor von Umbrella?“, hakte Marsters nach.
„Nein, das liegt genau in der entgegengesetzten Richtung, hinter uns“
„Wieso heulen die Dinger jetzt?“, fragte Chambers nervös.
„Vermutlich eine Fehlfunktion. Ich glaube nicht das sich noch jemand darum kümmert“, vermutete Wesker.
Alle starrten auf die Berge hinaus, in die Richtung aus der das Heulen der Sirenen schallte. Zoe drehte sich um, aus einem Impuls heraus und auch weil sie an das Labor von Umbrella dachte.
Auf der anderen Seite waren ebenfalls Berge. Von diesen Bergen, schien etwas ins Tall hinunter zu rollen, hinunter in den Wald und ihn einzuhüllen wie eine grauweiße Welle.
Marsters Herz begann zu rasen. Für einen Moment sah es aus wie Wasser. Aber hier konnte kein Tsunami sein, schon gar nicht in dieser Größenordnung. Es gab auch in der Umgebung keine Dämme die gebrochen sein könnten. Aber diese seltsame grauweiße Masse bewegte sich unaufhaltsam weiter und in ihr schien alles zu verschwinden, was in ihrem Weg war. Schließlich glaubte Zoe das es viel zu langsam war um eine Welle aus Wasser zu sein.
„Leute, dreht euch mal um“, sagte sie ernst.
Sie kamen ihrer Aufforderung nach. Für einen Moment herrschte Stille, dann hörte man den einen oder anderen Fluch.
„Was zum Teufel ist das?“, fragte William.
„Sieht aus wie Nebel“, murmelte Ana.
„Das ist zu schnell für Nebel“, bemerkte Wesker.
„Aber zu langsam für Wasser“, meinte Rebecca.
„Es bewegt sich gegen den Wind“, murmelte Zoe.
„Allerdings“, bestätigte Albert.
Die grauweiße Wand kam näher, wirkte wie eine übergroße Wolkenfront am Boden. Sie war so groß das sie den Berg und den Himmel dahinter nicht mehr sehen konnten.
„Wir sollten reingehen“, sagte Ana eindringlich.
„Ja, aber in den Supermarkt. Da haben wir vermutlich mehr Vorräte, wer weiß wie lange wie hier festsitzen werden“, meinte Zoe.
„Los jetzt!“, forderte William.
Sie rannten gemeinsam los. Der Supermarkt war ein paar Häuser weiter
Die seltsame Nebelfront kam schnell näher. Bei einem Blick über ihre Schulter, stellte Zoe fest, dass sie es nicht rechtzeitig schaffen würden. Nicht alle. Rebecca rannte als letzte in der Gruppe. Sie verschwand als erste in der grauweißen Masse. Dann William und Ana. Schließlich wurde Wesker verschluckt. Zoe griff gerade nach der Tür des Supermarktes, als die Welle sie erreichte.

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Freitag, 8. April 2016, 22:16



Kapitel.17

Sie spürte nicht wirklich etwas. Es schien keine wirklich feste Substanz zu haben. Es war eindeutig da, Rebecca konnte kaum die Hand vor Augen sehen, aber man konnte es nicht greifen. Es war eben doch wie Nebel... irgendwie.
Sie sah nichts, nur weiß und grau. Ihre Sichtweite variierte, beschränkte sich auf anderthalb bis zwei Meter und das auch nur mehr schlecht als recht.
Der Nebel waberte um sie herum, hin und wieder glaube sie den Umriss eines Hauses zu erkennen, doch dann war es wieder verschwunden.
Ihr Herz pochte wild in ihrer Brust, sie atmete nervös, hatte Angst die Substanz die sie umgab könnte giftig sein. Aber bis jetzt spürte sie nichts.
„Zoe?! Kannst du mich hören?!“
„Rebecca, bist du das?“
Das war William, er schien ganz in der Nähe zu sein.
„Ja! Wo bist du?“
„Rede einfach weiter, dann finde ich dich schon“
„Ist Ana bei dir?“
„Nein, ich hab sie im Nebel verloren“, antwortete William bedrückt.
Langsam schälte sich Williams Gestalt vor Chambers aus dem Nebel, besser bewegte sich durch ihn hindurch. Schließlich stand er direkt vor ihr.
„Gib mir deine Hand, damit wir uns nicht wieder verlieren“, fordert er sie auf und griff nach ihrer Hand.
„Ähm...okay, gute Idee“
Rebecca fühlte sich ein wenig unwohl dabei, hauptsächlich weil er Weskers Doppelgänger war. Aber er hatte recht und sie wollte auf keinen Fall noch mal im Nebel verloren gehen.
„Ana?! Ana, wo bist du?“, rief William immer wieder in den Nebel hinein.
William wandte den Kopf.
„Sie ist irgendwo rechts von uns. Komm mit!“
Er zog Chambers mit sich, die sich bereitwillig von ihm führen ließ.
Will bewegte sich sehr zielstrebig, als wisse er genau wo Ana sich befand, als könnte er sie instinktiv aufspüren. Tatsächlich fand er sie. Mit dem freien Arm zog er sie sofort an sich. Überrascht stolperte Ana regelrecht in seine Umarmung.
„Langsam Cowboy, nicht so stürmisch“, sagte sie lachend.
Doch sie wurde sofort wieder ernst.
„Wo sind Zoe und Albert?“
„Keine Ahnung, wir haben sie nicht gesehen“, antwortete ihr Rebecca.
„Ich bin sicher sie sind in eines der Häuser gegangen und das sollten wir auch tun. Erst einmal sammeln und uns etwas ausdenken wie wir die anderen finden können ohne uns zu verlaufen“, sagte William.
Ana nickte, löste sich aus seiner Umarmung und griff nach seiner freien Hand.
William blickt sich um, versuchte das nächste Haus auszumachen in das sie einsteigen konnten und glaubte etwas zu sehen, etwas was sich durch den Nebel bewegte. Ein Schemen, wie ein dunkler Schatten.
„Albert?.... Zoe?“
Keine Antwort.
„Habt ihr das auch gesehen?“
Rebecca neben ihm nickte und sagte: „Ja, aber das war niemand von uns. Zoe oder Albert hätten geantwortet“
„Ich möchte nicht wirklich herausfinden wer oder was das war, Will. Lass uns bitte in eines der Häuser gehen und es erst mal für uns absichern“, sprach Ana unruhig.



Sie hatte den Supermarkt schon erreicht als der Nebel kam. Ihre Hand war schon auf der Tür gewesen, trotzdem war sie wie gelähmt stehen geblieben. Zoe hatte sich umgedreht und der Nebelwand zugesehen wie sie alles umhüllte, auch sie selbst.
Es schien keine Giftgaswolke zu sein, jedenfalls konnte sie noch normal atmen. Die Nebel-artige Masse war weder greifbar noch hatte sie einen bestimmten Geruch an sich. Aber sie war allgegenwärtig.
„Albert...?“, rief sie mit leiser, nervöser Stimme.
Sie hörte ein Geräusch, einen Fluch, dann ein Stöhnen und das Geräusch als würde ein Körper auf Asphalt fallen.
„Albert?!“
Ein weiteres Geräusch, das seltsam klang, wie ein unnatürliches Kreischen eines Tier-artigen Wesens.
Zoe tastete hastig nach ihrer Waffe, nur um festzustellen das diese sich samt ihrer Munition noch im Diner befand.
„Verdammte Scheiße!“, fluchte Zoe.
„Kannst du laut sagen“
„Aaaah!“
Die Stimme war plötzlich neben ihr.
„Ganz ruhig, ich bin es, Wesker“
„Oh Gott.. erschrecke mich nie wieder so!“
Sie konnte ihn erkennen, aber der Nebel verhüllte das meiste seiner Erscheinung.
„Lass uns erst mal reingehen“, forderte er, zog sie mit sich und stieß die Tür zum Supermarkt auf.
Strom schien noch vorhanden zu sein. Die Beleuchtung im Supermarkt war größtenteils eingeschaltet. Zoe hatte ein Bild der Verwüstung erwartet, aber der Markt wirkte unangetastet. Hier hatte niemand geplündert oder Hamsterkäufe veranstaltet.
„Alles ist... aufgeräumt. Die Regale sind voll“, murmelte sie.
Wesker sah sich ebenfalls um.
„Ja sieht so aus“, sagte er knapp „Ich sichere den Haupteingang ab und die Fenster hier, kümmere du dich um den hinteren Bereich. Stell sicher das alle Türen geschlossen sind“
Es gab keine Zeit für Zögern oder Gerede. Zoe kam der Aufforderung direkt nach, auch wenn sie gerade gesehen hatte, das Albert am rechten Oberarm verletzt worden war. Eine tiefe Schnittwunde wie es schien. Aber sie wusste es würde ohnehin schnell verheilen. Aber natürlich geisterte ihr die Frage durch den Kopf, wie er sich verletzt hatte... oder was ihn angegriffen haben könnte.

Als Zoe zurück in den Verkaufsraum kam, war Wesker dabei das Blut von seinem Arm zu wischen. Er hatte aus der Pharmaabteilung im Laden Mullbinden dafür geholt.
Im großen und ganzen war der Markt etwas größer als sie erwartet hatte. Er bot so ziemlich alles an, wenn auch außerhalb der Lebensmittel jede andere Produktreihe eine eher mäßige Auswahl bot.
Albert hatte die Sicherheitsgitter heruntergelassen, welche die Eingangstür und die Schaufenster schützten. Draußen waberte die grauweiße Suppe um das Gebäude.
„Wie hast du dich verletzt?“, fragte sie ihn.
„Hast du alles abgesichert?“
„Ja. Habe ich. Wie ist das passiert?“, wiederholte sie ihre Frage.
„Etwas im Nebel hat mich angegriffen. Ich habe nicht viel gesehen. Was auch immer es war, es ist mir in den Rücken gesprungen und hat mir mit einer Art Klaue in den Arm geschnitten“
Marsters blickte auf die Waffe an seinem Gürtel, eine Desert Eagle.
„Warum hast du nicht geschossen?“
„Weil ich keine Kugel vergeuden will. Die Munition ist in den Rucksäcken und die sind im Diner. Wir hätten nicht kopflos los rennen dürfen“, brummte er.
„Dann kam das Geräusch von dem Wesen das dich angegriffen hat? Dieses seltsame Kreischen?“
Wesker nickte.
„Ich habe es mit meinem Messer verletzt. Ich habe wie gesagt kaum etwas gesehen, aber deutlich gespürt wie meine Klinge in Fleisch gedrungen ist“
Er zog das Überlebensmesser und zeigte es ihr. Rotes Blut glänzte auf der Klinge.
Er säuberte das Metall mit den Resten der Mullbinde die er für das Reinigen seines Armes benutzt hatte. Die Wunde war bereits verheilt.
„Was machen wir jetzt?“
„Abwarten. Vielleicht verzieht sich der Nebel, dann suchen wir die Anderen. Sie werden sicher auch in eines der Häuser gegangen sein“
„Und wenn sich der Nebel nicht verzieht?“, wollte Marsters unsicher wissen.
„Dann denken wir uns etwas anderes aus um die Anderen zu finden und von hier weg zu kommen“
Zoe nickte langsam.
„Na gut. Viel mehr können wir im Moment wohl nicht machen“
Er hob den Blick und sah sie mit einem süffisanten Lächeln an.
„Jetzt haben wir jedenfalls Zeit um auf unser Problem einzugehen“
Zoe runzelte die Stirn.
„Welches Problem?“, fragte sie irritiert.
Wesker ließ den Zeigefinger zwischen ihr und sich selbst hin und her deuten.
„Unser Problem. Ich rede von dem was du mir verheimlichst. Hier kannst du mir jedenfalls nicht weglaufen“


Das Wohnhaus das William ausgesucht hatte, war unbewohnt.
Gemeinsam hatten Ana, Rebecca und er das Haus abgesichert, dafür gesorgt das alle Türen und Fenster verschlossen waren.
In dem kleinen Wohnzimmer im unteren Stockwerk, setzten sie sich schließlich zusammen auf die Couch und den Sessel aus grauem Leder.
Rebecca saß im Sessel, William und Ana saßen auf der Couch.
„Was jetzt?“, wollte Chambers wissen.
„Wir tun das was Albert und Zoe jetzt vermutlich ebenfalls tun. Wir warten ab ob sich der Nebel verzieht und denken uns einen alternativen Plan aus, für den Fall das er sich nicht verzieht“, erklärte William.
„Wir brauchen ein Fahrzeug das Platz für uns alle hat. Der Pick Up kommt also nicht mehr in Frage. Hier steht doch bestimmt irgendwo noch etwas herum“, warf Ana ein.
Will nickte ihr zu.
„Ja. Du hast recht. Aber es wird verdammt schwer werden in dem Nebel etwas zu finden, sollte er so bleiben“
„Davon abgesehen brauchen wir unsere Sachen aus dem Diner. Ohne kommen wir wahrscheinlich nicht weit“, bemerkte Rebecca.
„Wie finden wir die anderen?“, fragte Ana.
„Zoe und Albert hatten den Supermarkt fast erreicht. Sie werden sicher dort sein, also müssen wir nur das Gebäude finden“, mutmaßte Will.
„Wir sollten nicht zu lange warten. Wenn die beiden jetzt allein miteinander sind... du weißt wie Zoe gerade ist und ich weiß nicht wie geduldig Wesker mit ihr sein wird“, sagte Ana besorgt.
William legte ihr beruhigend eine Hand auf den Rücken.
„Er wird ihr nichts tun. Sie werden sich vielleicht streiten, aber ich glaube nicht das es zu Handgreiflichkeiten kommen wird“
„Trotzdem. Wir sollten alle zusammen sein“, beharrte Anassa.
Will nickte.
„Jetzt suchen wir erst mal so was wie Taschenlampen, für den Fall das wir doch noch durch den Nebel müssen“


Zoe hatte sich abgewandt und war an eines der Schaufenster herangetreten, blickte durch die Vergitterung nach draußen.
„Du stellst dich also auf stur?“, brummte Albert hinter ihr.
„Warum willst du unbedingt wissen was mich beschäftigt?“, antwortete sie mit einer Gegenfragen.
„Weil es dabei offensichtlich um mich geht“
„Bilde dir bloß nicht zu viel ein“, murrte Marsters.
„Ich bilde mir gar nichts ein! Ich merke doch wie du auf mich reagierst! Du verhältst dich abwehrend und provokativ! Was auch immer ich dir getan habe-- Ich kann mich verdammt noch mal nicht daran erinnern!“
Zoe seufzte ergeben.
„Okay. Lass uns einen Kompromiss eingehen“
Sie drehte sich zu ihm um und sah das er mit vor der Brust verschränkten Armen dastand.
„Du gibst mir noch etwas Zeit. Ich werde dir alles erzählen, nur eben noch nicht jetzt. Im Gegenzug höre ich auf dich zu... ärgern“
Albert legte kritisch die Stirn in Falten.
„Ich könnte dich dazu zwingen es mir zu sagen“, merkte er an.
„Vermutlich“, sagte sie seufzend „Aber das wirst du nicht. Also nimm das Angebot an. Je mehr du nachbohrst desto weniger werde ich dir erzählen wollen“
„Von mir aus“ brummte er schließlich widerwillig „Aber wenn du noch mal frech wirst, quetsche ich es mit bloßen Händen aus dir raus“
„Drohungen helfen dir bei mir nicht weiter. Das haben sie noch nie“, gab Zoe zynisch zurück.

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Dienstag, 12. April 2016, 22:39



Kapitel.18

Schon seit einer Weile waren sie jetzt unterwegs. Leon, Ada und Claire.
Bisher waren sie auf keine Schwierigkeiten gestoßen. Zwei Mal waren sie in den Wald in Deckung gesprungen, als ein Fahrzeug die Landstraße entlang kam. Aber ansonsten war es ruhig geblieben.
Die Nacht war sehr still, selbst die üblichen Geräusche des Waldes schienen leiser zu sein als normal.
In der Ferne tauchte eine Raststätte auf. Sie war nicht beleuchtet, es schien niemand dort zu sein.
Die Drei näherten sich dem kleinen Gebäudekomplex. Es gab eine kleine Tankstelle, ein Diner und öffentliche Toiletten. Alles aneinandergereiht.
Es standen allerdings keine Fahrzeuge herum.
„Sieht verlassen aus“, meinte Ada.
„Wie weit ist es noch von hier?“, wollte Claire wissen.
„Zu Fuß noch eine Stunde. Wir sollten nicht anhalten“, sprach Leon ernst „Für eine Stunde brauchen wir keinen Proviant sammeln. Wir haben alles was wir für den restlichen Weg brauchen bei uns. Alles andere ist im Unterschlupf“
„Okay, aber ich würde die Situation gerne nutzen um pinkeln zu gehen. Ich mache nicht gern im Freien“, sagte Ada und bewegte sich auch schon in Richtung der öffentlichen Toiletten.
„Sollen wir vielleicht...?“
„Ich kann sehr wohl allein auf die Toilette gehen, Leon“, unterbrach die Asiatin den D.S.O Agenten „Bleib bei deiner kleinen Freundin“

Es war dunkel im Inneren.
Ada leuchtete mit der Taschenlampe in den Raum, die Reihe Waschbecken und dann die Reihe der Toilettenkabinen entlang. Sie fand einen Lichtschalter an der Wand und betätigte ihn. Langsam leuchteten die Neonröhren an der Decke auf.
„Na bitte, geht doch“, murmelte Wong vor sich hin und steckte die Taschenlampe zurück an ihren Gürtel.

„Wir sollten zumindest vor der Tür der Toiletten warten“, meinte Claire und ging darauf zu „Dann hören wir vielleicht wenn doch etwas passiert. Falls sie Hilfe braucht meine ich“
Leon folgte ihr und stellte sich schließlich neben sie.
„Wir haben es bald geschafft. Im Unterschlupf sind wir sicher“, sagte er zuversichtlich.
„Und was ist das für ein Ort?“, fragte Claire neugierig.
„Ein Herrenhaus. Es gehörte früher mal Spencer, aber es wurde von jemand anderem umfunktioniert. Eine lange Geschichte, jedenfalls haben wir dort alles was wir brauchen und es ist weit abgelegen“
Die Rothaarige schwieg einen Moment.
Schließlich fragte sie leise: „Wie soll ich herausfinden ob mein Bruder noch lebt, wenn ich mitten im Nirgendwo festsitze?“


Ada betätigte die Spülung und wollte zu den Waschbecken, als sie ein Geräusch hörte.
Eine quietschende Tür.
Sie war sich nicht sicher ob es eine der Kabinentüren war oder die Außentür. Vielleicht musste Claire sich ebenfalls erleichtern.
Ein seltsamer Geruch stieg ihr in die Nase. Verwesung. Jetzt ärgerte sich Ada darüber das sie den Gürtel mit der Waffe auf dem Waschbecken abgelegt hatte und ihn nicht mit in die Kabine genommen hatte.
„Claire?“
Sie bekam keine Antwort.
Wong stieß die Kabinentür auf und sah sich einem Mann gegenüber der gute zwei Köpfe größer war als sie selbst. Jedenfalls war er irgendwann einmal ein Mann gewesen. In seiner Brust war ein Faustgroßes Loch, das Blut an der Wunde und seiner Kleidung war eingetrocknet und geronnen.
Der Tote streckte die langen, dürren Arme nach ihr aus. Die ausgetrocknete eingefallene Haut spannte über seinen verkümmerten Muskeln und die hervorstehenden Knochen.
Eigentlich wäre es kein Problem gewesen ihm auszuweichen, er war langsam und Ada war flink. Doch er war bereits sehr nahe. Als sie ausweichen wollte, stieß sie gegen den Rahmen der Toilettenkabine, statt in Sicherheit zu gleiten. Eine Hand griff in ihren Kragen, zerrte daran und versuchte sie heran zu ziehen. Wong stemmte sich mit aller Kraft dagegen, der Kragen ihrer Bluse riss ein und sie war frei. Sie ließ sich nach vorn fallen, rollte sich ab in Sicherheit und sprang wieder auf die Beine. Sie grapschte nach ihrem Gürtel auf dem Waschbecken, schlüpfte durch die Tür nach draußen und rammte sie hinter sich wieder zu.
„Da bist du ja“
Rumpelnd warf sich der Tote gegen die Tür, konnte sie aber nicht öffnen.
„Was zum...“
„Ich hatte Gesellschaft. Aber der kommt da nicht raus“, sagte sie ein wenig atemlos.
Im nächsten Moment ging die Klinke nach unten. Der Tote stürzte ins freie und direkt auf Ada.
Noch bevor sie ihn von sich stoßen oder einer der anderen ihr helfen konnte, bohrten sich seine fauligen Zähne in ihr Fleisch. Er biss sie in das Stück Hals das durch den zerrissenen Kragen freilag.
Ada schrie auf als Leon den Toten von ihr herunter zerrte und er ein kleine Stück Fleisch mit sich riss.



„Ich hätte geschossen“
Wesker wandte sich zu Zoe um und blickte sie fragend an.
„Was?“
„Ich sagte, ich hätte geschossen. An deiner Stelle meine ich, da draußen im Nebel als du angegriffen wurdest“
Als der ehemalige Captain schwieg fuhr sie fort: „Jemand oder etwas greift mich an, es verletzt mich... ich hätte sofort die Waffe gezogen und geschossen. Über das Vergeuden von Munition hätte ich nicht nachgedacht“
Wesker schwang sich auf den Tresen an der Kasse. Er setzte sich dort hin und nahm sich eine Packung Erdnüsse die in einem Gestell neben der Kasse lagen.
„Das wundert mich nicht. Ich kämpfe schon seit sehr viel längerer Zeit gegen ungewöhnliche Dinge als du. Ich habe gelernt die Panik auszuschalten und logisch zu denken, auch in solchen Situationen“, meinte Wesker, öffnete die Tüte und schob sich ein paar der salzigen Nüsse in den Mund.
Sie lachte leise.
Als Albert die Portion Nüsse geschluckt hatte fragte er: „Was ist daran so amüsant?“
„Du bist so... mechanisch. Die Welt geht unter und du denkst daran keine Kugeln zu vergeuden. Du machst einfach weiter, bleibst logisch“
„Das habe ich gelernt. Ich habe eine lange Ausbildung und viel Erfahrung hinter mir. Was genau ist daran nun witzig?“, hakte er eher neugierig als verärgert nach.
„Es ist nicht die Logik oder die Dinge die du kannst. Es sind die Dinge die du nicht drauf hast, die ich amüsant finde“, klärte Zoe ihn auf.
Wesker horchte auf und legte die Packung mit den Erdnüssen zur Seite.
„Die da wären?“
„Zwischenmenschlichkeiten“, gab sie direkt zurück.
„Hmm. Ich kenne alle Etikette, Benimmregeln. Ich weiß sehr wohl wie man mit anderen Menschen umgeht“
„Das ist es ja gerade. Für dich scheint alles ein Protokoll zu sein welches du abarbeitest... wie eine Maschine. Aber dir fehlt das Feingefühl für diese Dinge und zwar gänzlich. Nein, Albert, du weißt eben nicht wie man mit anderen Menschen umgeht. Du setzt einfach nur stoisch um was du irgendwo gelesen oder gehört hast“, widersprach Marsters ihm.
Für einen Moment knirschte er mit den Zähnen, schien sich aber nicht wirklich zu ärgern. Schließlich zuckte er mit den Schultern.
„Und wenn schon. Das ist keine Qualität die je von mir verlangt worden wäre“, entgegnete er ihr.
„Lass mich dir ein Beispiel geben“
Wesker zog die Brauen hoch.
„Ich bin ganz Ohr“
„Jetzt gerade sitzen wir hier fest. Von diesem seltsamen Nebel umgeben, der zugegeben ganz schön gruselig ist. Wir wurden von den anderen getrennt und die meisten unserer Waffen und Munition sind im Diner geblieben“
Albert blickte sie an.
„So weit kann ich dir folgen, aber worauf willst du hinaus?“, hakte er nach.
„Es ist dir nicht einmal in den Sinn gekommen mir zu sagen das ich mir keine Sorgen machen soll oder mich zu fragen ob ich in Ordnung bin“, bemerkte Zoe.
Wesker lächelte schief.
„Du bist also verärgert weil ich nicht nach deinem Befinden gefragt habe? Soll ich dir vielleicht das Händchen halten?“
„Nein. Aber die meisten Menschen hätten das gemacht. Du aber nicht. Das ist es was ich meinte“, entgegnete Marsters ihm schlicht.
„Du bist eine ausgebildete Elitepolizistin, ich dachte nicht das es nötig sei“
„Nein, du hast gar nicht daran gedacht, Albert“
Schweigend nahm er wieder die Erdnusstüte und aß weiter.



„In diesem Haus ist einfach nichts“, maulte Rebecca.
„Eine einzige Taschenlampe. Außer den Küchenmessern sind keine Waffen im Haus. Unsere Waffen sind noch im Diner“, fügte Ana hinzu und zeigte ein Fleischermesser welches sie gefunden hatte.
William seufzte.
„Dann müssen wir uns vorerst anders behelfen“
Er legte die Axt die er im Keller gefunden hatte auf dem Couchtisch ab.
„Vielleicht sollten wir ein paar Stunden schlafen, wenn wir schon erst mal hier festsitzen. Wir haben bereits einen langen Weg hinter uns und einen noch viel längeren vor uns“, schlug Rebecca vor.
Keinem von ihnen gefiel es jetzt die Augen zuzumachen und nichts zu tun. Aber im Moment saßen sie fest und Chambers hatte recht. Sie brauchten etwas Ruhe, wenn sie den Weg bis zu ihrem Ziel durchhalten wollten.
„Wir sollten uns abwechseln. Wer hält die erste Wache?“, meinte Ana.
„Das mache ich“, sagte Rebecca „Oben ist ein Schlafzimmer, ihr könnt nach oben gehen. Ich bleibe hier und halte Wache. In vier Stunden wecke ich einen von euch“
William nickte.
„In Ordnung, ich löse dich in vier Stunden ab“
„Und ich soll weiterschlafen?“, fragte Ana skeptisch.
„Sicher. Wieso auch nicht? Aber du kannst auch mit mir Wache halten wenn Rebecca schläft“, sagte William.
„Das wäre mir lieber“, gab Ana zu.

Das Schlafzimmer war recht klein, aber das Bett groß genug für zwei. Allerdings gab es keine Bettwäsche. Die Einwohner hatten offenbar nicht nur das meiste aus den Schränken geräumt, als sie aufgebrochen waren.
„Immerhin haben sie die Matratzen hiergelassen“, kommentierte Ana.
Unsicher blickte William sie an.
„Soll ich auf dem Boden schlafen?“
Verwirrt zog sie die Brauen hoch.
„Warum?“
„Weil es nur ein Bett gibt“
Ana lachte.
„Das ist groß genug für uns beide“
William sah das Bett an, dann wieder die Frau neben ihm.
„Mag sein. Aber ich war mir nicht sicher ob es dich stören würde wenn wir in einem Bett schlafen“
Anassa lächelte.
„Sei nicht albern, Will“
Ana öffnete den Kleiderschrank, es war fast nichts mehr darin. Keine Bettwäsche. Allerdings fand sie eine saubere Wolldecke.
„Das muss dann wohl reichen“, murmelte sie seufzend.
Ana schlüpfte aus ihren Schuhen und ihrer Jacke. Sie faltete die Decke auf und setzte sich auf das Bett.
William stand noch immer unschlüssig im Türrahmen als sie aufblickte.
„Erwartest du etwas bestimmtes von mir?“, fragte er als sich ihre Blicke trafen.
Anassa blinzelte verwirrt.
„Was meinst du?“
Er zuckte mit den Schultern und deutete auf das Bett.
„Na ja, wir werden gleich zusammen in einem Bett liegen“, sagte er ausweichend.
Ana lachte leise.
„Ich habe mich gefragt ob du etwas spezielles von mir erwartest“
„Wie wäre es mit, hinlegen und schlafen?“, fragte sie amüsiert.
Will nickte.
„Das sollte kein Problem sein“
„Das hier ist ohnehin nicht die Zeit und auch nicht der Ort um... die Sache zwischen uns zu vertiefen. Sobald wir in Sicherheit sind, können wir uns Zeit dafür nehmen“, sprach sie sanft.
Nach kurzem Zögern trat er schließlich an das Bett, zog Jacke und Schuhe aus und legte sich neben sie.
William lag unbeweglich auf dem Rücken, starrte an die Decke.
„Das heißt nicht das du mich nicht in den Arm nehmen darfst“, sagte sie mit einem leisen Lachen.

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